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  • Kurt Nelhiebel erhält das Bundesverdienstkreuz Der Bremer Autor und Journalist Kurt Nelhiebel erhielt am 18. April im Kaminsaal des Rathauses das Bundesverdienstkreuz am Bande. Er war Redakteur und später Nachrichtenchef bei Radio Bremen. In den 1960er-Jahren schrieb er unter dem Pseudonym Conrad Taler über den Auschwitz-Prozess am Frankfurter Landgericht. Nelhiebel wuchs in Nordböhmen auf, einem Gebiet, das heute zu Tschechien gehört. 1965 kam er nach Bremen. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher über die jüngere deutsche Geschichte, über wieder erstarkenden Nationalismus und Rechtsextremismus. Sein Werk gilt „dem Kampf gegen den Nazi-Ungeist und der Erinnerung an ermordete Widerstandskämpfer und alle anderen Opfer des Nationalsozialismus." Kurt bezog Position und scheute streitbare Thesen nicht: 2014 erhielt er den Friedenspreis der Villa Ichon… Herkunft Wenn später jemand fragen sollte, wo kam der Mann denn her, der alle gern versöhnt sehn wollte, dann sagt ihm ungefähr: Wo sich die Menschen einst vertrugen, wo Schwäche fand Applaus, bevor die Eintracht sie erschlugen, dort war er einst zu Haus. Wo blaue Berge sich erhoben aus einem Wäldermeer, wo sich zwei Welten eng verwoben, aus Böhmen stammt er her. K.N. Auszug BAF 06/07.18
  • Zwangsarbeit in Gröpelingen Am 23. April wurde abends in der Andreaskirche in Gröpelingen ein neuer Anlauf genommen, der Geschichte der Zwangsarbeit auf der AG Weser zu erinnern. Rund 45 Mitglieder der evangelischen Gemeinde Gröpelingen-Oslebshausen, der Geschichtswerkstatt, zahlreicher kultureller Einrichtungen folgten mit lebhaftem Interesse den Schilderungen der Studierenden der Forschungsstelle Osteuropa, ihrer Professorin Dr. Ulrike Huhn und der Landesarchäologin Dr. Uta Halle über den Austausch mit Hochschullehrern und Studierenden der Universität Nikolajew/Ukraine… Die Landesarchäologin Dr. Uta Halle stellte das aktuelle Projekt einer Lehrgrabung mit Studierenden am Schützenhof vor. Mithilfe von Archivbildern wurde die Geschichte des Schützenhofs dargestellt. Mit der Beschlagnahmung des Geländes durch die Marine 1937 begann ein neues Kapitel. Mit Kriegsbeginn wurden zunächst indische Seeleute im Schützenhof interniert, nach deren Freilassung folgten 1940 Sintifamilien, die später das Vernichtungslager Belzec im besetzten Polen aufbauen mussten. Luftaufnahmen und eine Barackenskizze aus den Bauakten zeigen die Lage der erst 1944 errichteten Baracken an… Auszug BAF06/07.18
  • Unserer Opfer weiter zu gedenken (…) Es war Heinrich Gütting, ein Ingenieur der Schiffswerft Blohm und Voss im Hafen von Hamburg, der über das Leben der KZ-Gefangenen auf dieser Schiffswerft Zeugnis ablegte. Nachdem er nach dem Krieg einen Brief an meine Mutter geschrieben hatte, ist er auch bei uns zu Hause auf Besuch gewesen. Ich war damals gerade 5 oder 6 Jahre alt, aber ich erinnere mich noch gut, wie er unglaubliche Geschichten über die Verhältnisse in diesem Außenlager von Neuengamme erzählte… Mein Vater wurde am 30. August 1944, über die Gefängnisse von Gent und Antwerpen nach Neuengamme deportiert. Der Zug, mit mehr als 2000 belgischen Gefangenen, kam letztendlich in der Nacht vorn 1. auf den 2. September 1944 in Neuengarnme an. Mein Vater bekam die KZ-Häftlingsnummer 45167. Er hat, wie so viele andere, diese Gefangenschaft nicht überlebt (…). Mark Van den Driessche (Ansprache am 03 Mai 2018 in Neuengamme) Auszg BAF 06/07.18
