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  • Wenn der Pulverturm explodiert Wer weiß noch, dass die KPD, die Kommunistische Partei Deutschlands, einmal eine Massenbasis hatte. Wer weiß noch, dass es Millionen Menschen gab, die auf das revolutionäre Ziel der Partei, eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit zu schaffen, ihre Hoffnungen setzten. Ich gehöre zu denen, die sich aus Kindertagen noch daran erinnern. Ich sehe noch den Vorsitzenden der Anklamer KPD, Dr. Bruno Tiegs, auf der Straße gegenüber meinem Elternhaus stehen und das von ihm verfasste Kommunistenblättchen „Pulverturm" verkaufen, in dem seine erwachsenen Zeitgenossen lesen konnten: ,,Wer Hitler wählt, wählt den Krieg". Aber die Deutschen haben diese Wahrheit nicht geglaubt, ihre Köpfe waren von antikommunistischer Propaganda vernagelt, und sie wählten Hitler, der sie in den Krieg führte und zu Mittätern des größten Massenmords der Menschheitsgeschichte machte. Ich war 17 Jahre alt, als ich 1943 Soldat werden musste, und verdanke es vielleicht der Verwundung durch einen russischen Granatsplitter, der mich rechtzeitig außer Gefecht setzte, dass ich den Krieg überlebt habe. Als ich 1945 aus Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass die Deutschen sich noch einmal zu Antikommunismus und Kriegsbereitschaft verführen lassen würden. Ich war nicht der einzige Bremer Bürger, der die politische Arbeit der kommunistischen Minderheit, die den Staatsterror überlebt hatte, mit Hochachtung und Zustimmung sah. Wie gut, dass es in Bremen kämpferische Kommunisten wie Willi Meyer-Buer, Maria Krüger, Erika Ewert, Willi Hundertmark und Hermann Gautier gab, deren aufrechte politische Haltung auch von politischen Gegnern anerkannt und gern als Beweis dafür vorgezeigt wurde, dass es in den finsteren Jahren des Hitler-Faschismus auch ein anderes Deutschland gegeben hatte. Aber die Deutschen diesseits der Zonengrenze wählten einen Bundeskanzler, der mit christlicher Garnierung die Remilitarisierung betrieb und alte Nazis in maßgebliche Positionen zu bringen wusste. Und er hat sich auch nicht geschämt, gleichzeitig ein Verbot der KPD durchzusetzen, die dieser Entwicklung im Wege stand. Ein Parteiverbot, das von der Generation, die noch kurz zuvor Hitler zugejubelt hatte, zustimmend aufgenommen wurde. Als ich 1954 Rechtsanwalt in Bremen wurde, habe ich nicht für möglich gehalten, dass Kommunisten wieder Strafverteidiger brauchen könnten, und habe mir nicht träumen lassen, dass ich zu ihrem Verteidiger werden würde. Mein Anfang in Bremen war vielversprechend gewesen, der Haus- und Grundbesitzerverein hatte mich zu seinem Hausanwalt gemacht. Aber dann wurde mir die Pflichtverteidigung eines Kommunisten zugewiesen, der weitere Mandate aus der linken Szene folgten. Und so wurde ich zum Anwalt der Opposition gegen Adenauers Politik der Remilitarisierung und der Reaktivierung alter Nazis im Staatsapparat. Ich erlebte mit, wie Kommunisten, die schon als Widerstandskämpfer gegen das Naziregime Jahre im Zuchthaus und im Konzentrationslager verbracht hatten, erneut vor Gericht gestellt wurden, weil sie ihrer politischen Gesinnung treu geblieben waren. Und ich erlebte mit, wie das einst von den Nazis enteignete Parteihaus der KPD in der Lindenhofstraße , das der Partei nach dem Krieg als Wiedergutmachung von Nazi-Unrecht zurückgegeben worden war, erneut enteignet wurde. Ich werde nie vergessen, wie Albert Krohn und andere Genossen der KPD, die ihre Ersparnisse in die Renovierung ihres Parteihauses gesteckt hatten, verzweifelt und wütend über das ihnen zugefügte Unrecht in meinem Anwaltsbüro und vor Gericht saßen und ich ihnen