Wolfgang Hiehn: Über Emmanuel Levinas, Reihe „Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz“

3. März 2024

Reihe Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz – Jüdische Intellektuelle der 1920er und 1930er Jahre für die Befreiung des Menschen aus Ausbeutung und Unterdrückung – von den Nazis ermordet, vertrieben oder vergessen gemacht

Emanuel Levinas, in Litauen geboren, ging bereits in den 1920er Jahren zum Studium der Philosophie nach Frankreich. Seine gesamte litauische Familie fiel der deutschen Ausrottungspolitik zum Opfer. Levinas geriet als französischer Soldat 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft und entwickelte nach dem Krieg eine große Philosophie der Verantwortung. Es wird eine Passage aus seiner späteren Vorlesung „Ethik als Erste Philosophie“ zitiert.

 

Der Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler Wolfgang Hien beschäftigte sich im Lauf seiner Forschungsarbeiten zur Sozialgeschichte der Industriearbeit in Deutschland und Österreich von der Hochindustrialisierung bis heute intensiv mit der „Zeit“, dem Zeitgeist, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte und zu der Katastrophe das Nationalsozialismus führte. Es enthüllte sich die Kontinuität eines durchweg brutalen Sozialdarwinismus (der im heutigen Neoliberalismus wieder auf- und fortlebt). Das Leid der arbeitenden Massen, die Thematisierung von Leid und Leiden überhaupt, war und ist verpönt.

Er hat nach „Gegenstimmen“ gesucht, nach Stimmen, die die andere Seite des Fortschritts in den Blick nahmen und fand fast durchweg Stimmen jüdischer Intellektueller. Genau dies scheint ihm zugleich ein Grund für den seit etwa 1870 stetig wachsenden Antisemitismus zu sein. Humanität war in den Augen der Elite der Gegenpol zur Härte und Stärke, die man sich für das „Deutschtum“ wünschte. Es galt, die „Humanitätspropaganda der Juden“ zu bekämpfen und auszumerzen (vgl. Hermann Glaser: Bildungsbürgertum und Nationalismus, München 1993).

Im Verlauf der Vortragsreihe zwischen März und November 2024 stellt Hien sechs jüdische Intellektuelle vor, die ihm als Vertreter*innen von Humanität, Menschenwürde und „Verantwortung von anderen her“ (Levinas) begegneten: Ludwig Teleky / Käthe Leichter / Simone Weil / Edith Stein / Primo Levi / Emmanuel Levinas.

Wolfgang Hiehn: Über Primo Levi, Reihe „Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz“

3. März 2024

Reihe Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz – Jüdische Intellektuelle der 1920er und 1930er Jahre für die Befreiung des Menschen aus Ausbeutung und Unterdrückung – von den Nazis ermordet, vertrieben oder vergessen gemacht

Primo Levi, Mitglied der Resistenzia, kam als junger Chemiker nach Auschwitz und dort in die Chemiefabrik der I.G. Farbenindustrie. Er hat überlebt und konnte durch seine Zeugenschaft dazu beitragen, ein genaueres Bild des deutschen Faschismus in seiner von der Großindustrie geprägten soziomentalen Struktur zu zeichnen. Zitiert wird aus seinem letzten Werk: „Die Untergegangenen und Geretteten“.

 

Der Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler Wolfgang Hien beschäftigte sich im Lauf seiner Forschungsarbeiten zur Sozialgeschichte der Industriearbeit in Deutschland und Österreich von der Hochindustrialisierung bis heute intensiv mit der „Zeit“, dem Zeitgeist, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte und zu der Katastrophe das Nationalsozialismus führte. Es enthüllte sich die Kontinuität eines durchweg brutalen Sozialdarwinismus (der im heutigen Neoliberalismus wieder auf- und fortlebt). Das Leid der arbeitenden Massen, die Thematisierung von Leid und Leiden überhaupt, war und ist verpönt.

Er hat nach „Gegenstimmen“ gesucht, nach Stimmen, die die andere Seite des Fortschritts in den Blick nahmen und fand fast durchweg Stimmen jüdischer Intellektueller. Genau dies scheint ihm zugleich ein Grund für den seit etwa 1870 stetig wachsenden Antisemitismus zu sein. Humanität war in den Augen der Elite der Gegenpol zur Härte und Stärke, die man sich für das „Deutschtum“ wünschte. Es galt, die „Humanitätspropaganda der Juden“ zu bekämpfen und auszumerzen (vgl. Hermann Glaser: Bildungsbürgertum und Nationalismus, München 1993).

