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  • Erinnerungsarbeit nachhaltiger gestalten Die offizielle bremische Gedenkveranstaltung für die Opfer von Faschismus und Krieg am 27. Januar fand im „Denkort Bunker Valentin“ statt… Ausführlich würdigte Bürgermeister Carsten Sieling die Entwicklung des Gedenkens am Tag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee, sprach die Aufgaben und Verantwortung an… Umso intensiver trug Jens Christian Wagner, Leiter der „Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten“, provokante Thesen vor, die Handlungsperspektiven zur zukünftigen Gedenkarbeit anstoßen sollen… 40% der heutigen Jugend weiß mit dem Begriff Auschwitz nichts anzufangen. Der millionenfache Mord an Menschen, die anders dachten, glaubten, sich verhielten als die Mehrheitsbevölkerung, die sich körperlich oder geistig zu schwach für die kriegsvorbereitenden Leistungsanforderungen zeigten, löst nicht notwendigerweise ein Mitgefühl für die Opfer gewollter Vernichtung aus… Damit wird es notwendig, Fragen anders zu stellen, die persönliche Handlungsebene in den notwendigen Aufklärungsprozess einzubinden… Die Veranstaltung wurde mit musikalischen Glockenschlägen begleitet. Sie schloss mit der Verlesung von Namen der Euthanasie zum Opfer gefallener BremerInnen durch SchülerInnen der Wilhelm-Kaisen-Oberschule aus Huckelriede und einer Blumenniederlegung am Denkmal „Vernichtung durch Arbeit“.
  • „Denn ich bin unter das Jugenamt gekommen“ Über Jugendfürsorge und Heimerziehung in Bremen während des Faschismus sprach Gerda Engelbracht am 16. Januar im Haus der Wissenschaft… Traditionell waren Fürsorgeheime in kommunale und konfessionelle aufgeteilt, Aufgabe der konfessionellen war die Verwahrung der schwer erziehbaren, wenig einsetzbaren Fürsorglinge. Damit einher ging eine gewisse Psychiatrierung. Soziale Ursachen wurden auf persönliche Defizite von Familien und Milieus zurückgeführt. Behinderungen als Folgen von Sünde definiert oder auf erbliche Veranlagung… Mit der Übernahme der Wohlfahrtspflege durch Wilhelm Kayser und des Jugendamtes durch Peter Piorkowski begann 1934 auch in Bremen die Durchsetzung der „erbbiologischen“ Begutachtungspraxis… Die führenden Köpfe der Inneren Mission erwarteten einen Großteil der für „schwererziehbar“ erachteten Fürsorglinge übertragen zu bekommen… Nachlesen lassen sich die Forschungsergebnisse sehr anschaulich in Gerda Engelbrachts Buch „Denn ich bin unter das Jugenamt gekommen.“ Bremer Jugendfürsorge und Heimerziehung 1933-1945, Edition Falkenberg, Bremen 2018, 176 S., 9,90 Euro, ISBN 978-3-95494-160-5 Auszug BAF 4./5.2019
  • Trotz alledem Das 100-jährige Gedenken an Verteidiger und Vermächtnis der Freien Sozialistischen Republik Bremen wurde zu einer würdigen Veranstaltung am Denkmal auf dem Waller Friedhof… Die Ansprachen spiegelten in ihrer Zusammensetzung eine Bandbreite von Haltungen wider, zeigten die verschiedenen Auffassungen eines revolutionären Neubeginns nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg auf, um sie für unsere heutige Zeit nutzbar zu machen… Nach dem einleitenden Moldaulied des Buchtstraßenchors beschrieb unsere DGB-Vorsitzende Annette Düring die revolutionären Ereignisse vom 14.11.1918 bis zur Niederschlagung der Räterepublik am 04.02.1919, ausgehend von ihren Erinnerungen an die Antifaschistischen Stadtrundgänge mit Willy Hundertmark… Das Scheitern lag in ihrer Spaltung, ihren Machtkämpfen um Einfluss in der Arbeiterschaft. Das ermöglichte den nationalkonservativen Kräften „die Ansätze einer demokratischen Entwicklung“ auszuhebeln… Nach den aufrüttelnden Versen des Kieler Matrosenlieds, gesungen vom Roten Krokodil griff der DKP-Bezirksvorsitzende Gerrit Brüning die Schilderung eines Beobachters über die Ereignisse des 4. Februar 1919 auf… Der Erste Weltkrieg, den das Großkapitel mit Unterstützung der bürgerlichen Parteien und der Mehrheitssozialdemokratie entfacht hatte, sollte nur ein Vorbote des von den Faschisten entfachten Zweiten Weltkriegs 20 Jahre später sein… Joachim Griesbaum und seine Genossin von der Hamburger MLPD wiesen auf die Schwächen der Räteherrschaft hin, auf die Toleranz gegenüber Verwaltung und Banken. Zu sehr waren die regionalen Revolutionszentren zersplittert, Lehren aus der Pariser Commune 47 Jahre früher wurden nicht konsequent verfolgt… Im Anschluss führte der Buchtstraßenchor in der Kulturwerkstatt Westende ein 45-minütiges Programm mit Liedern auf, das von den zwanziger Jahren bis ins 17. Jahrhundert zurückging… Auszug BAF 4./5.2019