vergeblich gegen die Übermacht der alten und der neuen Nazis im Staatsapparat zu helfen versuchte . Wer will, findet die Verfahrensakten im Bremer Staatsarchiv. Es sollte auch nicht in Vergessenheit geraten, dass es wiederum Kommunisten gewesen sind, die den Anfängen einer vom Ungeist der Nazizeit beeinflussten Politik widersprochen haben, die in unseren Tagen zu globaler Herrschaft des Kapitals, zu neuer Kriegsbereitschaft und zu wachsender Massenarmut und empörender Ungerechtigkeit geführt hat. Ein Pulverturm, der Name des Kommunistenblättchens von 1932, könnte auch heute als doppelsinniges Symbol für die Zukunft der Menschheit stehen. Die historische Alternative könnte wieder soziale Revolution oder Krieg und Faschismus lauten. Wenn der Pulverturm so oder so explodiert, wird es im bürgerlichen Lager wieder keiner vorausgesehen haben. Aber dann könnte die Zeit kommen, in der man sich der frühen Kämpfer für eine sozialistische Gesellschaftsordnung erinnert. Dann wird man sich wieder an Robert Stamm erinnern, den die Nazijustiz hinrichten ließ und dessen Namen das KPD-Parteihaus in der Lindenhofstraße trug. Und nicht nur an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und die unzähligen anderen von reaktionärem Militär und Hitlers Justizfaschisten ermordeten Kommunisten wird man sich erinnern, sondern auch an Felix Halle und die vielen anderen aufrechten Kommunisten, die von Stalins Justizterroristen verurteilt wurden. Und man wird endlich die unzähligen Justizopfer der antikommunistischen Nachkriegsjustiz der BRD rehabilitieren, von denen viele - auch einige der hier Versammelten - neben mir vor Gericht gestanden haben. Und dann wird die Stunde für nachfolgende Generationen schlagen, sich zu entscheiden, ob sie lieber in die von den Machthabern der USA und ihren globalen Mitläufern angezettelten Kriege ziehen wollen, oder ob sie den Profiteuren der Kriege und ihren Wegbereitern den Kampf ansagen wollen. Heinrich Hannover, Rede vor dem Roten Haus im Buntentorsteinweg in Bremen, 28.5.2016
  • Aus den Akten auf die Bühne Die 9. szenische Lesung der Reihe "Aus den Akten auf die Bühne" hat am 26. Mai im Theater am Leibnizplatz Premiere. Die bremer shakespeare company zeigt: "Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben - 'Lästige Ausländer' in der Weimarer Republik". Das Programmheft (ca. 100 S.) enthält v.a. Quellen und kann ab 26.5. im Buchhandel, Univ.buchhandlung Bremen und direkt über die Website www.sprechende-akten.de bestellt werden. Inhalt: Statt eines Vorworts: Joseph Roths Vorwort zu: Juden auf Wanderschaft (1927); 1. "Sie nehmen den deutschen Voksgenossen Brot und Wohnung..." Reaktionen auf die Zuwanderung aus Osteuropa 2. "Kulturschande" - Internierungslager für "Lästige Ausländer" 3. "Wir suchten Zuflucht in Deutschland.." Ausweisung und Abschiebung aus Bremen 4. "Quote für Russen erschöpft..." Gestrandet in Bremen auf dem Weg in die USA (1923-1931)
  • Bitte Beachten Auswertung unseres außerordentlichen Bundeskongresses Wir laden ein zur Landesmitgliederversammlung am Samstag, den 11. Juni, um 15 in den Räumen der Geschichtswerkstatt Gröpelingen Liegnitzstraße 61, um gemeinsam eine Auswertung unseres außerordentlichen Bundeskongresses vorzunehmen Die wilden Zwanziger - Worpswede expressiv Unsere diesjährige Sommerausfahrt führt uns am Samstag, den 16. Juli nach Worpswede. Dort finden unter dem Thema „Die wilden Zwanziger - Worpswede expressiv“ ab Mitte Juni Ausstellungen statt. Die Große Sommerausstellung der Worpsweder Museen widmet sich der spektakulärsten Umbruchzeit in der Geschichte des Künstlerdorfs: den 1920er Jahren. Während in Berlin die Moderne