  • Streik gegen den Krieg Deutlich mehr Zulauf als im letzten Jahr hatte die Gedenkveranstaltung am 04. Februar auf dem Waller Friedhof. Sonnenschein sorgte für vergleichsweise milde Temperaturen, der Schneefall am frühen Morgen gab der Veranstaltung eine vertraute Kulisse. Buchtstraßenchor und Rotes Krokodil durchzogen die im besten Sinne historische Unterrichtsstunde. In der Eröffnung wurde darauf hingewiesen, dass die sich anbahnende Fortsetzung der sozialen Kahlschlagpolitik in diesem Land nicht unwidersprochen bleibt… Achim Bigus, Vertrauenskörperleiter der IG Metall bei VW Osnabrück, legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf den großen Metallarbeiterstreik im Januar 1918. Ausgehend von den großen Berliner Rüstungsbetrieben streikten die Metallarbeiter gegen den Großen Krieg. Verbunden waren die Aufrufe nach einer Verbesserung der materiellen Lage über die Kriegsjahre mit antimilitaristischen Anliegen und dem Aufruf, die führenden Köpfe der organisierten Arbeiterschaft aus der Haft freizulassen… Im Westend brillierte Aline Barthélémy anschließend mit einem sehr guten Programm aus Arbeiter- und Widerstandsliedern vor einer vergleichsweise großen und leider sehr undisziplinierten Zuhörerschaft, die wohl eher leichte Unterhaltungsmusik bei Kaffee, Tee und Kuchenbergen erhofft hatte. Auszug BAF 04.-05.2018
  • Menschenhandel Budapest 1944 Zwei Dutzend Interessierte sahen am 11. Februar im Kino City46 den Film „Lebende Ware“, der die verbrecherische Übernahme und Ausplünderung des Schwerindustriekonzerns der Budapester Jüdischen Familie Weiss durch den SS-Obersturmführer und späteren Bremer Getreidegroßhändler Kurt A. Becher zeigte. Lebende Ware ist ein Film über einen Menschenhandel 1944, kurz bevor die Rote Armee die ungarische Grenze erreichte. Nach Besetzung des Landes im März 1944 kontrollierte die SS Wirtschaft und Verkehr des Landes. Nach einem Militärputsch etablierte sich eine willfährige Satellitenregierung. Der Obersturmbannführer Kurt Andreas Ernst Becher wurde zum außerordentlichen Vertrauensmann Himmlers in Budapest. Er geriet mehr und mehr in Konflikt mit Adolf Eichmann, der die vollständige Deportation der ungarischen Juden ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau betrieb. Himmler aber brauchte jüdische Geiseln als Verhandlungsmasse für ein Separatabkommen mit den Westalliierten… Auszug BAF 04.-05.2018
  • Lebhafte Diskussion fundierter Rechercheberichte Zwei Dutzend TeilnehmerInnen diskutierten lebhaft auf der diesjährigen Nordkonferenz in Heideruh die beiden vorgestellten Berichte zu Rechtsentwicklung Aufrüstungsprogramm. Heideruh selbst stand im Zentrum der Bestandaufnahme unserer Bildungsarbeit. In ihrer Begrüßung erläuterte Bea Trampenau die Situation der Antifaschistischen Bildungs- und Begegnungsstätte. Auf dem Weg zum 60. Gründungstag zwei Wochen später wurde allen noch einmal die Verantwortung um den Erhalt des Diskussionsmittelpunkts deutlich… Andrea Röpke stellte ihr zweites aufwändig recherchiertes Jahrbuch zur Entwicklung rechter Gewalt vor. Erschreckend ist das erneute Anwachsen von Tötungsdelikten gegenüber Migranten, 2.119 Angriffe alleine 2016/17. Festzustellen sind 92 rechte Terrorgruppen, manche vom