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  • Solidaritätsbekundung – VVN/BdA Wir Jusos Land Bremen zeigen uns solidarisch mit der VVN/BdA in Bremen und bundesweit, deren Arbeit nun durch die Entscheidung der Berliner Finanzbehörde erheblich erschwert wird. Während bundesweit Faschist*innen und Rechtsradikale in Parlamente einziehen und von dort ihre menschenfeindliche Hetze verbreiten, wird antifaschistische Arbeit vom Staat -aus mehr als fragwürdigen Gründen - erschwert und behindert. Als einer der ältesten antifaschistischen Verbände der BRD verdient die VVN/BdA Anerkennung und Unterstützung für ihre Arbeit!Rechtsradikale in Deutschland verbreiten Hass, erstellen Todeslisten und morden; derBayerische Verfassungsschutz hat jedoch nichts besseres zu tun, als gegen Menschen vorzugehen, die genau gegen dies kämpfen. Stattdessen werden genau solche rechtsradikale Netzwerke, wie bspw. “Uniter” weiterhin geduldet und sogar als gemeinnützig anerkannt. Dass die Berliner Finanzbehörde nun der Auffassung des Bayerischen Verfassungsschutz gefolgt ist, macht uns wütend! Wir finden dieses Verhalten eine Schande und bezeichnend für den Umgang des deutschen Staates mit linken Organisationen. Die Entscheidung der Berliner Finanzbehörden muss unverzüglich rückgängig gemacht werden, das gilt natürlich auch für die geforderten Nachzahlungen! Von den Bremischen Finanzbehörden erwarten wir, dass sie auch weiterhin die VVN/BdA als gemeinnützig anerkennen.Der Kampf gegen den Faschismus ist ein Aufgabe, die uns alle angeht. Wir stehen deshalb solidarisch an der Seite der VVN/BdA
  • Bremer SPD Vorsitzende Sascha Aulepp tritt aus Solidarität in die VVN-BdA Bremen ein 29. November 2019 Solidarität mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschist*innen. Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit des Bundesverbands der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschist*innen“ (VVN-BdA) stößt bei der Bremer SPD-Landesvorsitzenden Sascha Karolin Aulepp auf tiefes Unverständnis und scharfe Kritik. Aulepp erklärte: „Antifaschistische Arbeit und die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands sind angesichts des Erstarkens völkischer und hetzerischer Parteien und des zunehmenden faschistischen Terrorismus wichtiger denn je. Diese Arbeit verdient unsere volle Anerkennung und Unterstützung! Die Entscheidung des Berliner Finanzamts, der VVN-BdA die Gemeinnützigkeit abzusprechen, halte ich für falsch. Dadurch wird das Engagement gegen Faschisten und Rechtsradikale geschwächt. Die VVN-BdA genießt deswegen meine volle Solidarität. Als Ausdruck dieser Solidarität bin ich heute Mitglied geworden.Die von Überlebenden deutscher Konzentrationslager gegründete VVN-BdA ist einer der ältesten antifaschistischen Verbände der BRD. Der Verband ist über mehrere Generationen hinweg dafür eingetreten, die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Ich freue mich, dass die bremische Finanzbehörde die Gemeinnützigkeit des Landesverbandes Bremen der VVN-BdA anerkannt hat. Organisationen wie VVN-BdA, Attac oder Campact leisten durch ihr selbstloses Einstehen für die Demokratie, gegen Ausgrenzung und für Solidarität einen wichtigen Beitrag zur politischen Meinungsbildung und zum demokratischen Gemeinwohl in Deutschland. Sie sind deshalb gemeinnützig, und zwar in Bayern und Berlin genauso wie in Bremen! Ich erwarte von Olaf Scholz, mit der Vorlage eines entsprechenden Gesetzes diesbezüglich Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen.
