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  • 'Rosen für die Opfer' Gedenkstätte 'Rosen für die Opfer' Sonntag, den 19. November 2017 um 11Uhr30 (Volkstrauertag) Bahrsplate in Bremen-Blumenthal 1942 wurde auf der Bahrsplate in Bremen-Blumenthal ein Lager der Deschimag/AG Weser für 'Ostarbeiter' , Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, errichtet. Spätestens ab 1943 wurde ein Teil des Geländes auchals Lager für sowjetische und frranzösische Kriegsgefangene genutzt. Teile des Gesamtlagers wurden zur Unterbringung von Einheiten der Kriegsmarine genutzt. Von August 1944 bis Anfang April 1945 wurden die ehemals von sowjetischen Gefangenen bewohnten Baracken als Unterkunft für KZ-Gewfangene genutzt (als eines der über 80 Außenlager des KZ Neuengamme bei Hamburg - in Bremen gab es 9 KZ Außenlager). Seit 1983 wird am Volkstrauertag an diesem Ort an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Wir gedenken der Häftlinge in den Lagern des Faschismus und den nach 1945 und in der Gegenwart verfolgten und erniedrigten Menschen. Teilnehmer des 2. Workcamps Bremen- Marzabotto/Italien schufen 1985 die Gedenkstätte 'Rosen für die Opfer'- gemeinsam mit Jugendlichen aus Ungarn und der Tschechoslowakei. Im Sommer 2009 wurde auf der Gedenkstätte 'Rosen für die Opfer' von Schülern und Lehrern des Schulzentrums an der Alwin-Lonke-Straße die Skulptur 'Stein der Hoffnung' geschaffen. Mit Pflastersteinen der ehemaligen 'Häftlingsstraße', die von der Bahrsplate zur Bremer Wollkämmerei führte, wurde die Gedenkstätte als 'Ort der Erinnerung und Begegnung' in würdiger Form erweitert. * Auf der Gedenkstätte können Blumen niedergelegt und Rosenstöcke gepflanzt werden
  • Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an den 79. Jahrestag der Pogromnacht vom 9./10. Nov. 1938 gegen jüdische Mitbürger Donnerstag, den 9. November 2017, 17:00 Uhr am 'Jacob-Wolff-Platz' in Aumund Veranstalter: Internationale Friedensschule Bremen Beirat des Ortsamtes Vegesack Evgl. Kirchengemeinde Alt-Aumund SA-Absperrung beim Brand der Synagoge in Vegesack am 10. Nov. 1938 Im Dezember 1942 verstarb Jacob Wolff, der letzte Vorsteher der Jüdischen Gemeinde für Vegesack und Umgebung, an den Folgen seiner Haft im Konzentrationslager Theresienstadt. Wie er verloren mehr als 70 jüdische Mitbürger aus Bremen-Nord ihr Leben während der NS-Gewaltherrschaft. Am 8. November 2007 wurde der Platz vor der Gedenkstätte in Aumund 'Jacob-Wolff- Platz' benannt. Die Gedenkstätte auf dem Platz wurde von der Bildhauerin Clarissa Dietrich neu gestaltet. 17:00 Wortbeiträge Gerd Meyer 'Internationale Friedensschule Bremen Dr. Jürgen Hartwig Beiratssprecher/Ortsamt Vegesack musikalische Begleitung durch den Chor`CHORIGINELL` Leitung: Wilhelm Torkel Nach der Gedenkveranstaltung kann die vom Bremer Lehrer Rolf Rübsam gestaltete Ausstellung zur Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde im Vegesack besucht werden (im benachbarten Gemeindehaus der evgl. Gemeinde Alt-Aumund).