Verfassungsschutz gar nicht erfasst… Lühr Henken erläuterte faktenreich gespickt das Aufrüstungsprogramm von Nato und EU und erläuterte die Aufrüstungsschritte und Strategieveränderungen seit 1992. Er las dazu Passagen aus aktuellen Einschätzungen zum Weißbuch der Bundeswehr. Der Umbau der Bundeswehr folgt strategischen Veränderungen durch die Bundesregierung. Der langfristige Einsatz in 14 Ländern und die Festlegung auf Erhöhung des Budgets in Richtung auf 2% des BIP binnen zehn Jahren verlangt eine Erhöhung der Truppenzahl und eine erhebliche Erweiterung der Ressourcen. Das wären 80 Milliarden Euro jährlich… Mit einer Bildpräsentation wurden in Gesprächen Anliegen, Schwerpunkte und Zusammensetzung in 25 Jahren Nordkonferenz rückblickend betrachtet. Die Bedeutung Heideruhs als Kristallisationspunkt der Bildungsarbeit wurde hervorgehoben die langjährigen Mitstreiter in Vorträgen und Diskussionen vorgestellt. Musikalischen Abschluss bildete ein etwas schrilles Konzert der Gruppe Sokugayu mit Texten von Erich Mühsam und Klezmer. Auszug BAF 04.-05.2018
  • Stoppt den Schuldkult? Ein Leser des Weser-Kuriers verlangt, der Spruch „Stoppt den Schuldkult“ beim U-Boot-Bunker Valentin müsse „umgehend entfernt werden“, während sich Bürgerschaftspräsident Christian Weber und Thomas Köcher von der Landeszentrale für politische Bildung für den Erhalt der Inschrift und die Anbringung einer Hinweistafel aussprechen… Der französische Philosoph Didier Eribon macht 2016 in seinem ebenfalls autobiographischen Buch „Rückkehr nach Reims“ Deregulierungen und den Rückbau sozialer Sicherungssysteme mitverantwortlich für die Erfolge der rechten Front National. Offenbar fühlen sich viele Menschen von den politischen und ökonomischen Eliten im Stich gelassen und abgehängt, das Vertrauen in das ökonomische System schwindet und die existentielle Angst vor finanziellem Abstieg und damit sozialer Deklassierung wächst auch bei Leuten, die (noch) einen Arbeitsplatz haben… Und marginalisiert das ökonomische System nicht auch bei uns Millionen Menschen, die durch ihre Existenzangst in eine politische Ecke getrieben werden, in der sie nichts Gutes zu erwarten haben? Vielleicht kann eine Debatte über den Spruch „Stoppt den Schuldkult“ helfen, all dies und mehr aufzuarbeiten. Bloßes Überweißeln greift zu kurz. Auszug BAF-Artikel 02/03.18
  • 25 Jahre Nordkonferenz Chronologie Die erste Nordkonferenz fand am 30./31 Oktober 1993 in Heideruh statt. Sie diente dem Austausch zwischen den VVN-BdA, IVVdN und BdA Landesverbänden Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg. Die 18 TeilnehmerInnen debattierten über die Gefahren aus dem Auftreten neofaschistischer Parteien und Gruppierungen… Ende Februar 2002 wuchs die Teilnehmerzahl bereits auf 40. Bernd Meimbergs Ausführungen zum Friedenskampf und die Abwehr rechter Gewaltangriffe standen im Mittelpunkt… Überaus gut besucht war die Nordkonferenz Ende März 2014. Peter Strutynski, Wolfgang Beutin und André Aden beleuchteten Deutschlands erneuten Griff nach der Weltmacht, die Rolle der Vereinigten Staaten seit dem 1. Weltkrieg, die europaweite Zusammenarbeit rechtspopulistischer Parteien… Auszug BAF-Artikel 02/03.18