  • Bremerhaven bleibt bunt! …Seit April 2018 tauchten immer mehr rechte Aufkleber in Bremerhaven auf: In bestimmten Stadtteilen, an Schulen, am Haus der Jugend, entlang von Demorouten, an Parteibüros von LINKEN und Grünen, am Synagogengedenkstein sowie an Häusern und Autos von AntifaschistInnen. Neonazis bedrohten mehrere junge AktivistInnen und deren Familien… Die Reaktionen von Behördenseite waren anfangs hilflos und beschwichtigend. Dem Jugendverband der FALKEN ist zu verdanken, dass die Vorfälle gesammelt, im „Bündnis Gesicht zeigen“ thematisiert und durch eine gemeinsame Presseerklärung bekannt gemacht wurden… Noch vor dem Termin der ersten großen Bündnisversammlung kam es erneut zu Provokationen durch DIE RECHTE. Gleich zweimal wurde dem Verein DIALOG der Briefkasten mit Hassparolen beklebt und mit den Worten „…dann gnade euch Gott!“ gedroht… Bis zur Demo zog das Aktionsbündnis an sechs Samstagen zu Mahnwachen in der Innenstadt auf und warb mit Transparenten, Flugblättern und Gesprächen für die Demo… Am 10. November zog schließlich ein langer, bunter und lauter Zug von 2000 Menschen von den Stadthäusern zur Innenstadt - die größte Demo der letzten Jahre in Bremerhaven. Vor der großen Kirche gab es eine beeindruckende Kundgebung und jede Menge Kultur zum Thema… Seit der Demo war das Bündnis bereits dreimal erfolgreich in Stadtteilen in Aktion… Auszug BAF 4./5.2019
  • Rede zum Gedenken der Bremer Räterepublik von Joachim Griesbaum Liebe Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Liebe Genossinnen und Genossen! Ich möchte als erstes meinen großen Respekt und die Achtung vor den Kämpfern der Bremer Räterepublik ausdrücken. Die Arbeiter und Matrosen, Frauen und Jugendliche haben in der Novemberrevolution beginnend 1918 Großes geleistet, eine höchste Kampfmoral bewiesen und viele von ihnen mussten ihr Leben dafür lassen. Das Gedenken einer revolutionäre Entwicklung, wie sie 1918 und 1919 in Deutschland vorhanden war, sollte sich nicht auf eine historische Beurteilung beschränken - so wichtig diese auch ist. In den Zeiten, in der sich gegenwärtig ausgehend vom US Imperialismus die zwischenimperialistischer Widersprüche erheblich verschärfen, - in denen eine Tendenz der allgemeinen Kriegsvorbereitung Einzug gehalten hat - in Zeiten, in denen fast 70 Millionen Menschen weltweit zur Flucht getrieben werden und eine reaktionäre Flüchtlingspolitik Ausdruck einer Rechtsentwicklung der meisten Regierungen in Europa und der bürgerlichen Parteien; - Zeiten, in denen die systematische beschleunigte Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen allein aus Gründen um den maximalen Profit zu erwirtschaften - aber auch Zeiten, mit unübersehbaren Massendemonstrationen, Proteste und Streiks nicht nur in Europa - In solchen Zeiten ist es umso notwendiger über die Frage der Revolution offen zu diskutieren, und diese auch gegen den barbarischen Kapitalismus und Imperialismus weltweit vorzubereiten. - Die sozialistische Republik Bremen„ vom 10. Januar bis zum 4. Februar 1919 reiht sich ein in die Novemberrevolution in Deutschland, beginnend mit dem Aufstand der Kieler Matrosen. - Die Revolution vor 100 Jahren war und ist deshalb so bedeutend weil sie nicht die eine oder andere Verbesserung der Lebens und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und Massen zum Gegenstand hatte. - Die Novemberrevolution getrieben von dem Wunsch nach einer von kapitalistischer Ausbeutung befreiten Welt, nach einer Welt der imperialistische Kriege keinen Platz mehr haben. Was sind nun die allgemeinen Lehren: erstens: die Menschen und insbesondere die Arbeiter wollten 1918 nicht länger unter den gesellschaftlichen Bedingungen des ersten Weltkrieges, der biederen Ausbeutung und der monarchistischen Unterdrückung leben. Auf der anderen Seite konnten die Herrschenden im damaligen Deutschen Kaiserreich unter der Führung der ultrareaktionären