  • VVN BdA nun auch von Entzug der Gemeinnützigkeit betroffen – Gemeinnützigkeitsrecht muss erweitert und modernisiert werden Der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN/BdA) die Gemeinnützigkeit entzogen. In den Monaten zuvor waren die Vereine Attac und Campact von dieser Entscheidung betroffen. Als Begründung wird in all diesen Fällen die zu starke politische Positionierung der jeweiligen Vereine angeführt, die mit der aktuellen Abgabenordnung nicht vereinbar sei. Potenziell sind unzählige weitere Vereine von ähnlichen Entscheidungen bedroht. Wenn Vereinen die Gemeinnützigkeit entzogen wurde, können private Spenden nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden. Die rot-grün-rote Koalition hat einen Antrag in die Bürgerschaft eingereicht, um das Gemeinnützigkeitsrecht zu modernisieren und zu erweitern. Klaus-Rainer Rupp, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, begründet den Antrag: „Es ist schon auffällig, dass in einer Zeit des Rechtsrucks zivilgesellschaftlichen Vereinen, die sich beispielsweise für Klimaschutz, Steuergerechtigkeit, Frieden, Gleichstellung oder Völkerverständigung einsetzen, die Gemeinnützigkeit entzogen wird. Gleichzeitig sind Spenden für viele andere Vereine, oder auch Parteien weiterhin steuerlich absetzbar. Die derzeitige Regelung derGemeinnützigkeit ist widersprüchlich und völlig absurd. Um diese Benachteiligung von zivilgesellschaftlichen Vereinen zu beenden, muss die Abgabenordnung dringend um einen Passus zur Förderung zivilgesellschaftlichen und demokratischen Engagements erweitert werden. Wenn Menschen Vereinen Geld spenden, die sich für Demokratie, Klimaschutz, zivile Konfliktlösung undsoziale Gerechtigkeit engagieren, müssen auch diese dieselben Steuervorteile erhalten, wie bei Spenden für andere Vereine.“Den Antrag „Zivilgesellschaftliches Engagement fördern: Gemeinnützigkeitsrecht modernisieren und erweitern“ der Fraktionen DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der SPD finden Sie hier.
  • Ansprache auf dem Bremer Marktplatz zum Gedenken an die November Revolution Anfang November 1918 war Deutschland friedensbereit. Die Kieler Matrosen wehrten sich gegen ein erneutes, sinnloses Auslaufen der Flotte. Die revolutionäre Welle erfasste ganz Norddeutschland. Die Unabhängigen Sozialdemokraten forderten einen unverzüglichen Waffenstillstand und die Aufhebung des Belagerungszustandes. Auch in Bremen wurde am 06. 11. ein Soldatenrat gegründet. Ausgehend von der AG Weser in Gröpelingen und weiteren Großbetrieben schlossen sich Arbeiter- und Soldatenrat drei Tage später zusammen. Adam Frasunkiewicz verkündete dies vom Balkon des Rathauses. Ein Arbeitsausschuss wurde gebildet. Im gehörten Unabhängige Sozialdemokraten und Bremer Linksradikale an. Nach vier Jahren Materialschlacht, Hunger, Arbeit bis zur Erschöpfung sehnten sich die Menschen nach Frieden. Die Briefe der sozialdemokratischen Arbeiterfamilie Pöland belegt das sehr deutlich. Tausende Bremer Proletarier waren in den Kriegsjahren 1916, 1917, 1918 aus den Betrieben und Wohnquartieren zum Rathaus gezogen, forderten das Ende von Krieg und Hunger, und die Freilassung der politischen Gefangenen, allen voran Karl Liebknechts. Sie brauchten Arbeit, die Versorgung war zu regeln, vor allem auch die der Hinterbliebenen. Ende Dezember 1918 kamen die Soldaten zurück von der Front, immer noch erfüllt von den Durchhalteparolen. Ihnen mussten die Waffen aus der Hand genommen werden, damit sie nicht von ihren Offizieren gegen die Revolution gerichtet werden konnten. Vor dem Arbeiter- und Soldatenrat stand eine Fülle an Aufgaben, die Erwerbslosenfürsorge musste sichergestellt werden, die Bewaffnung der