längst Einzug gehalten hat, muss sie in Worpswede um ihren Platz kämpfen. Und doch wird Worpswede nach dem Ersten Weltkrieg erneut zu einem Sehnsuchtsort für junge Künstler und Sinnsucher. Kunst und Politik, Träume und Visionen – Worpswede wird zu einem Mikrokosmos der wilden und zerrissenen zwanziger Jahre. „Auf der Suche nach dem Neuen Menschen“: Ab 1918 wandelt der durch den Ersten Weltkrieg desillusionierte Heinrich Vogeler seinen Barkenhoff zu einem Ort sozialutopischer Ideen, an dem er gemeinsam mit Gleichgesinnten versucht, seine Vision einer neuen Gesellschaft zu realisieren. Die Ausstellung „Bernhard Hoetger und die Expressiven“ in der Großen Kunstschau widmet sich Hoetger als einer der prägenden Persönlichkeiten der Worpsweder Kunstgeschichte und zeigt Werke der zweiten, expressiven Worpsweder Malergeneration von Bram van Velde, Albert Schiestl-Arding, Otto Tetjus Tügel, Alfred Kollmar u. a.. „Willy Dammasch“ lässt sich 1922 in Worpswede nieder. In der Ausstellung sind Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers versammelt – vielfach aus Privatbesitz und noch nie öffentlich gezeigt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf seinem radikalen stilistischen Wandel in den 1920er Jahren. Zu sehen in der Worpsweder Kunsthalle Unter dem Titel „Brücke in die Vergangenheit und Künstlerherberge“ zeigt das Museum in zwei Kabinetten Malerei von Alfred Kollmar, Horacio Butler, Lisel Oppel und Walter Müller sowie eine Dokumentation über die Zeit zwischen 1920 und 1930 im Haus im Schluh. Die Worpsweder Museums-Karte kostet 19,- Euro, ermäßigt 12,50 Euro (Schwerbehinderte, StudentInnen), zu erhalten in allen vier Museen und in der Tourist-Information Worpswede. Öffnungszeiten 10-18 Uhr. Hinfahrt 8:25 Uhr mit Bus 670 bis Worpswede Ostendorf (Barkhoff), Rückfahrt 17:43 Uhr. Anmeldungen bitte bis Ende Juni bei Raimund unter (0421) 6163215 oder 0176/4986 5184 Heideruh wird 90 Die diesjährige Mitgliederversammlung in Heideruh am 2. April war durchaus besser besucht als im vergangenen Jahr. Die Bilanz der Arbeit kann sich sehen lassen. Die Übernachtungszahlen liegen bei etwa 2.500 im Jahr, unter der Woche wäre durchaus nach Platz für SeminarbesucherInnen. Die Küche wurde gänzlich umgestellt auf regionale Produkte, soweit möglich biologisch angebaute Produkte. Das allerdings führt zu einer gewissen Unterdeckung. Baulich musste in den Erhalt investiert werden, die Kläranlage machte sehr zu schaffen. Durch Baudarlehen konnten die Kosten aufgefangen werden. Neu ist, dass nicht nur eine breite Vielfalt an Gruppen aus unterschiedlichen Zusammenhängen Seminare und Fortbildungen gestaltet, sondern Heideruh darüber hinaus als Bildungsort in Niedersachsen anerkannt wurde. Personell wurden mit zahlreichen Anträgen weitgehend ehrenamtliche Stellen im Rahmen des europäischen Erasmusprojekts, des Bundesfreiwilligendienstes, und der kommunalen und Landesförderung geschaffen. Das kommt auch den zum Teil schon mehrere Jahre im Heim untergebrachten Geflüchteten zugute. Die Anerkennung Heideruhs fand seinen Niederschlag bei der Kundgebung des „Bündnisses gegen Rechts“ gegen das Auftreten eines rassistischen Bündnisses am 3. April in Buchholz, zu der außer Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse unsere Geschäftsführerin Bea Trampenau ausdrücklich für die Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh sprach. 90 Jahre Heideruh ist hinreichender Grund, um am Samstag, den 30. Juli, nachmittags ab 14 Uhr am Sommerfest in Heideruh teilzunehmen. Mit Reinhold Andert (früher Oktoberclub), Achim Bigus, Infoständen, Wanderung, Musik und Lesung, reichhaltigem Kuchenbuffet und Grillabend.