  • Ehrung für Widerstandskämpfer in Blumenthal Am Sonntag, den 17. Dezember 2017, wurden in Blumenthal zwei öffentliche Fuß- und Fahrradwege nach Leo Drabent und Hans Neumann eingeweiht. Leo Drabent und Hans Neumann, beste Freunde, aktive Kommunisten und KPD- Funktionäre, wurden schon kurz nach der Machtübertragung an die deutschen Nazifaschisten am 30. Januar 1933 verhaftet und bis 1934 in Brandenburg, Oranienburg, Ellisenau und im KZ Esterwegen inhaftiert… Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus organisierten Drabent und Neumann ein Netz von 3er- und 5er Gruppen, die in Verbindung standen mit dem Hamburger Widerstandsgruppen um Bernhard Bästlein, Franz Jacob und Robert Abshagen, nach Berlin zu Anton Saefkow. Mit Flugblättern riefen sie die Arbeiterklasse zur raschen Kriegsbeendigung auf… Die durch Urteil des 2. Senats des Volksgerichtshofs gegen Leo Drabent und Hans Neumann erkannten Todesstrafen sind am 20. November 1944 morgens vorschriftsmäßig im Zuchthaus Brandenburg (Havel)-Görden vollstreckt worden… Nach unserer 794. Friedenskundgebung, die von über 34 Menschen besucht wurde und der Nachbereitung im Gustav Heinemann Bürgerhaus, fuhren Regine und ich wie an den vergangenen 6 Tagen auch 2 x täglich zu den Wegen von Leo Drabent und Hans Neumann. Mit puren Entsetzen stellten wir um 21.45 Uhr fest, dass am Ende des Weges das Schild von Leo Drabent beschädigt wurde… im letzten "Büchsenlicht" habe ich das Schild repariert… Karl Auszug BAF-Artikel 02/03.18
  • 46 Jahre Engagement für ermordete Antifaschisten „Unter dem Strang“ „Die ihr diese Zeit überlebt, vergesst nicht. Sammelt geduldig Zeugnisse von den Gefallenen. Sucht Euch einen von Ihnen aus und seid stolz auf ihn als einen großen Menschen, der für die Zukunft gelebt hat“. Julius Fucik 1903 – 1943 Geschrieben in Gestapohaft Ermordet in Plötzensee 8. September 1943 Im Juni 1971 fand in der evangelischen-lutherischen Kirchengemeinde in Bremen-Blumenthal ein Lateinamerika Seminar mit Dr. Salazar vom Lateinamerika Institut der Freien Universität Berlin statt, wo an einer Veranstaltung auch Altbürgermeister Willy Dehnkamp (SPD) teilnahm. Willy Dehnkamp, Widerstandskämpfer und inhaftiert, kannte Leo Drabent und Hans Neumann gut, „(……) Sie hätten aber zu leichtfertig ihr Leben geopfert“, so Willy Dehnkamp. Dehnkamp und mein Vater Paul (1911-1993) kämpften zusammen im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Im Juli 1971 lernte ich die Widerstandskämpfer gegen die Nazityrannei, alle verfolgt und inhaftiert, Albert Häusler, Wohnungssenator in Bremen 1946 KPD, Marianne Häusler, Ludwig Rudniki, Jakob Pfarr, Seppl Handl, Albert Chmielewski, Mariechen Müller („Rosa Luxemburg“), Robert Wilczek und andere kennen. Sie erzählten viel über Leo Drabent und Hans Neumann , ihren gemeinsamen Kampf. Albert Krohn, aktiver Teilnehmer an der Novemberrevolution 1918 in Berlin, nach den Märzaufständen 1919 ½ Jahr Festungshaft in Dresden, war da bereits 4 Jahre tot. Er starb 1967 in Blumenthal und litt unter der Ermordung Drabents und Neumanns, seinen guten Freunden. Fühlte mit Hannchen Neumann, die 3 3 Jahre alt war, als ihr Hans in Brandenburg enthauptet wurde. Sie starb bereits 4 1 jährig schwer an Krebs erkrankt im Jahr 1953. Hannchen war Mitglied der KPD, das erneute Verbotsverfahren lief bereits seit 1951, die Ermordung ihres Hannes hinterließ bei Hannchen schwere seelische Spuren. Eine Idee wurde entwickelt, Formen einer besonderen Würdigung beider Kommunisten zu finden. 