Arbeiterschaft bildete den Hauptstreitpunkt zwischen Arbeitern und Soldaten. Die Verwaltung blieb unverändert bestehen. Erst am 10. Januar 1919 übernahm der Arbeiter- und Soldatenrat die unmittelbare Kontrolle. Die Spitzen der Verwaltung wurden abgesetzt, gesetzgebende und ausführende Gewalt in eine Hand genommen. Die Banken sperrten darauf die Gehaltsauszahlungen für die öffentlichen Bediensteten. Der Sozialistischen Republik Bremen wurde die Luft abgedreht. Die Abhaltung allgemeiner Wahlen wurde nun nicht mehr ausgeschlossen. Das Bürgertum versuchte sich nach Zurückdrängung von der politischen Macht mit einem Bürgerausschuss wieder Geltung zu verschaffen. Die Handelsverbindungen zu England spielten dabei eine entscheidende Rolle, vor allem wegen der Lebensmittelversorgung. Sie drangen im Verbund mit der MSPD auf allgemeine Wahlen zu einer bremischen Nationalversammlung. Gleichzeitig schickte die Handelskammer ihren Präses Ludwig Roselius nach Berlin, um von Ebert und Noske die Wiederherstellung der alten Zustände einzufordern. 350 Bürgersöhne stellten sich unter dem Kommando Major Casparis als Freikorps der von Berlin entsandten Division Gerstenberg zur Seite. Noske ordnete den militärischen Einsatz gegen Bremen an. Trotz Verdener Abkommens zwischen den Gerstenbergern und den Arbeiter- und Soldatenräten Norddeutschlands am 02. Februar, trotz Bereitschaft, die Räterepublik aufzulösen und die Waffen gegen eine Zusicherung, nicht einzumarschieren, den norddeutschen Soldatenräten abzuliefern, stellte Noske die ultimative Forderung die Waffen unverzüglich der Division Gerstenberg auszuhändigen und ordnete den militärischen Einmarsch an. Die Bilanz waren 78 Tote, darunter dreißig Verteidiger. Das Standrecht wurde verhängt, die Gerstenberger besetzten die AG Weser. Durch eine Arbeitsniederlegung wurde nach kurzer Zeit ihr Abzug erzwungen. Ein allgemeiner Streik am 18./19. Februar erreichte die Freilassung der inhaftierten Arbeiter. Nur drei Wochen bestand die Bremer Sozialistische Republik, vorausgegangen waren zwei Monate Doppelherrschaft. Bremer Arbeiterinnen und Arbeiter wurden erstmals handelndes Subjekt. Die Kontrolle der Großbetriebe beschränkte sich in den folgenden Jahren auf Mitsprache der Betriebsräte in Fragen der Arbeitsbedingungen. Dem Ausschuss für das Fabrikwesen war es um mehr gegangen. Die Demobilisierten sollten ihre alten Arbeitsstellen wieder erhalten, vor einer Entlassung sollten sie Sicherheit erhalten, eine neue Stelle antreten zu können. Die Tarifverträge sollten in Kraft bleiben. Zu Beginn der Revolution forderten die entschlosseneren Teile der Arbeiterbewegung die Nationalisierung des gesamten Bankkapitals, der Bergwerke und Hütten, der volkswirtschaftlich wichtigen Großbetriebe, des Groß- und Mittelgrundbesitzes. Wäre es gelungen, nicht alleine in dem recht isolierten Bremen, sondern im Verbund mit zur gleichen Zeit bestehenden Räten in Petersburg und Moskau, Budapest, Turin, München und Braunschweig, so wären Vorbereitungen auf einen erneuten Weltkrieg gar nicht erst möglich gewesen. Die Ausrufung der Sozialistischen Republik Bremen war ein konsequenter Schritt. Die Solidaritätserklärung gegenüber dem Kampf ums Zeitungsviertel in Berlin legt nahe, dass ihre Ausrufung im Rahmen einer Weiterführung der Novemberrevolution lag. Was ist von der Rätebewegung geblieben? Was ist nutzbar zu machen in der heutigen Situation? Die zentrale Frage zum Ende des Großen Krieges war die Forderung nach Frieden. Wir erleben heute, dass die jahrzehntelangen Bemühungen um Abrüstung und Entspannung gefährdet ist, dass im Kalten Krieg geschlossene Verträge aufgekündigt werden, eine neue Form der Kanonenbootpolitik mit sehr