  • Internationale Friedensschule Bremen Reihe ARCHIV-Gespräche im Bürgerhaus Dienstag 07. November 2017, 17 Uhr Kellerbühne im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus Vortrag mit anschließender Diskussion Ulrich Schröder "Räte und 'sozialistische Republik' in Vegesack und im Kreis Blumenthal (1918 - 1921)" Am 7. November 1918 versammelten sich bei Schichtbeginn etwa 3.500 Vulkanarbeiter in der Schiffbauhalle I des Bremer Vulkan. Damit begann die sog. Novemberrevolution im heutigen Bremen-Nord. Etwa 20 aufständische Matrosen und Soldaten waren per Bahn von Bremen dazugekommen und bildeten einen Soldatenrat. Auf dem Vulkan, in der Bremer Wollkämmerei und in anderen Industriebetrieben wurden Arbeiterräte gewählt, und es wehten dort rote Fahnen. Am frühen Nachmittag strömten etwa 6.000 – 7.000 Frauen und Männer zum Sedanplatz. Die Massenversammlung bestätigte einen „Arbeiter- und Soldatenrat für Vegesack und den Kreis Blumenthal“, der die Aufsicht über die Vegesacker Stadtverwaltung und das Blumenthaler Landratsamt übernahm. Am 11. Januar 1919 folgten die Revolutionäre im „Wirtschaftsgebiet Vegesack“ dem Vorbild ihrer Bremer Genossen und riefen die „sozialistische Republik“ aus. Erhebliche politische Konflikte und Machtkämpfe waren die Folge. In der Nacht vom 5. auf den 6. Februar rückten Regierungstruppen ein und beendeten das Experiment mit Gewalt. Doch vor allem auf betrieblicher Ebene vermochten sich die Räte zu halten. Die Tätigkeit eines im Herbst 1919 gewählten Bezirksarbeiterrates, der die Sozialisierung vorbereiten sollte, lässt sich bis zum Sommer 1921 nachweisen. Genau 99 Jahre nach Beginn der Revolution wird der Historiker Ulrich Schröder über deren Verlauf in Bremen Nord berichten.
  • Julius Fučík aus dem Pantheon in Prag entfernt … Wie der Museumsdirektor Michal Lukeš bekannt gab, wurde sie bereits 1991 beseitigt. Er sagte wirklich beseitigt, so als handle es sich um Abfall. Angeblich geschah das wegen Fučíks „ideeller Verbindung zum kommunistischen Regime“. Fučík ist 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet worden, also fünf Jahre vor der Errichtung des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei. Er kann also weder eine ideelle noch eine organisatorische Verbindung zu diesem Regime gehabt haben… Allein dass Fučík mit seiner Reportage unter dem Strang geschrieben die Weltöffentlichkeit über das Leid und den Freiheitskampf des tschechischen Volkes informiert hat, müsste ihm einen Platz im Nationalmuseums sichern. Als einzigartiges historisches Dokument ist das Werk Bestandteil der Weltliteratur… Es betrübt mich, dass manche das vergessen haben. Ich halte das für ein Zeichen der moralischen und politischen Desorientierung… Kurt Nelhiebel, Kultur- und Friedenspreisträger der Villa Ichon in Bremen Artikelauszug BAF 10./11.17
  • 70 Jahre VVN-BdA Bremen Am 24.08.2017 lud die VVN-BdA Bremen zu einer kleinen Feier anlässlich ihres 70. Jährigen Bestehens in die St. Pauli Gemeinde ein. Zur Einstimmung der zahlreich erschienenen Gäste sang das Rote Krokodil erstmal das Lied „Miteinander“ von Dieter Süverkrüp. Die Begrüßung erfolgte dann durch den Landesvorsitzenden Raimund Gaebelein. Er ließ die Anfänge der Gründung und einige prominente Mitglieder noch einmal Revue passieren. Gleichzeitig mahnte er, dass auch heute die Gefahr von rechts nicht abgewendet ist und erinnerte an den Schwur von Buchenwald, der immer noch nicht erfüllt ist… Die vollständigen