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Guernica buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht“

26. Dezember 2018

Dienstag, 18.06. um 19 Uhr Volkshochschule Bremen: Finissage der Ausstellung mit Gerald Schneider und Jörg Wollenberg: Guernica buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht“

Das notierte der verantwortliche, spätere Generalfeldmarschall Freiherr von Richthofen am 30 April 1937 in sein Tagebuch über die Zerstörung der Stadt Guernica – von Pablo Picasso durch sein berühmtes Bild zu einem Symbol des Schreckens moderner Kriegsführung erhoben. Die Soldaten der Legion Condor wurden hochgeehrt, während die deutschen „Rotspanienkämpfer“ von jeder Wiedergutmachung ausgeschlossen blieben.

Elitewahn

6. November 2018

In ihrem zweiten Krimi um das Hobbyermittlerteam Malie Abendroth und Lioba Hanfstängl greift das Autorinnenduo Skalecki/Rist ein hochbrisantes Thema auf, was noch zu mehr Tiefe führt. In Schloss Waldesruh, einem Eliteinternat, stirbt ein junger Lehrer. Malie, die als Gärtnerin im Schloss angestellt ist, glaubt nicht an den natürlichen Tod ihres Freundes aus Kindertagen. Ein Historiker, der sich für das Schloss interessiert, wird kurze Zeit später von Lioba, die im Bauamt arbeitet und ihm bei seinen Recherchen hilft, tot aufgefunden. Auch er soll natürlichen Todes gestorben sein, doch Lioba findet Anzeichen, dass auch dieser Tod nicht natürlich sein könnte. Die beiden Hobbydetektivinnen fangen wieder auf eigene Faust an zu ermitteln. Mali findet im Turm des Internats ein geheimes Zimmer, in dem sie diverse Devotionalien aus der NS Zeit findet. Was hat dieser Raum mit dem Tod des Lehrers zu tun und wer benutzt ihn. Immer tiefer geraten Mali und Lioba in den Strudel wieder aufkeimenden Gedankengutes aus den Jahren 1933/45.

Die Schüler der Lehranstalt verhehlen ihre nationalsozialistischen Anschauungen nicht, obwohl es manchmal nicht ganz klar ist ob sie überhaupt wissen was ihnen da eingepflanzt wird. Dieser Roman wechselt zwischen drei verschiedenen Zeiten, der Vergangenheit, der NS-Zeit mit Verfolgung und Ausreiseise einer jüdischen Familie, und der Gegenwart, Maltes Ankunft 2016 und ersten Eindrücken in Schloss Waldeck, Maltes Tod 2017 und allen danach passierenden Vorfällen, sowie dem Interview mit einem Firmenbesitzer hin und her. Es ist aber gut gehandhabt und durch ein Personenverzeichnis am Anfang des Romans noch verständlicher gemacht. Er beginnt mit einem Rückblick in das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Die Verweise auf die NAPOLA (Nationalpolitische Lehranstalt) sind nicht zu übersehen, in den Beschreibungen über das Internat und seine Bewohner. Durch die Rücksprünge in die Vergangenheit bekommt der Leser den Eindruck, dass das Geschehen sich bis in die Gegenwart hinzieht und noch nicht abgeschlossen ist. Auch dieser Roman ist schon, wie der Erste mit Mali und Lioba als Ermittlerinnen, sehr lebendig geschrieben und bleibt bis zur letzten Seite spannend. Auch hier spürt man, dass sich die Autorinnen sehr eingehend mit dem Thema beschäftigt haben und ihre Recherchen sehr gründlich und intensiv betrieben haben. Da ich mich sehr mit dieser Thematik befasse, ist dieser Krimi mit der vorhandenen Detailgenauigkeit zum Thema NS-Zeit einfach lesenswert. Er stimmt einen sehr nachdenklich und durch seine leider noch immer aktuelle Thematik regt er sehr dazu an sich damit auseinander zu setzen.