  • Erinnerung und Geschichte Am 8. Mai 2016 ist es 71 Jahre her, dass die Alliierten des 2. Weltkrieges Deutschland von der Vorherrschaft des Faschismus befreit haben. Seit Jahren intensivieren sich die Diskussionen darüber, was es bedeutet, wenn die Menschen, die bewusst die NS-Herrschaft und ihren Untergang erlebten, als Zeitzeugen nicht mehr zur Verfügung stehen. Der vom 27. bis 29. Mai stattfindende außerordentliche Bundeskongress der VVN-BdA wird diese Fragestellung thematisieren und Wege aufzeigen, auf denen es gelingen könnte die NS-Geschichte – inklusive seiner Entwicklung und den daraus zu ziehenden Lehren – im Bewusstsein aller hier Lebenden zu verankern. Dazu wird es am Freitagabend zwei Impulsreferate geben. Der Samstag wird der Hauptarbeitstag für die TeilnehmerInnen. Beginnend mit einem dreistufigen World-Café (Arbeitsgruppen) zu den Fragen „Erinnerungs- und Geschichtsarbeit: Was müssen, wollen und können wir?“ Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen werden anschließend besichtigt und daraus Schwerpunktthemen festgelegt. Nach einer Mittagspause gibt es dann verschiedene Projektpräsentationen von Kreisverbänden unserer Vereinigung bzw. außerhalb der VVN-BdA arbeitenden Organisationen. Die Präsentationen sollen ca. 10-15 Minuten den in kleinen Gruppen aufgeteilten Delegierten einen Überblick über diese besonders vorbildhaften Projekte geben. In der letzten Arbeitsstunde werden die Möglichkeite des n des Einsatzes von elektronischen Medien in der Geschichtsarbeit behandelt. Am Sonntag erfolgt wiederum zuerst in Gruppenarbeit unter der Frage „Was nehmen wir für uns mit?“ die Auswertung des am Samstag erarbeiteten statt. Konsequenzen für die eigene Arbeit sollen sich gegebenenfalls in Beschlussvorlagen wiederfinden. Kurze Arbeitsberichte und die Beschlussvorlagen sollen dann dem Plenum vorgestellt werden. Um 13 Uhr ist das Ende des Bundeskongresses geplant.
  • Festigt sich dauerhaft eine extrem Rechte Partei? Drei Themen standen zur diesjährigen Nordkonferenz am 11.-13. März auf dem Programm. Mit 28 TeilnehmerInnen war die norddeutsche VVN-Bildungsveranstaltung vielleicht etwas weniger gefragt als in den letzten Jahren, dafür war sie kurz vor drei Landtagswahlen im Südwesten und der Mitte äußerst aktuell. Gerd Wiegel, Referent für Rechtsextremismus und Antifaschismus bei der Linksfraktion im Bundestag, vermittelte Samstagmorgen ein eindrucksvolles Recherchebild der AfD. Felix Korsch, Mitarbeiter der sächsischen Linken-Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz, unterfütterte das Bild mit Stimmungsberichten und Darstellungen aus einer zugespitzten Situation… „Deutschland –neue Macht – neue Verantwortung“ war das Thema eines Vortrags von Dr. Horst Leps vom Zusammenschluss Friedensbewegung Schleswig-Holstein, der eine rasante Veränderung in Aussage und Zielrichtung der Münchner Sicherheitskonferenz der vergangenen Jahre aufzeigte. Es galt die Frage zu beantworten, in welchem Umfange Deutschland bereit sei, seine neue Rolle anzunehmen. Allerdings sei Deutschland zu klein für die Rolle einer Hegemonialmacht. Das stehe im Widerspruch zum deutschen Führungsanspruch. Verstärkt setze die westliche Sicherheitsarchitektur darauf, potentielle Störer ihrer Verwertungsinteressen auszuschalten, Irak, Libyen, Syrien, Iran, Nordkorea. Da sich Deutschland nicht am Libyenkrieg beteiligt habe, solle es dies nun im Falle Syrien wettmachen. Für die Friedensbewegung wichtig aber sei es, Vorstöße Russlands zu einer neuen weltweiten Abrüstungs- und Entspannungspolitik aus früheren Jahren aufzugreifen und zu erreichen, das sie verhandelt werden. Auszug BAF 3./4.2016