Originalreden sind auf www.bremen.vvn-bda.de in der Rubrik Artikel nachzulesen. Marion Bonk Zum 20. Mal fuhren 48 Angehörige der „Nationalen Konföderation der Politischen Gefangenen und Angehörigen Meensel-Kiezegem ‘44“ nach Neuengamme und seine Außenlager, zum 15. Mal gedachten wir mit ihnen gemeinsam der Toten zweier Razzien belgischer SS unter deutschem Kommando Anfang August 1944… Die Suche nach den Gräbern der Angehörigen ließ keinen ruhen. Erinnerungstafeln am Schützenhof, auf Bahrs Plate und am Massengrab auf dem Osterholzer Friedhof sind Zeichen langjähriger gemeinsamer Nachforschungen… Wilhelm Henkel Im Bunker sahen wir auch dieses Jahr wieder viele Veränderungen… Unsere vertrauten Führer Ulrich & Moni sorgten wie gewohnt wieder für einen hervorragenden Vortrag, und die vielen Fragen, die folgten, wurden gerne beantwortet… Tom Devos Zahlreiche Grußworte erreichten unsere Landesvereinigung zum 70. Jahrestag. „…Gehen doch nicht wenige Zeichen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Bremen gegen NS-Willkürherrschaft und Krieg gesetzt wurden, auf das Engagement von Mitgliedern der VVN-BdA zurück… Wir denken dabei gern an die Mitwirkung von Walter Federmann zurück, der über zwei Jahrzehnte unserem Vereinsvorstand angehört hat, wofür wir bis heute dankbar sind… Günter Knebel, Schriftführer Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V. „…Zu Anfang der 2000er Jahre kamen wir auf unserer Suche in Kontakt mit Raimund Gaebelein und seinen Kameraden. Seither kommen wir fast jedes Jahr zum Schützenhof, wo dank des Bundes der Antifaschisten eine Erinnerungstafel für unsere Toten angebracht wurde… Das 70-jährige Bestehen der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ beweist, dass der Kampf gegen extrem rechte Ideologie weiter notwendig bleibt, die sich vor allem auf Rassismus gründet, auf Fremdenfeindlichkeit, gegen Probleme mit Flüchtlingen und Einwanderern. Ist der nächste Einwanderungs-Ausschluss-Vorwand vielleicht der Schutz von blonden Haaren und blauen Augen? … Freddy Duerinckx, stellv. Vorsitzender der NCPGR Meensel-Kiezegem ‘44 …Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf weitere erfolgreiche Jahre mit euch.“ Hermann Ernst, Rudolf Weinlich, Dardo Balke und Roberto Larze, Vorsitzende Sinti Vereine Bremen und Bremerhaven „Seit 70 Jahren mahnt und forscht der VVN-BdA zu den Verbrechen der Nazis… Als "Dank" gab es vom Staat Berufsverbot und in anderen Bundesländern noch immer geheimdienstliche Überwachung. Die Beobachtung von Antifaschist*innen muss bundesweit aufhören!“ Sofia Leonidakis, MdBB Die Linke Artikelauszug BAF 10/11.17
  • Grußworte der Belgischen Deligation aus Meensel Kiezegem Verehrte Gäste, liebe Freunde der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, Für uns ist es eine große Ehre, am 70. Jahrestag der Gründung eurer Vereinigung teilnehmen zu dürfen. Dafür recht herzlichen Dank. Unsere Vereinigung, die „Nationale Konföderation der Politischen Gefangenen und Angehörigen Meensel-Kiezegem ‘44“, fährt nun zum 20. Mal nach Neuengamme, um der 63 Toten einer doppelten SS-Razzia in unserem Dorf zu gedenken und sie zu ehren. Am 1. und 11. August 1944 wurden in unserem Dorf 91 Menschen verhaftet, und bei den Razzien vier Männer als Vergeltung für die Tötung eines flämischen SS-Kollaborateurs im Dorf ermordet. Dieser Rachefeldzug wurde angeordnet und geleitet von flämischen SS-Männern im Auftrag der Familie des getöteten Kollaborateurs. 