Hohenzollern nicht mehr in der alten Weise weiter regieren wie bisher. Solche Situationen können nicht durch einzelne Reformen verändert werden - sie rufen nach Revolution! Zum zweiten wäre in dieser Situation nichts wichtiger gewesen als eine starke revolutionäre Massenpartei, die in der Lage ist, einen hoch organisierten Gegner wie den deutschen Imperialismus eine überlegene Kraft entgegenzustellen; die Trennung von der opportunistischen Sozialdemokratie erfolgte zu spät, die Gründung der Kommunisten Partei Deutschlands erfolgte erst Ende 1918! Drittens: die Organe der staatlichen Macht, das Militär, die Polizei und Behörden – blieben im wesentlichen unangetastet. Sie konnten so zum Ausgangspunkt der Konterrevolution werden! Viertens: die Novemberrevolution wurde mit großem Mut, Entschlossenheit und Todesverachtung vieler Arbeiter durchgeführt. Es wurden wichtige Elemente einer zukünftigen Arbeiterherrschaft mit den Räten entwickelt. Fünftens: die Novemberrevolution und verschiedene Bestrebungen für die Räterepublik haben vieles erreicht: Sie haben den Ersten Weltkrieg beendet, sie haben das Frauenwahlrecht ermöglicht, den Kaiser und die Monarchie vertrieben, sie haben wichtige Arbeiterorgane geschaffen, sie haben den Achtstundentag durchgesetzt usw. Dies war möglich, weil die Arbeiter und Massen zur Revolution entschlossen waren. Daran sollten wir immer denken - und natürlich auch so handeln – wenn wir heute immer wieder ermahnt werden, uns mit der einen oder anderen Reform zufrieden zu geben. Sechstens: aber die Novemberrevolution hat das wichtigste auch nicht erreicht: den Aufbau des Sozialismus. Eine Diktatur des Monopolkapitals, eine Diktatur mit der sich heute eine Hand voll Konzerne die ganze Gesellschaft sich vollständig untergeordnet haben, in der ihre Organe mit denen des Staates verschmolzen sind und Militär, Polizei und ein ganzer Gewaltapparat zu Unterdrückung bereitsteht, Eine solche Diktatur muss gestürzt und zerschlagen werden. Und es war Karl Marx, der von Beginn an - und bestätigt durch die Erfahrungen der Pariser Kommune - gefordert hat, dass mit dem Aufstand und der Revolution die Diktatur des Proletariats errichtet werden muss. Vor dieser Konsequenz sind die meisten Revolutionäre 1918 und 1919 noch zurück gewichen. Damit war dies damit verbunden, dass mit den Räterepubliken keine sofortige Überführung der Produktionsmittel in gemeinsames Eigentum des werktätigen Volkes erfolgte. In der sozialistischen Republik Bremen führte dies unter anderem dazu dass sich die Banken weigerten der neuen Regierung Geld für Löhne und Gehälter auszuzahlen. Diese reaktionäre Politik war nur möglich, weil eben die Betriebe, die Banken nicht sofort enteignet wurden! Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Genossen! Wenn wir uns heute kritisch und selbstkritisch mit den Erfahrungen der Novemberrevolution in Deutschland, den Erfahrungen der sozialistischen Republik Bremen und auch den nachfolgenden Kämpfen sie gegen den Kapp Putsch oder dem Hamburger Aufstandes 1923 befassen, so tun wir dies nicht aus einer überheblichen Besserwisserei heraus oder einem Streit von Geschichtsprofessoren. Wir tun es, weil nicht noch einmal eine solch revolutionäre Situation verstreichen darf und im Blut der Konterrevolution erstickt werden! Fehler auf dem Weg zum Sozialismus sind unvermeidlich. Aus den Fehlern zu lernen, das allerwichtigste! Die Novemberrevolution in Deutschland hatte mit Lenin und dem sozialistischen Aufbau in der Sowjetunion einen festen Verbündeten. Aber es fehlte auch eine starke Internationale, die die Kämpfe in den verschiedenen Ländern, die Aufstände die es ja gab, koordinierte und eine gemeinsame Kraft über Länder Grenzen hinweg ermöglichte. Nach dem Verrat der II. Internationale musste eine solche internationale für die sozialistische Revolution erst wieder neu aufgebaut werden, was von den russischen Genossen und viele neue entstandenen kommunistischen Partei sofort in Angriff genommen wurde. Der Novemberrevolution zu gedenken, den Gefallenen in diesem Freiheitskampf zu gedenken das bedeutet eben ernsthaft, solidarisch, mit Rückgrat auch heute für die internationale, sozialistische Revolution einzutreten. Vielen Dank!