  • Erschreckende Aktualität einer Bewegung Eröffnet wurde die sechste Fassung der Ausstellung zum Thema „Neofaschismus in Deutschland“ am 1. Februar im Bremer Gewerkschaftshaus von Daniela Teppich (DGB-Bildungssekretärin) und unserem Kameraden Thomas Willms, der seit 25 Jahren intensiv mit dem Themeninhalt beschäftigt ist. Daniela Teppich unterstrich die Aktualität der Ausstellung mit einem schon vor zehn Jahren entstandenen antifaschistischen Text über ein sinnierendes rotes Känguru. Thomas Willms hob hervor, dass man die 50.000 Anhänger faschistischer Ideen getrost als Sekte abtun könnte, fänden Elemente ihrer Vorstellungen nicht Zuspruch bei 35 % der Bevölkerung, die sie verbreiteten, darunter 15%, die sie aufgriffen und auf politischer Ebene umsetzten. Im Unterschied zu benachbarten Ländern ist dieses Potential zersplittert und verfügt nicht über eine zugkräftige Führungsfigur. Die Schwierigkeit in der Gegenaufklärung liegt darin, dass sie nicht zeigen kann, wie das wahre Gesicht des heutigen Faschismus ist, sondern vor allen darauf hinweist, was anders ist als in der Zeit faschistischer Herrschaft. An Hand eines Wimmelbildes werden die typischen Auftrittsformen faschistischer Bewegung zusammengefasst dargestellt. Im historischen Teil der Ausstellung wird deutlich, dass es nicht ausreicht, die zwölf Jahre faschistischer Schreckensherrschaft darzustellen, sondern ebenso ihren Aufstieg nach dem ersten Weltkrieg und ihre Kontinuität und Brüche seit der Befreiung 1945 zu verfolgen… Die Bilanz war nicht so schlecht: elf Klassen und zwei Gruppen geführt (270 TN), zwei Workshops (135 TN) und drei Vorträge (175 TN), also 580 Personen erreicht. Im Gewerkschaftshaus wurde sie um eine Woche verlängert, vom 26. Februar bis 4. März in der OS Findorff ausgestellt und dann in der Europaschule Meta-Sattler-Straße ein weiteres Mal am 11. März eröffnet. Auszug BAF3./4.2016
  • Städtepartnerschaft in der Ukraine In der Ukraine: sollte ich 1943 eingeschult werden - auf dem Kriegsschauplatz mit den größten Opferzahlen und Massenmorden… Auf dem Weg, um an der Feier zum 25. Jahrestag der von mir mit initiierten Städtepartnerschaft Charkow-Nürnberg teilzunehmen. Wo ich im „Nürnberger Haus“ an Bremer NS-Raubzüge erinnerte. Denn die Reichswehr, unterstützt von den Polizeibataillonen der Hansestädte Hamburg und Bremen, bereitete damals den Bremer Pfeffersäcken den Weg auf den Raubzügen gen Osten. Schon im 1. Weltkrieg waren sie daran beteiligt, - mit Ludwig Roselius als Vorreiter. Die Gemeinschaftsgründung des Tabakhandels und der deutschen Zigarettenindustrie errichtete u.a. unter Federführung Bremens eine Niederlassung in Kiew. Die Kaufleute halfen dabei, die sowjetische Landwirtschaft auszuplündern, Wehrmacht und Okkupationsbehörden mit Agrarerzeugnissen zu beliefern und den Weitertransport von geraubten Waren ins Reich durzuführen. Mit dafür zuständig war mein Vater – als „Sonderführer“ in Zivil. Auszug BAF-Artikel 02./03.2016
  • Aufbruch und Verständigung Zu einem antifaschistisch-antirassistischen Kongress in Kopenhagen hatten Horserod-Stutthof Forenigingen und FIR-Dänemark verschiedene Verbände für den 21./22. November 2015 geladen. FIR und VVN-BdA waren als Gäste beteiligt. Rund 60 TeilnehmerInnen setzten sich mit der internationalen Lage, der Situation der Geflüchteten und dem europaweiten Vormarsch rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien auseinander. In seiner Eröffnung wies Anton Nielsen (FIR-Dk) auf die Bedeutung imperialistischer Kriegseinsätze auf die wachsende Zahl von Geflohenen hin. Antifaschistische Vereinigungen verpflichten sich zusammenzufinden und publizistisch dagegen zu halten. Mit einem Blick auf die Anschlagsserie in Paris beschwor unser Kamerad Heinz Siefritz (FIR) die Anwesenden, die Werte des Antifaschismus gegen alle politischen Versuche zu verteidigen, die Gesellschaft in autoritärer Weise zu verändern. Ausgehend vom Buchenwaldschwur sollten vier Signale gesetzt werden, eine gemeinsame Position gegen die imperialistische Politik der europäischen Regierungen, eine klare Verurteilung aller Arten von Rassismus und Ultranationalismus, Verteidigung der Anti-Hitler-Koalition im Zweiten Weltkrieg und Erinnerung an ihre Zielsetzungen, gemeinsam mit Gewerkschaften und Kirchen, die Einheit aller Organisationen, die am Kampf für eine bessere Welt ohne Rassismus, Nationalismus, Expansionismus teilnehmen. Auszug BAF Artikel 02/03.16
  • Weg zum Denkort Vom 26. bis 28. November 2010 trafen sich rund 20 Menschen am Bunker Valentin. Sie waren daran interessiert an einer zukünftigen Gedenkstätte als Guide BesucherInnen zu führen… Die Überreste der beachtlichen Anzahl von Gefangenenlager war fußgängig nicht erreichbar – soweit sie überhaupt freigegeben waren. Der größte Teil des Bunkers („Ruinenteil“) durfte aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden… Trotz allem blieb ein ansehnliches Programm übrig, woraus die Guides in Kleingruppen die ersten Entwürfe eigener Führungen entwickelten. Am 8. Mai 2011 wurde der „Denkort Bunker Valentin“ provisorisch eröffnet… Die Reaktion meiner BesucherInnen war unterschiedlich. Die meisten wirkten hoch interessiert an dem, was ich Ihnen präsentierte. Die Behandlung und das Schicksal der Zwangsarbeiter ließ kaum jemanden kalt… Durchgeführt wurden ein- oder mehrtägige Seminare mit anderen Trägern. Es fanden internationale Workcamps statt mit Ausgrabungen an den Fundamenten der Betonmischer auf der Nordseite statt. Baulich waren die letzten ca. 18 Monate vor der endgültigen Eröffnung entscheidend… Das Projekt „Denkort Bunker Valentin“ ist aber alles in allem mehr als gelungen… Auszug BAF 12.15/01.16
  • Täter und Opfer Unter dem Titel „Erinnerungskultur und Vergangenheitspolitik“ tagte die „Stiftung niedersächsische Gedenkstätten“ am 09.-11. Oktober in Hannover. 94 TeilnehmerInnen verfolgten diese fachwissenschaftliche Tagung mit zwölf ReferentInnen und einer Exkursion. Prof. Dr. Norbert Frei (Jena) zog in einem ausführlichen Eingangsreferat Bilanz zu 70 Jahren Veränderung im Geschichtsbewusstsein… Prof. Dr. Constantin Goschler (Bochum) zeigte anhand der Wiedergutmachungspolitik seit 1945 auf, wie schwer sich Politik, Justiz und Verwaltungspraxis über Jahrzehnte taten, Opfer des Faschismus zu würdigen. Wiedergutmachungspolitik ließe sich vor allem anhand der Schritte zur Wiedereingliederung der Bonner Republik in die internationale Gemeinschaft ablesen… Der Vortrag von Dr. Christoph Rass (Osnabrück) bot eine kritische Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Geschichtspolitik. Bis hin zur Neubewertung der Ehrung von Honoratioren in Politik und Wirtschaft, zeigte er Ergebnisse historisch-kritischer Nachforschungen anhand von Lebensläufen „verdienter“ Personen in Behörden und Diensten im Laufe der Jahrzehnte, bis hin zum BND… Die Exkursion am Samstagnachmittag führte die TeilnehmerInnen in die Rosebusch – Verlassenschaften, wo die Künstlerin Almut Breuste durch die gemeinsam mit ihrem verstorbenen Lebensgefährten entwickelte Kunstinstallation einführte… Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten hat eine hochkarätige Tagung gestaltet, die vor allem geprägt war von einer Auseinandersetzung um die Interpretation der Einschätzung des Charakters der Befreiung vom Faschismus in der heutigen Gesellschaft, der Vorstellung on jüngsten Forschungsergebnissen und der Vorstellung der Gedenkstättenarbeit der nächsten Zeit… Auszug BAF 12.15/01.16