Liliane Skalecki/Biggi Rist „Elitewahn“, Gmeiner-Verlag; 2018, 348 Seiten, 14,00 Euro, ISBN-10: 3839223091,

„Russenlager“ und Zwangsarbeit

6. November 2018

Mit eindrücklichen Porträtfotos und Informationstafeln wies die kleine und kompakte Ausstellung „>Russenlager< und Zwangsarbeit“ auf das Schicksal sowjetischer Kriegsgefangenen während und nach dem 2. Weltkrieg hin. Diese waren Opfer einer für damalige BeobachterInnen klar erkennbaren Ausbeutungs- und Vernichtungsstrategie. Einer Strategie, die auf maximaler Auspressung der Arbeitskraft durch die deutschen Unternehmen und auf minimalen Kosten zur Unterbringung und Versorgung der Arbeitskräfte basierte. Gleichzeitig wurden diese Menschen einer verschärften Repression durch ihre Bewacher unterworfen, was häufig ihren Tod bedeutete. Selbst nach der Befreiung waren die ehemaligen Kriegsgefangenen im unterschiedlichen Ausmaß Ziel diesmal sowjetischer Repression. All dies dokumentiert die Ausstellung soweit möglich mittels der Aussagen überlebender sowjetischer Kriegsgefangener.

Zu sehen war die Ausstellung vom 18. September bis 18. Oktober im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus. Der Bremer Freundeskreis des Vereins Kontakte-KOHTAKTbI ermöglichte ein in jeder Hinsicht reichhaltiges Begleitprogramm, für das die Besucher fast immer mit vollbesetzten Stuhlreihen dankten. In der Auftaktveranstaltung wies Schirmherr Jens Böhrnsen auf das Schicksal der 6 Millionen Kriegsgefangenen hin, von denen mindestens 3 Millionen durch Hunger, Krankheiten und Maßnahmen der Bewacher und Vorgesetzten ermordet wurden. Von Grambke bis Rekum reichten die Lager in Bremen-Nord, in denen die sowjetischen Kriegsgefangenen vegetieren mussten. Böhrnsen wies ebenso auf die 2. Schuld des Verdrängens und Ignorierens, wie auf die des Erinnerns und Gedenkens in der späten Bundesrepublik hin. Die Ausstellung wolle auch und vor allem eine „Herzenserinnerung“ bei ihren BesucherInnen schaffen…

19 neue Stolpersteine in Bremen

6. November 2018

Am 20. September 2018 verlegte Gunter Demnig in Bremen wieder Stolpersteine. Diesmal nicht nur für ermordete jüdische Mitbürger, sondern auch für Euthanasieopfer, Bibelforscher/Zeugen Jehovas und politisch Verfolgte. Die Verlegung begann im Beisein von Angehörigen an der Bürgermeister-Smidt-Straße 126 mit einem Stein für das Euthanasieopfer Walther Rost. Er wurde, wie auch die anderen Euthanasieopfer in Meseritz ermordet. Dann ging es weiter zur Bürgermeister-Deichmann-Straße 61/65, früher Wartburgstraße 31/33, wo Steine für jüdische Mitbürger, je drei Stolpersteine für die Familien Levy und Cohen, zwei für das Ehepaar Obermeier und einer für Adolf Bothmann, verlegt wurden. Der nächste Verlegeort war der Steffensweg 74, wo jetzt zwei Steine an das jüdische Ehepaar Knisbacher erinnern. In der Zwinglistraße 51 wird mit einem Stolperstein an Helmut Sengespeick, ein weiteres Euthanasieopfer, gedacht. Für Hans Mendelsohn verlegte Gunter am Waller Ring 138 einen Stein. Das nächste Euthanasieopfer, Gesine de Carné, bekam ihren Stolperstein in der Langeooger Straße 45. Hier wurden wir von der jetzigen Besitzerin des Hauses herzlichst mit Kaffee, Tee und kalten Getränken empfangen. An Johannes Lücke, Reichsbannermann, am 01.03.1933 von der SA niedergeschossen und so schwer verletzt, dass er noch in der Nacht starb, erinnert in der Gröpelinger Heerstraße 76 ein Stein. Dann war es erstmal Zeit für eine Mittagspause, die wir im Wilden Westen machten. Danach ging es im Breitenbachhof 6 weiter wo im Beisein von Angehörigen die Verlegung für den Zeugen Jehovas, Karl Klappan, stattfand. In der Humannstraße 33 erinnert nun ein Stein an den Kommunisten Eduard Ickert. Bei der Verlegung war seine Urenkelin anwesend. Für weitere Euthanasieopfer, Ernst Döhren, wird in der Heidbergstraße 111 und Margarethe Müller, in der Oslebshauser Heerstraße 1 gedacht. An jedem Verlegeort wurden zu den dort gedachten Menschen, kurze Biografien vorgetragen. Bärbel Ebeling begleitete, wie schon so oft, die ganze Verlegung mit Musik. Es war wieder ein sehr ergreifender der Tag mit vielen neuen Informationen und Austausch mit den Angehörigen.
Auszug BAF 12.18/01.19

Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard

7. Oktober 2018

Handelt es sich eher um einen Reiseführer oder einen Kriminalroman? Faszinierend bei Liliane Fontaines aktuellem Buch „die Richterin“ sind die interessanten historischen Einblicke und die malerische Darstellung sehenswerten Region östlich der Rhônemündung im Süden Frankreichs. Landschaftliche und bauliche Sehenswürdigkeiten wechseln sich ab mit der Beschreibung kulinarischer Finessen. Ein zweiter Blick in den Roman legt jedoch eine andere Seite mancher Einwohner der Languedoc offen, die Verdrängung der eigenen Rolle im zweiten Weltkrieg zwischen Kollaboration und Widerstand und die noch immer bestehende Fremdenfeindlichkeit. Das bricht auf mit der persönlichen Begegnung zweier Menschen und führt zu Morden.
Nach Verurteilung des Chirurgen Dr. Bernard Jalabert und seiner Frau, denen Ausbeutung der 13-jährigen Marokkanerin Aminata nachgewiesen werden konnte, wird in Nîmes ein Attentat auf die Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt verübt. Von den Folgen erholt sie sich auf das Weingut ihres Großvaters Rémy. Die Belastungszeugin wird noch vor Einleitung der Berufungsverhandlung ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen nach dem mutmaßlichen Kinderhändlerring führt ihr Stellvertreter Rachid Bouraada weiter. Die Spurensuche ergibt, dass in vier Jahren 15 Mädchen im Alter zwischen 15 und 19 tot aufgefunden wurden. Auf der Suche nach dem Schicksal der sechzehnjährigen Najet Delosa erfährt Rachid Bouraada vom rätselhaften Tod des Anästhesisten Dr. Franck Viroulent in den Pyrenäen. Dr. Jalabert und Dr. Viroulet haben im selben Krankenhaus gearbeitet. Was hat beide über den Arbeitsplatz hinaus verbunden? Blutjunge Hausangestellte, die spurlos verschwunden sind?
Der Reiseschriftsteller Martin Endress fährt nach dem Tod seiner Mutter Anne auf Spurensuche nach dem Schicksal seiner Großeltern in die Laguedoc. Sein Großvater, Dr. Alfons Reuter, war renommierter Anatomieprofessor an der Universität Montpellier, seine jüdische Frau Sarah Tochter des Direktors der Nationaloper. Die Familie wurde 1941 in Les Milles interniert, konnte aber fliehen. Da ihre einjährige Tochter Anne fieberte, suchten sie einen guten Freund in St. Gilles auf, Dr. Claude Barbier. Auf der Weiterfahrt versagten die Bremen des Fluchtwagens, es kam zu einem Unfall, Sarah Reuter erlitt erhebliche Verletzungen und kam auf der Flucht von Sète nach Tanger ums Leben.
Mathilde de Boncourt und Martin Endress begegnen sich zufällig auf dem Markt in Ucès. Die Suche nach Menschen, die Dr. Barbier in St. Gilles kannten, führt Martin Endres auch ins Chåteau de Boncourt. Der rätselhafte Jagdunfall seines jungen Begleiters Didier Rossignoles gibt der Spurensuche eine neue Wendung. Was ist 1941 mit Familie Reuter geschehen? Weshalb hat nach 76 Jahren Jemand ein Interesse, dass ein dunkles Geheimnis nicht aufgedeckt wird?
Liliane Fontaine, Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard, Piper Verlag München 2018, 412 S., 14 Euro, ISBN 978-3-492-50178-1

Buchvorstellung „Nützliche Idioten, Im Namen des Volkes“

30. September 2018

Am Mittwoch, den 10. Oktober, präsentiert die niederländische Autorin Els de Groen (Elly Kouwenhoven) um 19:30 Uhr in der Villa Ichon, Goetheplatz 4, ihre Betrachtungen über den grundlegenden Wandel Europas 1985/2017 in einer Kombination von Fotos und Lesung unter dem Titel „Nützliche Idioten, Im Namen des Volkes“.