  • Rede zur Erinnerung an 100 Jahre Räterepublik - Annette Düring Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde, Ich begrüße euch zu unserer Gedenkveranstaltung für die Gefallenen der Niederschlagung der Bremischen Räterepublik. 100 Jahre Gedenken an die Bremer Räterepublik, einhundert Jahre deutsche Geschichte, 100 Jahre Geschichte in Bremen. Ich habe dabei ein Bild vor Augen, immer, wenn ich am Bremer Rathaus vorbeigehe: das Bremer Rathaus mit der roten Flagge im November 1918, ein Bild, das wir gerade in diesen Zeiten des Gedenkens wieder des Öfteren in den Medien sehen. Was war geschehen in diesen Novembertagen, den letzten Tagen des ersten Weltkrieges? Der Zusammenbruch einer verantwortungslosen monarchistisch-militaristischen deutschen Staatsführung und ihren Helfershelfern in Verwaltung, Justiz und Wirtschaft, die Millionen Menschen auf den Schlachtfeldern an den Fronten in den Tod getrieben hatte, hunderttausende Verletzte und Invaliden in den kriegführenden Ländern zurückgelassen und die Bevölkerung in den deutschen Städten und Dörfern in Armut, Hunger und Perspektivlosigkeit getrieben hatte. Am 9. November ruft Philipp Scheidemann von einem Fenster des Reichtages die erste deutsche Republik aus. Am 14. November 1918 übernimmt ein Arbeiter- und Soldatenrat die politische Macht in Bremen. Am 22. November beschließt die im Kaffee Flora tagende Volksversammlung unter anderem die sofortige Bewaffnung der industriellen Arbeiterschaft, die Aufhebung des Bremer Senats, der Schutzmannschaften und der Kriminalpolizei. Am 10 Januar wird die sozialistische Rätepublik Bremen proklamiert. Bereits am 15. Januar leiten die bürgerlichen Kräfte das Ende der Räterepublik ein. Die Banken sperren die Kredite und verweigern der neuen Regierung die Auszahlung von Geldern für Löhne und Gehälter, Abgesandte der Bremischen Kaufleute, der Bremer Wirtschaft, fordern die in Berlin unter Friedrich Ebert gebildete Regierung auf, in Bremen wieder Ruhe und Ordnung herzustellen. Am 4. Februar erfolgte dann auf Befehl des Reichswehrministers Gustav Noske der Angriff auf Bremen. Gegen Abend brach der Widerstand der Verteidiger zusammen, 30 Arbeiter und Soldaten waren auf Seiten der Bremer Räterepublik gefallen Heute, fast auf den Tag genau einhundert Jahre später, stehen wir am Mahnmal dieser Menschen, die ihr Leben für das erste demokratische Gemeinwesen in Bremen gegeben haben. Sie haben gekämpft für die Prinzipien von Freiheit und Gleichberechtigung, letztlich von umfassender gesellschaftlicher Mitbestimmung und dem Aufbau eines demokratischen Gemeinwesens. Wie ging es weiter nach der Niederschlagung der Bremer Räterepublik? Die alten Institutionen, Senat und Bürgerschaft, übernahmen wieder die Staatsgewalt – in einer neuen Republik zwar, der Weimarer Republik. Deren Scheitern war aber bereits in der Zerrissenheit der politischen Kräfte, der Kämpfe um Macht und Einfluss in der Arbeiterschaft, zwischen den Parteien und auch in den Gewerkschaften angelegt. Und so konnten in der kommenden Dekade deutsch-nationale Strömungen mit massiver Unterstützung des Kapitals die Ansätze einer demokratischen Entwicklung in Deutschland aushebeln mit den bekannten Folgen. Ein weiteres Bild in meinem Kopf, und nur 14 Jahre später, am 5. März 1933, Reichstagswahlen in Deutschland und die Hakenkreuzfahne am Roland. Die Nazis an der Macht. Und sie verfahren schlimmer als die Freicorps, die die Räterepublik niederkartäscht haben. Sie merzen aus, was an die Republik erinnert: Parteien und Gewerkschaften der Arbeiterschaft: Sie bringen diejenigen, die sich für Freiheit, für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung, für die Menschenwürde einsetzen, in die Gefängnisse und Konzentrationslager. Sie propagieren ein Herrenmenschentum, dass die arische Rasse zum Leitbild macht, dem sich alle anderen zu unterwerfen haben. Als Spitze aller Perfidität erklären sie das Judentum zur Ursache allen Übels in der Welt und ermorden – auch in der Mitte der deutschen Gesellschaft – 6 Millionen Juden in ihren Konzentrationslagern. Sie entfachen einen Weltkrieg, in dem insgesamt 50 Millionen Menschen umgekommen sind. Mit der Erklärung der Menschenrechte am 10 Dezember 1948 sollten Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit als Grundrechte aller Menschen zur Leitlinie politischen Handelns werden, damit Willkür, Ausbeutung, Rassismus und Ausgrenzung keinen Raum bekommen sowohl im staatlichen Handeln als auch im Umgehen der Menschen miteinander. Und heute, 100 Jahre nach dem Ende der Räterepublik, mehr als 70 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus? In welchen Zeiten leben wir? Mehr als 70 Jahre Frieden in unserem Land. Eine wirtschaftliche Entwicklung, die uns zu einer der reichsten Nationen der Welt gemacht hat. Eine europäische Union, die die Grenzen zu ehemaligen sogenannten Feinden beseitigt zu haben scheint. Eine Veränderung in der Welt, die alte Machtblöcke zerrissen und neue geschaffen hat. Und wenn ich ein weiteres Bild bemühen sollte: wenn ich heute an manchen Tagen am Rathaus vorbeigehe, dann sehe ich die Speckflagge und daneben die europäische Fahne und um mich herum eine Stadt in all ihrer Vielfalt; eine Stadt, in der ich gerne lebe. Und doch sehen wir heute eine gefährliche Veränderung in unserem Alltag und auch in der politischen Entwicklung in Europa und darüber hinaus. Die Gier nach Profit hat ein nie gekanntes Maß erreicht. Die Spaltung der Gesellschaften, ja die Spaltung der Welt in arm und reich nimmt in einem Maße zu, das das Leben für viele Menschen auf anderen Kontinenten aber auch in Europa und in Deutschland schwer erträglich macht. Die zunehmende Konkurrenz um Ressourcen, um Arbeit, um menschenwürdige Lebensumstände befördert Nationale Egoismen, kulturelle Vorurteile, Diskriminierung und Ausgrenzung Anderer. Sie bereitet den Boden für diejenigen, die die Schwachen verachten, die Rücksichtslosigkeit und Geschichtsvergessenheit zur Leitschnur ihres politischen Handelns machen. Wer die Nazizeit als historischen Vogelschiss verharmlost, für den hat unser Leitspruch Nie wieder Faschismus, Nie wieder Krieg! keine Bedeutung. Das wollen und können wir nicht hinnehmen. Gerade deswegen stehen wir heute hier im Gedenken an die Gefallenen des 4. Februar 1919. Sie haben für die Idee eines menschenwürdigen Lebens für die arbeitende Bevölkerung gekämpft und sind dabei getötet worden. Ihr Andenken verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung. Die getöteten Kämpfer der Bremer Räterepublik mahnen uns auch gerade heute wieder, aus der Vergangenheit Lehren zu ziehen. Wenn wir uns nicht auf den Weg begeben, herauszuarbeiten, was die zunehmende Spaltung der Gesellschaft aufhalten kann; wenn wir uns nicht gemeinsam gegen soziale Ungleichheit, Spaltung, Hass und Hetze stellen, jede und jeder an seinem Platz; und gerade auch die Gewerkschaften zusammen mit den Betriebs- und Personalräten, den Vertrauensleuten in der Arbeitswelt, in unserem Wohnumfeld, in der Politik, müssen wir uns fragen lassen, was wir dagegen getan haben, als wir es noch in der Hand hatten? Ich danke euch!