28. April 1974 – 19. Mai 1974 Antifaschistischer Widerstand 1933 – 1945 in Bremen. Eine Dokumentation für die Ausstellung Antifaschistischer Widerstand in der Unteren Rathaushalle in Bremen wurde erstellt. Im Kuratorium der Ausstellung waren als Schirmherr der Ausstellung Hans Koschnick, Bürgermeister SPD, Dr. Heinrich Hannover und auch Georg Gumpert, KPD, DKP, VVN Bund der Antifaschisten, der gemeinsam mit Leo Drabent und Hans Neumann gegen den Faschismus und den heraufziehenden Krieg der Nazis gegen andere Völker kämpfte. In der Dokumentation wird der aktive antifaschistische Widerstand von Leo und Hans gewürdigt. Tief beeindruckend vor allen Dingen die Briefe von Leo Drabent und Hans Neumann, die beide in den letzten Stunden vor ihrer Hinrichtung durch das Fallbeil an ihre Ehefrauen Marianne Drabent und Hannchen Neumann schrieben. Im Januar 1983 organisierte die ÖTV-Betriebsgruppe des Hauses Blumenkamp mit Petra Wurst, Perdita Heise und Gerd-Rolf Rosenberger, der auch dem Betriebsrat angehörte, am Bronzerelief von Anna Stiegler eine Gedenkkundgebung zu Ihren Ehren und dem 5 0. Jahrestag der Machtübertragung an die Nazifaschisten am 30. Januar 1933. 1 1 Jahre sperrten die Faschisten die Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin Anna Stiegler ins Zuchthaus und anschließend in das Frauen K Z Ravensbrück ein. Der Ehemann Carl Stiegler wurde von den Nazis erschossen. Die Veranstaltung fand im Haus Blumenkamp der Bremer Heimstiftung statt. Anna war MitgründerInnen der Bremer Heimstiftung. Dr. Henning Scherf hielt die Rede. Am 30. Januar 1988 anlässlich des 5 5. Jahrestages der Machtübertragung an die Nazis hat die ÖTV Betriebsgruppe Bremer Heimstiftung eine zweite Gedenkveranstaltung durchgeführt. Am 21. April 1988, pünktlich zu Anna Stieglers 107. Geburtstag wurde im Haus Blumenkamp bei Kaffee und Kuchen eine Gedenkschrift von der sozialdemokratischen ÖTV-Sekretärin Susanne Heyn, der ÖTV Vertrauensfrau Petra Wurst und den beiden DKP Mitgliedern Perdita Heise und Gerd-Rolf Rosenberger, Betriebsrat, selbst SprecherInnen der ÖTV-Vertrauensleute in der Heimstiftung herausgegeben. In der Broschüre wurde das Leben, ihr Antifaschismus der früheren First Lady der bremischen Sozialdemokratie gewürdigt. Ehrengäste bei dieser Feierstunde waren die ehemalige 2. Bürgermeisterin der Hansestadt Bremen und langjährige Sozialsenatorin Annemarie Mevissen und der ehem. Gesundheitssenator Albert Müller von der SPD, vor der Naziherrschaft auch Mitglied der SAP, selbst inhaftiert, hielt die Festrede. Beide Ehrengäste waren sehr „gerührt“, dass KommunistInnen bei der Erstellung einer Gedenkbroschüre für eine besondere Sozialdemokratin mitwirkten. Albert Müller würdigte den gemeinsamen Widerstand von Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten! Beide, Annemarie Mevissen und Albert Müller, waren der Meinung, dass alle Menschen, die Opfer brachten im Kampf gegen die faschistische Barbarei, es verdient haben, eine besondere Ehrung zu erhalten. Das träfe natürlich auf Leo Drabent und Hans Neumann zu, die dafür ihr Leben opferten. In unserem Bemühen, die beiden besonders zu ehren, sollten wir nicht nachlassen, so Mevissen und Müller. Gemeinsam forderten alle an diesem Frühnachmittag im Haus Blumenkamp am 21. April 1988, schnellstmöglich das Haus Blumenkamp in Anna Stiegler Haus Blumenkamp umzubenennen, was dann auch passierte. Auch sprachen wir von einer Straßenbenennung in Blumenthal, wo Anna ihre ersten Jahre verbrachte. Der Kurier am Sonntag vom 24. April 1988 berichtete in einem Artikel von Volker J. Wesslau über die Gedenkkundgebung im Haus Blumenkamp. 