Beunruhigt wegen des Rüstungswettlaufs besuchte Els de Groen 1984 die Sowjetunion. Sie schrieb Bücher über Atomkraft und Radioaktivität. Gemeinsam mit dem russischen Autoren Eduard Uspenski gewann sie 1989 den Arkadi Gaidar Preis. Aus Sorge über die Lage in Ost-Europa, über die Korruption mit EU-Geldern und die Lage der Roma kontaktierte sie 2002 das Europäische Parlament. 2004-2009 saß die niederländische Abgeordnete von Europa Transparant in der Gruppe der Europäischen Grünen, setzte sich intensiv ein für die Interessen und kulturelle Identität der Roma. Schwerpunktthemen sind Demokratie und Minderheitsrechte in Ost-Europa, die Konsequenzen und Strahlungsrisikos von Uranwaffen, die z.B. 1999 auf dem Balkan eingesetzt wurden. Els de Groen nutzte ihr Mandat, um Reisen nach Ost-Europa zu intensivieren, traf sich nicht nur mit der Bevölkerung, sondern auch mit Vertretern der Regierungen. 2006 organisierte sie in Sofia eine Konferenz, die zur Öffnung der Archive des bulgarischen Geheimdiensts Darzavna Sigurnost führte Nach ihrem Abschied vom Parlament gründete sie Khetanes, eine internationale künstlerische Bewegung, die sich einsetzt für die Rechte von Roma und Sinti.

Insgesamt hat de Groen 50 Bücher publiziert, Romane, Kinderbücher, Poesie und Sachliteratur. Ihr Werk ist in 13 Sprachen übersetzt, mit einer Auflage von 1,7 Millionen. Unter dem Titel „Nützliche Idioten, Im Namen des Volkes“ erscheint jetzt ihr Buch zur Frankfurter Buchmesse in deutscher Sprache und um 40 Bilder erweitert. Die Lesung am 10.10. erfolgt zeitgleich mit dem Erscheinen des Buches auf der Frankfurter Buchmesse. Ihre Lesereise führt sie zum Uranium Filmfestival am 13./14. Oktober in Berlin. Anschließend will sie in Leipzig lesen, im November in Köln und Aachen. Veranstalter der Lesung ist die VVN-BdA Bremen in Kooperation mit den Freunden und Förderenr der Villa Ichon und dem Bremer Friedensforum

Veranstaltung zur Bremer Räterepublik Teil 3

30. September 2018

03. Februar 2019 um 11 Uhr Waller Friedhof, Haupteingang, Gedenkgang zum Mahnmal Zum Vermächtnis der Bremer Sozialistischen Republik sprechen Annette Düring (Vorsitzende DGB Bremen Weser-Ems), Gerrit Brüning (DKP Bremen) und Joachim Griesbaum (MLPD Hamburg) am Mahnmal für ihre Verteidiger. Musikalisch unterstützt wird die Gedenkveranstaltung vom „Roten Krokodil“ und Buchtstraßenchor. Im Anschluss führt der Buchtstraßenchor in der Kulturwerkstatt Westend eine musikalische Vertonung von Peter Weiß‘ „Ästhetik des Widerstands“ auf.
Veranstalter Vorbereitungskreis Veranstaltung zu Ehren der Bremer Räterepublik: Bildungsgemeinschaft SALZ; Bremer Antikapitalistische Linke (BAL); Buchtstraßenchor, Das Rote Krokodil, Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Bezirk Bremen; DGB Bremen-Elbe-Weser; DIE LINKE. Landesverband Bremen; GEW Bremen; IG Bau Region Weser-Ems; IG BCE Bezirk Oldenburg; IG Metall Bremen; Initiative Bremer Montagsdemonstration; Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg; Marxistische Abendschule (MASCH) Bremen; Marxistisch-Leninistische Partei Deutschland (MLPD) Bremen; NGG Region Bremen-Weser-Elbe; Jugendverband REBELL Bremen; Rote Hilfe e.V. Ortsgruppe Bremen; SAV Bremen, ver.di Bezirk Bremen-Nordniedersachsen; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Bremen.

Veranstaltung zur Bremer Räterepublik Teil 2

30. September 2018

10. Januar 2019 um 19:30 Uhr Gewerkschaftshaus, Bahnhofsplatz 18-22, Tivolisaal Veranstaltung Was folgt aus dem Scheitern der Bremer Räterepublik? Der Schauspieler Rolf Becker geht der Frage nach der persönlichen Konsequenz aus dem Scheitern der Bremer Räterepublik nach, wie sie in Peter Weiß‘ „Ästhetik des Widerstands“ aufgeworfen wird. Prof. Dr. Jörg Wollenberg betrachtet einige wichtige Dokumente der Zerschlagung der Bremer Räterepublik und die dafür verantwortlichen Personen, von Noske und Ebert bis Spitta und Roselius. Dr. Karl-Heinz Roth (Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts) beleuchtet die Stellung der Bremer Räterepublik in ihrem mitteleuropäischen und globalen Kontext. Zum Abschluss singt der Buchtstraßenchor einen kurzen Ausschnitt seiner Bearbeitung des Peter Weiß Stücks.