71 Personen wurden ins KZ Neuengamme deportiert, 63 von ihnen allmählich umgebracht, durch Arbeit vernichtet, gerade einmal acht überlebten diese Hölle und kamen zurück. Ein paar Tage nach ihrer Ankunft in Neuengamme wurde 15 Menschen aus unserem Dorf nach Bremen gebracht, hauptsächlich in die Außenlager Blumenthal und Schützenhof. Zu Anfang der 2000er Jahre kamen wir auf unserer Suche in Kontakt mit Raimund Gaebelein und seinen Kameraden. Seither kommen wir fast jedes Jahr zum Schützenhof, wo dank des Bundes der Antifaschisten eine Erinnerungstafel für unsere Toten angebracht wurde. Auch auf Bahrs Plate stehen die Namen unserer Mitbürger in Stein gehauen. Wir danken herzlich für die Bemühungen und Anerkennung unserer Toten. So wie ihr stellen wir aus Verantwortung heraus fest, dass hier in Deutschland und anderswo in der Welt Neonazistische Vereinigungen Veranstaltungen organisieren können und dürfen, um ihre faschistischen, rassistischen, extrem rechte Gedanken zu verbreiten, wie kürzlich in Erfurt. Vor einigen Monaten fand in der lettischen Hauptstadt Riga eine Gedenk- und Verherrlichungsveranstaltung für die Waffen-SS statt. Noch letzte Woche wurde in Charlottesville in der USA eine extrem rechte Kundgebung zugelassen, als Meinungsfreiheit erlaubt. Eine Gegnerin dieses Aufmarschs wurde totgefahren durch einen extrem Rechten. Erst zwei Tage später wurde der Terroranschlag durch den sogenannten mächtigsten Mann der Welt verurteilt. Auch bei uns in Belgien ist es möglich, dass das eine oder andere Regierungsmitglied zu Treffen und Feiern ehemaliger SS-Kollaborateure eingeladen wird, Verteidigern des Hitler-Faschismus, Ostfront-Soldaten, und Gründern extrem rechter, gewaltbereiter Gruppen, und auch gerne daran teilnimmt. Das 70-jährige Bestehen der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ beweist, dass der Kampf gegen extrem rechte Ideologie weiter notwendig bleibt, die sich vor allem auf Rassismus gründet, auf Fremdenfeindlichkeit, gegen Probleme mit Flüchtlingen und Einwanderern. Ist der nächste Einwanderungs-Ausschluss-Vorwand vielleicht der Schutz von blonden Haaren und blauen Augen? Die „Nationale Konföderation der Politischen Gefangenen und Angehörigen Meensel-Kiezegem ‘44“ nimmt mit ihren Mitteln und Möglichkeiten an diesem Kampf teil, wir ziehen am selben Strang. Unsere Teilnahme an diesem Abend ist dafür Unterstützung und Bekräftigung. Vielen Dank fürs Zuhören
  • Rede Dr. Ulrich Schneider auf der Feier zum 70. Jahrestag der VVN-BdA Bremen Auf Grund der Länge der Rede hier die PDF-Datei 70 Jahre VVN Bremen 240817 Ul Schneider
  • Begrüßung zum 70. Jahrestag der Gründung der VVN-BdA Bremen Verehrte Anwesende, liebe Kameradinnen und Kameraden, liebe Freunde, zu unserer Veranstaltung 70 Jahre nach Gründung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes möchte ich alle herzlich begrüßen. Eine neue Welt des Friedens und der Freiheit zu bauen, gelobten die Häftlinge von Buchenwald im April 1945. Nicht eher wollten sie ruhen, bis der letzte Verantwortliche für Faschismus, Krieg und Ermordung von Millionen Menschen vor seinem gesetzlichen Richter steht. Im Nürnberger Tribunal gegen die Hauptkriegsverbrecher, den Nachfolgeprozessen, im Potsdamer Abkommen offenbarten sich Interessenunterschiede zwischen den alliierten Mächten, die sehr bald Auswirkungen auf den Umgang mit Faschisten und ihren Unterstützern hatte. Hermann Prüser, hatte er am 10. März 1933 in der Bremischen Bürgerschaft