Im Verlauf der Vortragsreihe zwischen März und November 2024 stellt Hien sechs jüdische Intellektuelle vor, die ihm als Vertreter*innen von Humanität, Menschenwürde und „Verantwortung von anderen her“ (Levinas) begegneten: Ludwig Teleky / Käthe Leichter / Simone Weil / Edith Stein / Primo Levi / Emmanuel Levinas.

Wolfgang Hiehn: Über Edith Stein, Reihe „Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz“

3. März 2024

Reihe Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz – Jüdische Intellektuelle der 1920er und 1930er Jahre für die Befreiung des Menschen aus Ausbeutung und Unterdrückung – von den Nazis ermordet, vertrieben oder vergessen gemacht.

Edith Stein, Philosophin und moderne Mystikerin, gehört zu den bedeutsamsten Frauenrechtlerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Schicksal ist von einer besonderen Tragik: Sie wurde in einem niederländischen Kloster der Karmeliterinnen von den Nazis aufgespürt und 1944 in Auschwitz ermordet. Edith Stein entwickelte eine Leibphilosophie, die an einer Vorstellung von „Seele“ festhält. Es wird aus ihrer Studie „Zum Problem der Einfühlung“ zitiert.

 

Der Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler Wolfgang Hien beschäftigte sich im Lauf seiner Forschungsarbeiten zur Sozialgeschichte der Industriearbeit in Deutschland und Österreich von der Hochindustrialisierung bis heute intensiv mit der „Zeit“, dem Zeitgeist, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte und zu der Katastrophe das Nationalsozialismus führte. Es enthüllte sich die Kontinuität eines durchweg brutalen Sozialdarwinismus (der im heutigen Neoliberalismus wieder auf- und fortlebt). Das Leid der arbeitenden Massen, die Thematisierung von Leid und Leiden überhaupt, war und ist verpönt.

Er hat nach „Gegenstimmen“ gesucht, nach Stimmen, die die andere Seite des Fortschritts in den Blick nahmen und fand fast durchweg Stimmen jüdischer Intellektueller. Genau dies scheint ihm zugleich ein Grund für den seit etwa 1870 stetig wachsenden Antisemitismus zu sein. Humanität war in den Augen der Elite der Gegenpol zur Härte und Stärke, die man sich für das „Deutschtum“ wünschte. Es galt, die „Humanitätspropaganda der Juden“ zu bekämpfen und auszumerzen (vgl. Hermann Glaser: Bildungsbürgertum und Nationalismus, München 1993).

Im Verlauf der Vortragsreihe zwischen März und November 2024 stellt Hien sechs jüdische Intellektuelle vor, die ihm als Vertreter*innen von Humanität, Menschenwürde und „Verantwortung von anderen her“ (Levinas) begegneten: Ludwig Teleky / Käthe Leichter / Simone Weil / Edith Stein / Primo Levi / Emmanuel Levinas.

 

Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.

Wolfgang Hiehn: Über Simone Weil, Reihe „Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz“

3. März 2024

Reihe Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz – Jüdische Intellektuelle der 1920er und 1930er Jahre für die Befreiung des Menschen aus Ausbeutung und Unterdrückung – von den Nazis ermordet, vertrieben oder vergessen gemacht

Simone Weil, eine französische Philosophin, verbrachte ein Jahr ihres Lebens am Fließband der Renault-Werke. Ihre Erfahrungen  verarbeitete sie zu einem Programm der Humanisierung des Arbeitslebens. Simone Weil war in der Resistance gegen die Nazis aktiv und verstarb 1943 an Entkräftung. Es werden Passagen aus ihren Texten „Erfahrungen aus dem Fabrikalltag“ und „Grundbedingungen einer nicht servilen Arbeit“ zitiert.