viel gefährlicheren Massenvernichtungsmitteln betrieben wird, die das Säbelrasseln zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Schatten stellt. Wir erleben eine weltweite veränderte Wirtschaftslage, die Auflösung traditioneller Lebens- und Arbeitsformen. Heute geht es um die Existenz der Menschheit am Rande einer Klimakatastrophe, die von Menschen gemacht und von Profitgier gesteuert ist. Heute geht es um die Gefahr eines weltweiten Nuklearkrieges, wo doch Atomsprengköpfe im Südwesten Deutschlands gelagert sind. Die Frage der Rüstungskonversion ist angesichts geschrumpfter Belegschaften in den heute weltweit agierenden Großbetrieben weitgehend verstummt. Die Friedensbewegung hat totz einer wachsenden Kriegsgefahr erheblich an Zuspruch verloren. Entscheidungen scheinen angesichts zunehmender Fusionierung global agierender Rüstungsunternehmen mehr und mehr dem Zugriff der Belegschaften entzogen. Mitbestimmungsrechte werden mit dem Ausgliedern der Belegschaften für große Teile der ArbeitnehmerInnen hinfällig. Heute geht es um die wirtschaftliche und berufliche Existenz von Millionen Jugendlichen weltweit, die ihr Recht auf Zukunft, ihr Recht auf Leben einfordern. Das Gefühl abgehängt zu sein hat große Teile des Mittelstands ergriffen. Es greift weit bis in die arbeitende Bevölkerung hinein. Gewerkschaften kümmern sich bei weitem zu wenig um die Ausgegliederten und Abgehängten. Gewerkschaftliche Bildungsarbeit ist seit Jahrzehnten zu Recht bemüht, Grundlagen für bessere berufliche Qualifizierung zu schaffen. Grundlegende Fragen der Spaltung der Gesellschaft, das Verhältnis von Kapital und Arbeit, die Frage des Mehrwerts, Arbeitswerttheorien werden stiefmütterlich zur Seite geschoben. Das gesellschaftliche Bewusstsein der Notwendigkeit einer grundlegenden Veränderung der Gesellschaft wird zugunsten einer verstärkten Beteiligung am Bestehenden aufgegeben. Es is unumgänglich, den rückwärtsgewandten dumpfen völkischen Geist offensiv zurückzuweisen. Politischer Mord galt damals wie heute denen, die grundlegende Veränderungen der Gesellschaft anstrebten. Waren es Anfang der Zwanziger Jahre die Freikorps, die selbst politische Gegner im Bürgertum als sogenannte Erfüllungspolitiker hingerichtet haben, so sehen wir heute erneut Angriffe auf Personen, die dem völkischen Geist nicht entsprechen oder sich rückwärtsgewandtem Handeln entgegenstellen. Anschläge auf Politiker sind längst nicht mehr nur verbal. Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten, die Messerattacke gegen Kölns Oberbürgermeisterin, erschüttern den bisherigen Konsens in der politischen Auseinandersetzung. Waffenfunde bei bekannten Rechten, rechte Netzwerke bei KSK und Polizei, die Vertuschung des Umfangs an Wissen der bundesdeutschen Geheimdienste an an der Entwicklung terroristischer Netzwerke sind ein Warnsignal einer Veränderung Herrschaftsausübung. Warnsignale, dass eine Bedrohung unserer Verfassungsstruktur denkbar wird, dass das Trennungsgebot von Geheimdienst und Polizei,Militär und Polizei unabdingbar ist. In Teilen Europas wird sogar daran gearbeitet, die Unabhängigkeit der Justiz staatlichem Handeln unterzuordnen. „Der Feind steht rechts“, diese Aussage von Joseph Hermann Wirth gilt heute mehr denn je. Raimund Gaebelein Ansprache am 16.11.19 auf dem Bremer Marktplatz