  • Rede 100-jähriges Rätegedenken- Gerrit Brüning Liebe Freundinnen und Freunde, Liebe Genossinnen und Genossen, wir gedenken heute den Arbeitern, die im Kampf für die Verteidigung der Bremer Räterepublik ihr Leben gelassen haben. Sie teilten dieses Schicksal mit ihren Berliner Klassengenossen, die nach der Niederlage in den Januarkämpfen durch die unter dem Oberbefehl Gustav Noskes stehenden Frei-korps zu Tausenden ermordet worden sind – unter ihnen auch Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Leo Jogiches. Und auch in Bremen war es Noske, der letztlich als selbsternannter Bluthund die Verantwortung trug, als er der Division Gerstenberg und dem Freikorps Caspari den am 4. Februar beginnenden Angriff auf Bremen befahl. In seiner Rede vor der Deutschen Nationalversammlung vom 15. Februar 1919 rechtfertigte Gustav Noske den Überfall auf die Bremer Räterepublik mit folgenden Worten: ‚Deutschland kann nicht gesunden, kann sich nicht aus Elend und Not herausarbeiten, wenn der Wirrwarr in einem großen Teile des Landes andauert. Es ist nur eine ganz geringe Minderheit, die zum Bruderkampf hetzt. […] Wollen die Verblendeten oder Böswilligen nicht hören und sich dem Willen der großen Mehrheit des Volkes nicht fügen, so muss und soll ihnen mit aller Kraft entgegen-getreten werden.’ Dabei waren es nicht die Arbeiter, die Deutschland in Elend und Not gestürzt hatten, sondern die Großkapitalisten und die bürgerlichen Parteien, die mit Schützenhilfe durch die rechten SPD- und Gewerkschaftsführer den imperialistischen Weltkrieg vom Zaun gebrochen hatten. Vor diesem Hin-tergrund konnte jedes Herausarbeiten aus Elend und Not bei Fortexistenz des Imperialismus und Militarismus nur eine Vorbereitung auf das nächste Völkerschlachten sein. Ein Völkerschlachten das dann mit dem von den Nazi-Faschisten begonnenen Zweiten Weltkrieg kam, der noch viel verhee-render werden sollte als der erste. Nein, die Verteidiger der Bremer Räterepublik – Kommunisten wie Unabhängige Sozialdemokraten – waren weder Verblendete noch Blödsinnige. Im Gegenteil! Als Kinder der bremischen Arbeiter-klasse hatten sie in Regierung und Kapital ihren Gegner klar erkannt, kämpften sie mit dem arbei-tenden Volk und für das arbeitende Volk: Sie kämpften um Frieden und Sozialismus! In diesem Kampf – der doch im ganzen Deutschen Reich geführt wurde – stand Bremen auf einem vorgeschobenen Posten. Diese vorgeschobene Position war letztlich aber auch das Verhängnis der Räterepublik, die als eine Art roter Leuchtturm zwar den Hass der gesamten Reaktion auf sich zog, nach der Niederschlagung der Berliner Januarkämpfe aber nur über wenige Verbündete verfügte. Den stärksten Verbündeten hatte die Bremer Räterepublik an der Elbe. Während die MSPD-Führer sich noch am 1. Februar 1919 in der Sitzung des Hamburger Arbeiter- und Soldatenrates darum bemühten, die konterrevolutionäre Bedrohung Bremens klein zu reden, organisierten die Unabhän-gigen und Kommunisten Freiwillige zur Unterstützung der Bremer Räterepublik. Und so standen am Morgen des 4. Februar 1919 1.500 revolutionäre Hamburger Arbeiter am ‚Hannoverschen Bahn-hof‘ zur Abfahrt nach Bremen bereit. Mit ihrer Hilfe hätte der Angriff auf Bremen vielleicht abge-wehrt und zumindest ein Verhandlungsfrieden erreicht werden können. Doch als sie durch einen gegenrevolutionären Beamtenstreik an der Fahrt nach Bremen gehindert wurden, standen die Ver-teidiger der Räterepublik nahezu alleine da. Einzig aus Cuxhaven waren revolutionäre Matrosen unter dem Kommando von Eugen Liby in unsere Hansestadt gekommen, um die Bremer Arbeiter im Kampf zu unterstützen. Aus den Erinnerungen Josef Sosnas, die die Zeitung ‚Neues Echo‘ anlässlich des 50. Jahrestags der Niederschlagung der Bremer Räterepublik veröffentlichte, geht die Bitternis dieser Stunden her-vor:„Ich stellte mich am Nachmittag des 3. Februar freiwillig im Rathaus zu dem bevorstehenden Kampf, in der Überzeugung, daß die zugesagte Verstärkung aus Hamburg, Bremerhaven und Wil-helmshaven noch eine gute Wendung herbeiführen könnte. Doch sie wurden an der Fahrt gehindert und entwaffnet. Trotz großer Überlegenheit der Division Gerstenberg, die mit modernsten Kriegs-waffen ausgerüstet war, gelang es dieser erst abends – nach hartnäckigem Widerstand der 500 be-waffneten Arbeiter – der Stadt Herr zu werden. Bei diesem heroischen Kampf fielen 28 Verteidiger der Bremer Räterepublik.“ Die reaktionäre Soldateska setzte dann eine nur aus rechten Mehrheitssozialdemokraten bestehende provisorische Regierung ein, die sich sogleich ans Werk machte, die alten Gewalten wiedereinzuset-zen. Aber, so fährt Sosna fort, der Kampf war nicht vergebens, denn die Verteidiger der Bremer Rätere-publik „gaben ihr Leben für eine große Idee: die Sozialistische Deutsche Räterepublik, die durch die Beseitigung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung eine friedliche Zukunft für die Menschheit ohne Krieg bringen sollte.