Veranstaltung zur Bremer Räterepublik Teil 1

30. September 2018

Donnerstag, 15. November 2018, um 16 Uhr Zentaurenbrunnen, Leibnizplatz: nach drei kurzen Ausführungen zu Militarisierung, Pflegenotstand und Roten Haus am Buntentor Gedenkgang zur Erinnerung an die Novemberrevolution 1918 über Rotkreuz-Krankenhaus, Brücke, Landesbank

Um 18 Uhr Kundgebung auf dem Marktplatz
Buchtstraßenchor, Über die Auswirkungen der Bremer Räterepublik spricht Cornelia Barth (Landessprecherin der Partei die LINKE). Dr. Ulrich Schneider (Generalsekretär der Fédération Internationale des Résistants FIR) wird ihre Bedeutung im europäischen Kontext grundlegender gesellschaftlicher Veränderungen zum Ende des Ersten Weltkriegs beleuchten.

Falken jagen

6. September 2018

Drei deutsche Geschäftsleute, ein 45-jähriger Landmaschinenfilialleiter, ein 62-jähriger Kfz-Meister und ein 39-jähriger Reiseorganisator werden in Thailand unter ungewöhnlichen Umständen ermordet aufgefunden. Nach ihrer Erschießung wurden sie enthauptet und aufgeschlitzt. Beigefügt hatte der Mörder jedes Mal eine in griechischer Handschrift verfasste Epistel mit Bezug auf Ereignisse Ende des 17. Jahrhunderts in Thailand. Unterschrieben sind diese Briefe mit „der Falke“, was auf ein mythisches griechisches Wesen hindeutet. Die Umstände der Morde rufen den Auftragsmörder Farang auf den Plan, der von der Geschäftsfrau „Imelda“ Watana beauftragt wird, den Falken aufzuspüren und zu töten. Der Sohn einer Thai und eines Deutschen hatte schon für ihren Vater, seinen Mentor, den „General“ gearbeitet. Hintergrundinformationen zu den Morden hat Imeldas Bruder beschafft, der um seine Stellung im Polizeidienst bangt, sollten die Fälle nicht rasch aufgeklärt werden. Farang setzt sich mit seinen Partnern Tony Royana, einem Reporter, und Bobby Quinn, einer ehemaligen „Tunnelratte“ der US-Marines, in Verbindung.

Auslöser für die Nachforschungen Farangs ist der Mord an einem Griechen, Ioannis Karpathakis. Eine Spur führt zu Walfried Lahnstein, einem 66-jährigen früheren Bundeswehrsoldaten, der in Südthailand lebt. Farang erfährt durch die Konsulatsbeamtin Thea Tsavakis von drei weiteren Falken-Morden an Deutschen auf den Dodekanes, Inseln im Südosten Griechenlands. Die Opfer wurden erschossen und anschließend erhängt. Das Mordmotiv liegt irgendwo in der deutschen Besatzungszeit 1943/44. Kam Karpathakis dem Täter zu nahe? Welche Spur führt von Griechenland nach Thailand? Den Mord an Lahnstein kann Farang nicht verhindern., er findet ihn erschossen am Strand und begegnet für einen kurzen Augenblick seinem Mörder. Der Falke ist ihm knapp entkommen. Lahnstein stand in Kontakt mit einem Alois Kesselschmied auf Leros. Beider Väter waren während Ende des Zweiten Weltkriegs als Gebirgsjäger auf den Dodekanes. Sollte Farang der Spur der Briefe folgen? Ist Kesselschmied das nächste Opfer des Falken? Was steckt hinter den Morden? Die Toten sind nach dem Krieg geboren, die Tötungsrituale archaisch. Es dauert einige Zeit, bis man den Faden erfasst. Eine verwirrende Menge an Einzelheiten lässt nur langsam erahnen, wohin die Geschichte zielt. Im hinteren Teil wächst die Spannung und auch die Identifikation mit Farang.

D.B. Blettenberg, Falken jagen, Pendragon Verlag Bielefeld 2018, 384. S., 18.- Euro, ISBN 978-3-86532-620-1

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