1989 – 1991 dann, so wurde prophezeit, das ENDE DER GESCHICHTE ! Am 9. November 2001 wurde die Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg gegründet. An diesem historischen Tag fand die 1. Friedenskundgebung statt. Daraus sind inzwischen jeden Freitag insgesamt 7 9 0 Friedenskundgebungen geworden. Ich gehörte zu den Mitgründern neben Gerd Meyer, Pastor Volker Keller, Alois Engel, Björn Wehrs (SPD), Ludwig Schönenbach (ehem. Bündnis 90/Die Grünen) und weiteren FreundInnen. Bis zum heutigen Tag wird immer am historischen 9. November an die Friedenskämpfer Leo Drabent und Hans Neumann gedacht, die am 20. November 1944 umgebracht wurden. Freitag, den 19. November 2004 fand eine weitere Gedenkkundgebung zu Ehren von Leo Drabent und Hans Neumann statt. Der Redakteur Hans-Hermann Boeken berichtete in der Norddeutschen ausführlich über die Gedenkkundgebung mit 2 Fotos der Ermordeten. Es waren 2 besondere Gäste und Redner zugegen: Ludwig Baumann, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Opfer der faschistischen Militärjustiz, der 1942 von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden war. Ludwig wird nächsten Monat 9 6 Jahre alt. Die Hauptrede hielt die Historikerin Dr. Bärbel Schindler-Saefkow aus Berlin. Ihr Vater Anton Saefkow, zu seiner starken kommunistischen Widerstandsorganisation hielten Leo Drabent und Hans Neumann Kontakt, der mit Professor Dr. Adolf Reichwein und Julius Leber, den Vertretern des SPD Widerstandes, beraten hatte, wie das verbrecherische Naziregime zu stürzen sei, wurde wie Leo und Hans ebenfalls 1944 im Zuchthaus Brandenburg, 8 Wochen vorher geköpft. Ende des Jahres 2004 schrieb der ehemalige Leiter des Gustav Heinemann Bürgerhauses, Gründer der Internationalen Friedensschule Bremen, Gerd Meyer an das DGB Ortskartell Bremen-Nord: „Seitens des Gustav Heinemann Bürgerhauses war seit 1 9 8 0 (!!) wiederholt an die Arbeiter Leo Drabent und Hans Neumann des Bremer Vulkan erinnert worden. Wir hatten mehrfach z. B. dem Beirat Vegesack eine Straßenbenennung vorgeschlagen. Dank der Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg und anderer engagierter Personen kommt jetzt endlich eine öffentliche Anerkennung. Leider hat der Betriebsrat des Bremer Vulkan seine ehemaligen Kollegen nicht mehr ehren können. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, wenn der DGB/die IG Metall sich der Gewerkschaftskollegen erinnern würde, z. B. am 1. Mai.“ Im September 2004 im Rahmen des Projekts „Stolpersteine“ beschäftigten sich eine Klasse des Schulzentrums Lerchenstraße unter der Leitung von Detlef Stockinger schon seit längerer Zeit mit der Person Leo Drabent; sie übernahmen die Patenschaft für einen Stolperstein für Leo Drabent, Am Willmannsberg 26 in Vegesack. Die Stolpersteinverlegung fand am 4. Mai 2005 statt. Für Hans Neumann wurde in der Fresenbergstraße 79 in Bremen-Blumenthal ein Stolperstein gelegt. Die Patenschaft übernahm Gerd-Rolf Rosenberger. Der bekannte Schauspieler Rolf Becker legte im Herbst 2005 einen großen Rosenstrauß am Stolperstein von Hans Neumann nieder. 