“ Und bis heute ist diese große Idee lebendig geblieben; auch heute geht der Kampf der Verteidiger der Bremer Räterepublik weiter! Liebe Freundinnen und Freunde, Liebe Genossinnen und Genossen, die Lehren der Novemberrevolution und der Bremer Räterepublik lassen sich nicht ohne weiteres auf unsere heutige Situation übertragen, denn heute leben wir bekanntermaßen nicht in revolutionä-ren Zeiten. Aber auch wenn sich die Form der Auseinandersetzung geändert hat, die Ziele des Kampfes bleiben doch die gleichen. Auch im Jahre 2019 kämpfen wir gemeinsam für die Erhaltung des Friedens, gegen die Rechtsentwicklung, die in ganz Europa, aber auch in weiten Teilen der Welt vor sich geht, und für demokratischen und sozialen Fortschritt. Vor allem der Frieden ist heute stärker bedroht als noch vor wenigen Jahren. Und noch immer ist es der Imperialismus, von dem diese Bedrohung ausgeht. Aber die Folgen eines Krieges wären heute, vor dem Hintergrund der Nuklear- und anderer Massenvernichtungswaffen, ungleich größer als im Jahre 1914. Heute stünden nicht nur Menschenleben, sondern die Existenz der Menschheit selbst auf dem Spiel! Deshalb müssen wir gemeinsam gegen die wachsende Kriegsgefahr aktiv werden: Wir müssen wi-dersprechen, wenn russophobe Hetze geäußert wird – sei es in Zeitungen, sei es am Arbeitsplatz oder sogar im Rahmen des eigenen Freundes- und Familienkreises. Wir müssen uns wehren gegen die Militarisierung unserer Schulen und Hochschulen, an denen noch immer Jugendliche für die Bundeswehr rekrutiert werden und an denen noch immer für den Krieg geforscht wird. Es ist notwendig, politischen Druck aufzubauen gegen die Aufrüstungsbestrebungen der NATO und gegen die Versuche der sich zunehmend militarisierenden EU, eine europäische Interventions-armee aufzubauen. Nein, die EU steht eben nicht für Frieden, wie es auch von Linken immer wieder zu hören ist! Sie ist kein fortschrittliches Projekt! Wer nach der Ausplünderung der europäischen Peripherie hierfür noch einen Beweis benötigt, möge nach Lateinamerika schauen. Es ist doch bezeichnend, dass ge-rade die Europäische Union nun zu den Scharfmachern gehört, die sich erdreisten der linken Regie-rung in Venezuela ein Ultimatum zu stellen! Ganz in der Tradition des europäischen Kolonialismus und gegen jedes Völkerrecht wird gedroht, den selbsternannten Putsch-Präsidenten Guaidó anzuer-kennen, sofern die souveräne venezolanische Regierung nicht binnen Tagen Neuwahlen ausruft. Zurecht hat Präsident Maduro dieses Ultimatum als Frechheit bezeichnet. Die Europäische Union erklärt wie die Vereinigten Staaten von Amerika, es gehe darum, Demokra-tie nach Venezuela zu bringen. Ist es nicht seltsam, dass ihnen dies etwa in Bezug auf die Kopf-ab-Diktatur in Saudi-Arabien noch niemals in den Sinn gekommen ist? Wo ist die vielbeschworene Demokratie im Irak, in Libyen und Afghanistan, wo sie direkt mit militärischen Mitteln verbreitet werden sollte? Nein, der EU und den USA geht es im Jahre 2019 ebensowenig um Demokratie wie es Noske um Demokratie ging, als er am 4. Februar 1919 in Bremen einmarschieren ließ. In Wahrheit ging es damals wie heute darum, eine fortschrittliche Regierung zu stürzen und den Kapitalismus am Leben zu erhalten. Statt ein Land seinen widerspruchsvollen Weg zum Sozialismus gehen zu lassen, sollen die sozialen Errungenschaften geschleift werden, von denen die arbeitenden Menschen Venezuelas profitiert haben, etwa die Verdoppelung der aufgewendeten Gelder für das Renten- und Sozialversicherungs-system oder der allgemeine Zugang zur Gesundheitsversorgung. Statt den Reichtum des Landes allen Venezolanern zugute kommen zu lassen, sollen die Ressourcen des Landes für die Profite der Großkonzerne ausgeplündert werden! Wir, die wir heute zusammengekommen sind, um der Verteidiger der Bremer Räterepublik zu ge-denken, müssen ihren Kampf weiterführen, indem wir helfen, Venezuela gegen die Putschpläne des Imperialismus zu verteidigen, und indem wir in unserem Land um demokratischen und sozialen Fortschritt ringen. Denn nur wenn wir es schaffen, eine starke und kämpferische Linke zu formen, wird es uns gelingen, dem gegenwärtigen Erstarken rechter und faschistischer Parteien und Bewe-gungen wirksam entgegenzutreten. Und nur wenn es uns gelingt, die arbeitenden Menschen für ihre eigenen Interessen in Bewegung zu setzen, werden wir perspektivisch in der Lage sein, den nächsten Anlauf zum Sozialismus zu neh-men!