 

Der Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler Wolfgang Hien beschäftigte sich im Lauf seiner Forschungsarbeiten zur Sozialgeschichte der Industriearbeit in Deutschland und Österreich von der Hochindustrialisierung bis heute intensiv mit der „Zeit“, dem Zeitgeist, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte und zu der Katastrophe das Nationalsozialismus führte. Es enthüllte sich die Kontinuität eines durchweg brutalen Sozialdarwinismus (der im heutigen Neoliberalismus wieder auf- und fortlebt). Das Leid der arbeitenden Massen, die Thematisierung von Leid und Leiden überhaupt, war und ist verpönt.

Er hat nach „Gegenstimmen“ gesucht, nach Stimmen, die die andere Seite des Fortschritts in den Blick nahmen und fand fast durchweg Stimmen jüdischer Intellektueller. Genau dies scheint ihm zugleich ein Grund für den seit etwa 1870 stetig wachsenden Antisemitismus zu sein. Humanität war in den Augen der Elite der Gegenpol zur Härte und Stärke, die man sich für das „Deutschtum“ wünschte. Es galt, die „Humanitätspropaganda der Juden“ zu bekämpfen und auszumerzen (vgl. Hermann Glaser: Bildungsbürgertum und Nationalismus, München 1993).

Im Verlauf der Vortragsreihe zwischen März und November 2024 stellt Hien sechs jüdische Intellektuelle vor, die ihm als Vertreter*innen von Humanität, Menschenwürde und „Verantwortung von anderen her“ (Levinas) begegneten: Ludwig Teleky / Käthe Leichter / Simone Weil / Edith Stein / Primo Levi / Emmanuel Levinas.

 

Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.

Wolfgang Hien: Über Käthe Leichter, Reihe „Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz“

3. März 2024

Reihe Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz – Jüdische Intellektuelle der 1920er und 1930er Jahre für die Befreiung des Menschen aus Ausbeutung und Unterdrückung – von den Nazis ermordet, vertrieben oder vergessen gemacht

Käthe Leichter, Wienerin, Pazifistin, Sozialistin, gehört zu den großen Kämpferinnen für die Befreiung der Arbeiterinnen aus Elend und Abhängigkeit. Sie arbeitete aktiv im Widerstand gegen die Austrofaschisten und die Nazis. Sie wurde verraten, kam ins KZ Ravensbrück und wurde 1942 von den Nazis ermordet. Es wird eine längere Passage aus ihren in der Haft geschriebenen und aus dem KZ herausgeschmuggelten Lebenserinnerungen zitiert.

Der Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler Wolfgang Hien beschäftigte sich im Lauf seiner Forschungsarbeiten zur Sozialgeschichte der Industriearbeit in Deutschland und Österreich von der Hochindustrialisierung bis heute intensiv mit der „Zeit“, dem Zeitgeist, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte und zu der Katastrophe das Nationalsozialismus führte. Es enthüllte sich die Kontinuität eines durchweg brutalen Sozialdarwinismus (der im heutigen Neoliberalismus wieder auf- und fortlebt). Das Leid der arbeitenden Massen, die Thematisierung von Leid und Leiden überhaupt, war und ist verpönt.

Er hat nach „Gegenstimmen“ gesucht, nach Stimmen, die die andere Seite des Fortschritts in den Blick nahmen und fand fast durchweg Stimmen jüdischer Intellektueller. Genau dies scheint ihm zugleich ein Grund für den seit etwa 1870 stetig wachsenden Antisemitismus zu sein. Humanität war in den Augen der Elite der Gegenpol zur Härte und Stärke, die man sich für das „Deutschtum“ wünschte. Es galt, die „Humanitätspropaganda der Juden“ zu bekämpfen und auszumerzen (vgl. Hermann Glaser: Bildungsbürgertum und Nationalismus, München 1993).

Im Verlauf der Vortragsreihe zwischen März und November 2024 stellt Hien sechs jüdische Intellektuelle vor, die ihm als Vertreter*innen von Humanität, Menschenwürde und „Verantwortung von anderen her“ (Levinas) begegneten: Ludwig Teleky / Käthe Leichter / Simone Weil / Edith Stein / Primo Levi / Emmanuel Levinas.