1 9. Juni 2 0 1 2 BürgerInnen und Bürger stellen an den Ortsamtsbeirat Blumenthal gerichtet den Bürgerantrag, eine Straße in Blumenthal nach dem ermordeten Widerstandskämpfer Leo Drabent zu benennen. Durch die Verlängerung der B 74 in Richtung Farge wurde die Richard-Taylor Straße geteilt. Eine der beiden Teile könnte zur Leo Drabent Straße werden. Der Bürgerantrag wurde einstimmig beschlossen, keine Gegenstimme. Trotz mehrmaliger Anfragen von Andreas Bähr, sachkundiger Bürger der Linkspartei, auch an den Ortsamtsleiter Peter Nowack, ist nach 5 Jahren und 6 Monaten gar nichts passiert!! Freitag, den 21. November 2 0 1 4 3 7 FriedensfreundInnen dachten an Leo Drabent und Hans Neumann, die vor 7 0 Jahren enthauptet wurden. Bei den Stolpersteinen von Leo und Hans legten wir Rosensträuße und brennende Kerzen nieder. Ich hielt die Friedensrede auf der Gedenkkundgebung. Am 10. Juni 2 0 1 6 wurde nach der Friedenskundgebung im Bürgerhaus Vegesack von Johannes Philipp, engagierter Christ und seit 6 0 Jahren Mitglied in der IG Metall, Andreas Bähr, sachkundiger Bürger der Linkspartei im Ortsamtsbeirat Blumenthal, Helmut Rosieka, Fußballer und Mitglied im Blumenthaler Sportverein (BSV) seit 6 0 Jahren, Mitglied im Ältestenrat des BSV und Gerd-Rolf Rosenberger das Projekt entwickelt, wenn von den OFFIZIELLEN SEIT VIELEN JAHREN NICHTS GEMACHT WIRD, AUCH KEIN INTERESSE UND ENGAGEMENT VORHANDEN IST, alles selbst in die Hand zu nehmen, individuell zu spenden und eine Benefiz Veranstaltung zu Ehren der beiden ermordeten Arbeiter durchzuführen, die Voraussetzungen zu schaffen, Leo Drabent und Hans Neumann mit einer Straße oder einem Weg ehrenvoll zu würdigen. Von den Verantwortlichen des Stadtteils Blumenthal wurde wiederholt gesagt, für eine Straßen- oder Wegebenennung wäre kein Geld vorhanden, so was würde um die 2000 Euro kosten! Wir machten Brücken, Wege und Straßen aus, die noch keine Namensnennung tragen. Ich rief den Filmschauspieler Rolf Becker an, der zusagte, im Gustav Heinemann Bürgerhaus eine Benefiz- Lesung durchzuführen. Donnerstag, den 17. November 2 0 1 6 Der Schauspieler Rolf Becker rezitiert in der Cafeteria des Gustav Heinemann Bürgerhauses fast 2 Stunden H E I N R I C H H E I N E. 1 0 5 Freundinnen und Freunde spenden auf der Benefiz Veranstaltung 2 6 0 0 Euro. Gute Freunde aus der Stadt Bremen, die an der Veranstaltung teilnahmen, mit unserem Anliegen für Leo Drabent und Hans Neumann voll solidarisch sind, handwerklich dabei sehr geschickt, versprachen uns, bei einer Straßen- oder Wegebenennung uns aktiv zu unterstützen und praktisch zu helfen. NICHT EIN OFFIZIELLER AUS BREMEN-NORD WAR BEI DER BENEFIZ-VERANSTALTUNG ANWESEND. 4. O k t o b e r 2 0 1 7 Der Historiker Ulrich Schröder referiert im Gemeindehaus über die Arbeiterbewegung in Bremen-Nord. Ein Diskussionsbeitrag von mir war dem Gedenken an Leo Drabent und Hans Neumann gewidmet mit der Forderung, eine Straße oder einen Weg nach den standhaften Kommunisten Leo und Hans zu benennen. Mitglieder der evangelischen-reformierten Kirchengemeinde in Blumenthal, einschließlich Pastor Ulrich Klein, unterstützen die Forderung nach einer Wegebenennung für 2 Menschen, den beiden nacheinander die Köpfe abgeschlagen wurden, weil sie konsequent für den Völkerfrieden, gegen den Krieg, für soziale Gerechtigkeit und gegen Armut einstanden! Bremen-Blumenthal, den 6. D e z e m b e r 2 0 1 7 Gerd-Rolf Rosenberger