  • Mit Spaten, Pinsel und Georadar Interessierte folgten am 28. November 2018 im Nachbarschaftshaus Ohlenhof einer interessanten Schilderung der Landesarchäologin Prof. Dr. Uta Halle zu Lehrgrabungen und Forschungen auf dem Gelände der Bremer Schützengilde im letzten halben Jahr. … Entgegen aller Erwartungen der beteiligten Studierenden und SchülerInnen, der Schützengilde und der Landesarchäologie erwiesen sich die Grabungen als außerordentlich aufschlussreich. Bereits nach Entfernung der Grassode fanden sich nur wenige Zentimeter tief Fundamente. … In der Tat muss der alte Schützenhof dort gelegen haben, wo ein Jahr später die ersten beiden Baracken des KZ-Außenlagers gebaut wurden, Eingangsbaracke in der großen Halle, die noch bestehende Querbracke im Tanzsaal. … Weitere Funde aus den Akten des Bausenators im Staatsarchiv machen deutlich, dass der alte Schützenhof als Internierungslager diente… Auszug BAF 02./03.2019
  • Revolutionsgedenken Am 15. November fanden sich im Anschluss an eine Demonstration anlässlich des 100. Jahrestages der Novemberrevolution in Bremen ca. 150 Menschen ein. … Unser Vorsitzender Raimund Gaebelein begrüßte die Anwesenden und verlas die Deklaration des Arbeiter- und Soldatenrates, die am 15.11.1918 vom Rathaus verkündet wurde. … Die erste Rednerin Claudia Bernhard (MdBB der Linken) konzentrierte sich in ihrem Beitrag auf die damalige Rolle der Frauen und das Verhältnis Feminismus und Revolution. … Claudia Bernhard vermisste auch heute eine gemeinsame Klärung linker Kräfte, was man als nächstes eigentlich will und kritisierte, dass zu viel Energie darauf verwendet werde sich das Leben schwer zu machen und sich gegenseitig alte und neue Fehler vorzuwerfen. … Im Anschluss sprach Ulrich Schneider (Generalsekretär der FIR und VVN-Bundessprecher) über die Internationale Bewegung der Revolutionen von 1917 bis 1919. Er verwies auf die Auswirkungen des 1. Weltkrieges auf die arbeitende Bevölkerung in ganz Europa hin, die bei vielen zur Kriegsmüdigkeit und zur Unterstützung der sozialistischen Kriegsgegnerinnen geführt hatte. … Drei Schlussfolgerungen für heute zog Ulrich Schneider dabei: 1. Die Verbindung von politischer Machteroberung mit sozialpolitischen Verbesserungen. Vor allem müssten die Menschen in den Betrieben gewonnen werden. 2. Die Arbeiterbewegung muss einig sein, um erfolgreich zu sein. 3. Der Reaktion kann nur in breiten Bündnissen entgegengetreten werden… Auszug BAF 02./03.2019
  • Die erlaubte Kritik Vom 22. November bis zum 5. Dezember wurde im Kunst- und Kulturverein Spedition (Beim Handelsmuseum) die Ausstellung „Banditi e ribelli“ über die italienische Resistenza 1943-1945 gezeigt. Die Ausstellung, die mit vielen Fotos, Karten, Dokumenten von PartisanInnen arbeitet und deren Texten – bei aller notwendigen Kürze – sehr detailliert sind, möchte zu einem besseren Verständnis der Resistenza beitragen. Die Ausstellung gibt eine kurze Einführung in den Kriegsverlauf seit dem 10. Juni 1940 als das faschistische Italien durch die Kriegserklärung an Frankreich in den Krieg eintrat. Nach der Landung der westlichen Alliierten auf Sizilien wurde das faschistische Regime Mussolinis durch bisherigen italienischen Verbündeten gestürzt. Es folgten Waffenstillstand mit den Alliierten, die Besetzung Restitaliens durch die Wehrmacht und die Einrichtung der faschistischen Repubblicca Sociala Italiana (RSI) in Norditalien. … Dass es im Herbst und Winter 1944 immer wieder zu schweren Massakern in italienischen Ortschaften gekommen war, wird durch die Ausstellung klar und eindeutig gegeißelt. Die italienische Selbstbefreiung der großen norditalienischen Städte durch die Resistenza wird aber eher abwertend gesehen. … Viel wichtiger als die Ergebnisse ist aber, dass nach 1945 in der italienischen Gesellschaft eine hohe Würdigung der antifaschistischen Widerstandsbewegung eintrat, die über längere Zeit ein antifaschistisches Klima ermöglichte, das es in Deutschland nicht gab… Auszug BAF 02./03.2019