  • Weltanschaulicher Vernichtungskrieg Überaus aufschlussreich war der Vortrag von Reiner Zilkenat am 24. September in der Villa Ichon. Im Rahmen der MASCH Bremen sprach er vor 30 aufmerksamen Zuhörerinnen zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Mit aktuellen wie aufschlussreichen Dokumenten und Zitaten Beteiligter und Wissenschaftlern zeichnete er die Entwicklung des letzten Dreivierteljahres vor Kriegsbeginn nach... Der deutschen Wehrmacht war daran gelegen, einen Zweifrontenkrieg zu vermeiden. Daher liefen monatelang intensive diplomatische Bemühungen zur Beschwichtigung Englands und Frankreichs, die Polen frühzeitig Garantieerklärungen für sein Recht auf Existenz, nicht aber seinen vollumfänglichen Bestand gaben. Das bot Hitler eine Möglichkeit, dieselbe Taktik wie Monate zuvor in der Tschechoslowakei anzuwenden. ... Angriffspläne gegen Polen lagen längst in den Schubladen, der Fall Weiß. Die Appeasementpolitiker Chamberlain und Daladier waren nur zu gerne bereit, dieselbe Nachgiebigkeit wie gegenüber der Tschechoslowakei walten zu lassen. ...die Sowjetunion hätte im Herbst 1939 einen deutschen Angriff auf die Ukraine nicht aufhalten können. Die Führung der Roten Armee war geschwächt durch die stalinistischen Säuberungen 1936/38, die Schwerindustrie war im europäischen Teil des Landes und noch nicht in den Ural verlagert, die Industrialisierung noch nicht so weit fortgeschritten wie wenige Jahre später. So boten die Verhandlungen zwischen Molotow und Ribbentrop nach dem Scheitern diplomatischer Bemühungen um ein Dreierbündnis mit England und Frankreich zur Sicherung des Bestands Polens eine Atempause vor einem frühzeitigen Angriff... Auszug BAF 12.2019/01.2020
  • In memoriam Harry Callan Harry Callan, unser Freund und Schulpate im Projekt „Schule ohne Rassismus“, Namensgeber unseres seit 2005 alljährlich am 26. April stattfindenden „Harry-Callan-Laufes“ am Denkort Bunker Valentin ist am Dienstag, den 24. September 2019 im Alter von 95 Jahren in Lusk, County Dublin gestorben. Am 19.11.2019 wäre er 96 Jahre alt geworden. Harry wurde von den Nazis von 1943 bis 1945 zur Arbeit am Bunker Valentin in Bremen Farge gezwungen. Er war einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen des Bunkerbaus, den er als junger Mann von Anfang an miterlebte und am dem er fast zugrunde gegangen wäre... Im März 1945 wurde Harry mit den anderen überlebenden irischen Seeleuten zurück nach Westertimke gebracht, wo er schließlich von britischen Truppen befreit wurde. Zurück in seiner Heimat musste er sich von seinen Krankheiten und der Unterernährung erholen. Sechs Monate konnte er nicht richtig sehen und erst nach einem Jahr wieder zur Arbeit gehen. Fortan schwieg er über die schlimmen Erlebnisse, die er während des Zweiten Weltkrieges in Farge gemacht hatte. Trotz seiner Alpträume, von denen seine Frau und Kinder berichteten, teilte er sich nicht mit und vergrub seine traumatischen Erfahrungen tief... Ich war beeindruckt von seiner Persönlichkeit, seinem Charme, der trotz der schlimmen Erlebnisse stets durchkam, und von seiner Offenheit unseren Schülern und Schülerinnen gegenüber. Er berichtete ihnen und auch den KollegInnen, den FreundInnen der engagierten lokalen Geschichtsvereine und der Lokalpresse von seiner Leidenszeit, aber auch davon, wie es ihn gerettet hatte, dass der damalige Lagerarzt Dr. Heidbreder ihm nach einer schweren Krankheit erlaubte, fortan in seinem Garten zu arbeiten. Die Fragen der Schüler und Schülerinnen meiner Geschichtskurse beantwortete er unumwunden und offen. Wir alle waren bewegt von ihm! ...Besonders empfehlenswert ist Michèle Callans homepage für ihr Buch Forgotten Hero of Bunker Valentin. Hier kann man vieles über Harrys Leben entdecken: Auszug BAF 12.2019/01.2020