Wolfgang Hien: Über Ludwig Teleky, Reihe „Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz“

3. März 2024

Reihe Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz – Jüdische Intellektuelle der 1920er und 1930er Jahre für die Befreiung des Menschen aus Ausbeutung und Unterdrückung – von den Nazis ermordet, vertrieben oder vergessen gemacht

Ludwig Teleky, ein sozialdemokratischer Arzt und Begründer der modernen Arbeits- und Sozialmedizin in Wien und Düsseldorf, musste 1938 emigrieren. Nach dem Krieg hoffte er auf eine Professur in Wien oder Berlin, doch er war und blieb unerwünscht. Als Beispiele seiner Tätigkeit wird auf die Lungentuberkulose und die Quecksilbervergiftung der Wiener Hutmacher eingegangen.

Der Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler Wolfgang Hien beschäftigte sich im Lauf seiner Forschungsarbeiten zur Sozialgeschichte der Industriearbeit in Deutschland und Österreich von der Hochindustrialisierung bis heute intensiv mit der „Zeit“, dem Zeitgeist, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte und zu der Katastrophe das Nationalsozialismus führte. Es enthüllte sich die Kontinuität eines durchweg brutalen Sozialdarwinismus (der im heutigen Neoliberalismus wieder auf- und fortlebt). Das Leid der arbeitenden Massen, die Thematisierung von Leid und Leiden überhaupt, war und ist verpönt.

Er hat nach „Gegenstimmen“ gesucht, nach Stimmen, die die andere Seite des Fortschritts in den Blick nahmen und fand fast durchweg Stimmen jüdischer Intellektueller. Genau dies scheint ihm zugleich ein Grund für den seit etwa 1870 stetig wachsenden Antisemitismus zu sein. Humanität war in den Augen der Elite der Gegenpol zur Härte und Stärke, die man sich für das „Deutschtum“ wünschte. Es galt, die „Humanitätspropaganda der Juden“ zu bekämpfen und auszumerzen (vgl. Hermann Glaser: Bildungsbürgertum und Nationalismus, München 1993).

Im Verlauf der Vortragsreihe zwischen März und November 2024 stellt Hien sechs jüdische Intellektuelle vor, die ihm als Vertreter*innen von Humanität, Menschenwürde und „Verantwortung von anderen her“ (Levinas) begegneten: Ludwig Teleky / Käthe Leichter / Simone Weil / Edith Stein / Primo Levi / Emmanuel Levinas.

Nachruf Marion Bonk

18. Februar 2024

Am 09. Januar 2024 verstarb unerwartet unsere langjährige 2. Vorsitzende Marion Bonk.

Marion Bonk, die Lebensgefährtin unseres ehemaligen Vorsitzenden Raimund Gaebelein, war bis zu dessen Tod eine fast ständige Begleiterin Raimunds gewesen. So haben wir sie auch kennengelernt.

Sie übernahm auch schnell eigenständig Aufgaben. Zusammen hat sie mit Ulrich, Raimund und Gerold fast immer an Raimunds Küchentisch in der BAF-Redaktion den nächsten Bremer Antifaschisten besprochen. Sie kümmerte sich um den Internetauftritt unserer Landesvereinigung und hat dort für die digitale Archivierung unserer Mitgliederzeitung gesorgt. Auch um die organisatorischen Vorbereitungen vieler unserer Veranstaltungen hat sie sich engagiert. Zusammen mit Raimund war sie im Vorstand in Heideruh und bei „Omas gegen Rechts“ engagiert.
Mit Corona und Raimunds Tod 2020 zog sie sich weitgehend von der VVN-Tätigkeit zurück. Lediglich Online blieb die gesundheitlich angeschlagene Marion für uns und „Omas gegen Rechts“ aktiv.

Marion Bonk war ein warmherziger Mensch, sie pflegte häufig ein offenes und direktes Wort und hatte einen schrägen, sympathischen Humor. Ihre gesundheitlichen Probleme waren in dem Kreis derjenigen, die sie enger kannten, bekannt, doch ihr Tod durch eine spät erkannte Sepsis kam doch für uns alle sehr überraschend.


Der Landesvorstand

Buchvorstellung – Hermann Theisen und Helmut Donat: „Bedrohter Diskurs – Deutsche Stimmen zum Krieg in der Ukraine“

16. Februar 2024

Nordkonferenz der VVN-BdA

16. Februar 2024

Details sind bitte der Einladung zu entnehmen.
Anmeldeschluss ist der 11.03.

Landesmitgliederversammlung

16. Februar 2024

weitere Details sind bitte der Einladung zu entnehmen

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