die letzte freie Rede in einem deutschen Landtag gehalten und die Sozialdemokraten zur Aktionseinheit mit den Kommunisten aufgerufen, um die Einsetzung eines Staatskommissars aus Berlin zu verhindern. Auf der Straße sollte sie stattfinden, wenn sie schon im Parlament nicht mehr möglich war. Nach der Befreiung vom Faschismus wurde er Vorsitzender des Entnazifizierungsausschusses, legte aber bald darauf sein Amt nieder, da man die Großen laufen lasse. In einem Brief an Bürgermeister Kaisen begründete er seinen Schritt: „Die Entnazifizierung wird … in der Öffentlichkeit diskriminiert, in der kleine, namenlose und wirtschaftlich ohnmächtige Beamte und Geschäftsleute bestraft und exponierte Vertreter der bremischen Wirtschaft und Verwaltung freigesprochen werden.“ Prozesse gegen die Mörder der Pogromnacht November 1938 wurden sehr spät eröffnet, die Täter zu niedrigen Strafen verurteilt und sehr schnell begnadigt. Willi Meyer-Buer hatte sieben Zuchthausjahre und das KZ Sachsenhausen überlebt, nach einem schweren Bombenangriff drei Kollegen aus dem brennenden Geschäftshaus gerettet und das Dorf Hande vor der Zerstörung bewahrt. Als KPD-Fraktionsvorsitzender in der Bremischen Bürgerschaft kämpfte er entschieden gegen die Behinderungen bei der Bildung von Einheitsgewerkschaften durch die Militärbehörden an, die große Versammlungen verboten. Bürgermeister Kaisen wollte „wollte nicht auf belastete Nazis, in der Verwaltung, auf ehemalige Wehrwirtschaftsführer und Kriegsgewinnler … verzichten, sie seien Fachleute – so behauptete er – ohne deren Mitarbeit der Wiederaufbau Bremens nicht vorankommen könnte.“ Georg Gumpert, hatte er im KZ Börgermoor und in den Haftzellen des Landgerichts die Methoden von Gestapo und SS zu spüren bekommen. Als Bevollmächtigter für die Arbeitszuteilung war er nach der Befreiung nicht bereit, den Einsatz ehemaliger hochrangiger Nazis bei schweren körperlichen Arbeiten zu beenden und verzichtete auf einen hochrangigen Posten im Arbeitsressort des Senats. Willy Hundertmark, Chefredakteur der kommunistischen „Tribüne der Demokratie“, ging es verstärkt um Aufklärungsarbeit für die Jugend. Die Verbrechen des Naziregimes sollten enthüllt, der antifaschistische Widerstand gewürdigt werden. Unterstützt wurde er von der KPD-Bürgerschaftsabgeordneten Maria Krüger, die den Bremer Frauenbund aufbaute und sich intensiv für die geschichtliche Aufarbeitung einsetzte. Sie alle beteiligten sich vor 70 Jahren an der Gründung der VVN. Heute stehen wir in einer veränderten Situation. Der Schwur von Buchenwald wird von Halbwissenschaftlern als Fälschung diffamiert. Er wird herangezogen, um der VVN-BdA ihre Verdienste um die Erhaltung und Verteidigung der Demokratie abzusprechen und erneut Berufsverbote gegen Antifaschistinnen und Antifaschisten zu verhängen.. Der Prozess gegen den NS-Untergrund schleppt sich nach vier Jahren in die Schlusskurve. Unterschlagen und durch Aktenvernichtung behindert wird die schützende Hand des Verfassungsschutzes. Das Bundesverfassungsgericht sieht keine Veranlassung, die NPD zu verbieten. Zu unbedeutend sei sie, um den Griff zur Herrschaft vollziehen zu können. Aus der Kameradschaftsszene hervorgegangene Gruppierungen dürfen im Schutze des Parteienprivilegs Gelder für ihre menschenfeindliche Propaganda kassieren. Terror-Anschläge religiöser Fanatiker werden für konservative Politik und Behörden zum willkommenen Anlass, die Sicherheitsarchitektur auszubauen. Das Trennungsgebot