  • Lucke lahmlegen! Am 16.10.2019 sollte der Mitbegründer der AfD, Lucke, nach erfolgloser politischer Karriere, seine Professur an der Hamburger Uni wieder aufnehmen. Der Asta rief zu einer Demonstration gegen den Wiedereintritt Luckes auf. Auch die Hamburger OMAS GEGEN RECHTS waren mit Unterstützung aus Bremen, Stade, Berlin und Paderborn vor Ort, um die Studierenden bei ihrer Aktion zu unterstützen. Mit Redebeiträgen des Asta und OMAS wurde vor der Uni auf die Vergangenheit Luckes hingewiesen und dass es ein Unding ist, dass er wieder dort lehren darf. Danach sangen wir zusammen das OMA-Lied... Nach einer Stunde wurde Lucke an seinem Pult von Transparenten der Antifa verdeckt und nachdem er eine Studentin von ihrem Platz vertrieben hatte, zog er es vor sich ins Auditorium zu setzen. Die OMAS standen zu diesem Zeitpunkt mit ihrem Transparent schon auf dem Tisch neben Luckes Pult. Die Protestrufe gingen die ganze Vorlesungszeit über weiter und wurden auch nicht leiser... Die verbleibenden OMAS stimmten dann ihr „Wehrt euch“-Lied an, erst sangen sie allein, aber nach der ersten Strophe erhoben sie die Studierenden klatschend und sangen mit. Tja, wir OMAS sind zwar „Alt aber nicht stumm“. Vor der Uni hatte sich in der Zwischenzeit die Polizeipräsenz von zwei Polizisten zu Beginn der Veranstaltung auf vier Mannschaftsbusse erhöht. Die Polizisten waren nicht älter als die Studenten, es hatte somit den Anschein, als würde dieser Einsatz als Übung für angehende Polizeibeamte genutzt. Sie räumten den Saal nicht, wie erst vermutet, sondern geleiteten Lucke nur an einem Seitenausgang zu seinem Auto. Der Protest mit den jungen StudentInnen war für mich eine neu, aber tolle Erfahrung, gut organisiert und vor allen Dingen friedlich. Die anschließende Berichterstattung in den Medien war allerdings erschreckend pro Lucke, er wurde doch sehr als Opfer dargestellt. Auch das Verhalten der Universität, mit der Androhung der Strafanzeige gegen Unbekannt, ist kaum nachvollziehbar. Warten wir es einfach mal ab. Den Tag ließen wir dann bei einer gemütlichen Kaffeerunde im Unicafé ausklingen. Auszug BAF12.1019/01.2020
  • Lesung: Monika Salzer aus ihrem Buch "OMAS GEGEN RECHTS" Am 19.10.2019 um 19:00 Uhr liest Monika Salzer im Forum Kirche in der Hollerallee 75 aus ihrem Buch "OMAS GEGEN RECHTS"
  • Solidaritätsbasar Freitag, den 29.11.19 Solidaritätsbasar ab 18 Uhr in der Zionsgemeinde, Kornstraße
  • 100 Jahre Bremer Volkshochschule Dienstag, den 19.11.19, um 19:30 Uhr in der Villa Ichon, Goetheplatz 4, Prof. Dr. Jörg Wollenberg, 100 Jahre Bremer Volkshochschule – Von der „Pflege heimischen Volkstums (1919) zur verspäteten „Wiedergutmachung“ im Bamberger. Mit Richard von Hoff eroberte 1919 der „völkische Geist“ die die Bremer Volkshochschule zur „Abwehr jüdisch-marxistischer Zersetzung“. Der erste Leiter der Bremer VHS verfolgte das Ziel, am „Wiederaufbau des Vaterlandes“ mitzuarbeiten und der Gefahr zu begegnen, als Volk „Kulturdünger für fremde Völker“ zu werden. „Rassenfragen, Vererbungsprobleme und familiengeschichtliche Forschungen“ standen so von 1919 bis 1945 im Mittelpunkt des Volkshochschulprogramms in einer Stadt, in der Kaufmannschaft und Arbeiterbewegung die Kultur und Politik lange bestimmt hatten. Im Gegensatz zu anderen großstädtischen Volkshochschulen konnten die neuen Machthaber 1933 auf Entlassungen und Namensänderungen verzichten, nicht einmal eine Selbstgleichschaltung war vonnöten. Richard von Hoff wurde im März 1933 zum Senator für das Bildungswesen ernannt und stieg zum SS-Oberführer und Hauptschulungsleiter für Rassenfragen auf. Der Neuanfang der Bremer VHS nach 1945 gelang nur unzulänglich. Erst 1954 kam es zum inhaltlichen Kurswechsel mit Hilfe eines Emigranten. Aber auch der Weg der umsteuerung von Fritz Borinski, von seinen Nachfolgern Günter Schulz und vor allem von Karl Heinz Schloesser intensiviert, stießauf Schwierigkeiten – mit Folgen bis heute – trotz aller Frauen-Power. Veranstaltung der MASCH Bremen