zwischen Geheimdiensten und Polizei wird zunehmend aufgeweicht, die Polizei paramilitärisch aufgerüstet. Ängste in der Bevölkerung werden medial verstärkt und zunehmend gegen linke Kräfte gerichtet. Geflüchtete geraten ins Visier der Überwachung, ihre Abschiebung in vermeintlich sichere Herkunftsländer vorantrieben. Anlässlich der Grundsteinlegung des KZ-Ehrenfelds auf dem Osterholzer Friedhof, unter dem 577 Tote aus ganz Europa ruhen, schrieb Eberhard Peters, Gesellschafter des Weserkuriers am 9. September 1947: „Die Toten mahnen – damit nicht unsere Kinder demselben Moloch geopfert werden.“ Auf jedem Grabstein für Politische und Soldaten, so Peters, müsse eigentlich stehen: “Für gewisse Konzerninteressen geopfert.“ Seit 1999 ist Krieg von deutschem Boden aus wieder machbar geworden, entgegen dem Verbot des Grundgesetzes, schamvoll als Friedensmission. Das Anwachsen der Zahl Geflüchteter wird zum Argument für ein Eingreifen in die inneren Verhältnisse der Herkunftsstaaten. Der Griff nach der Weltmacht, das Verlangen nach einem „Platz an der Sonne“, werden mit der veränderten Rolle der Bundesrepublik in der Welt begründet. Patriotismus wird mit Blick auf die Vereinigten Staaten wieder in deutsche Fahnen gekleidet. Demgegenüber hält die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen daran fest, dass in solidarischer Gemeinschaft der Völker eine neue Welt des Friedens und der Freiheit geschaffen werden muss. Raimund Gaebelein (Begrüßung anlässlich der 70-Jahrfeier der VVN-BdA Bremen am 24. August 2017 in der St. Pauli Gemeinde Neustadt
  • Krieg der Erinnerungen Von Ahrensbök über New York nach Auschwitz und zurück Die in dem Doppelband versammelten Beiträge stammen aus den letzten 50 Jahren. Sie dokumentieren mein geschichtspolitisch und pädagogisches Engagement in der Weiterbildung und als Grenzgänger der deutschen Zeitgeschichte. Unter Einbeziehung von Zeitzeugen als Subjekte der Aufklärung und am Beispiel von Exkursionen und Auslandsreisen werden Etappen und Fehlwege der deutschen Geschichte vorgestellt und kommen Konzepte und Hoffnungen für ein „anderes Deutschland” zu Wort. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufklärung darüber, aus welchen längst vor 1933 wirksamen Ideen und Interessen die Machteroberung der staatsverbrecherischen Politik des “Dritten Reiches” resultierte und welche nachhaltigen Belastungen sich daraus bis heute ergeben. Dabei bildet mein Geburtsort Ahrensbök im Kreis Ostholstein den Ausgangspunkt der Spurensuche. Dort wurde ich 1945 Zeuge des Todesmarsches von Auschwitz und erlebte das Schicksal von Zwangsarbeitern, Flüchtlingen und Displaced Persons vor Ort. Und hier konnten meine langjährigen Erfahrungen als Hochschullehrer in Bremen und Mitarbeiter von Volkshochschulen und Gewerkschaften u.a. in Bielefeld, Göttingen, Hannover und Nürnberg dazu beitragen, die produktive Zusammenarbeit von universitären und nicht akademischen Projekten am Beispiel der Einrichtung einer Gedenkstätte zu realisieren. Und das mit Hilfe von Überlebenden des Holocaust, die ich in beiden Teilen Deutschlands, aber auch in den USA, England, Frankreich, Spanien, Griechenland oder Polen aufsuchen und befragen konnte. Nicht wenige von ihnen gehörten zu den Zeitzeugen, die mit dazu beitrugen, historisch-politische Bildung mit ihrem Gegenwartsbezug in den Mittepunkt kritischer Aufklärungsarbeit in den Orten meines Wirkens zu stellen. Der Doppelband mit über 700 Seiten, ergänzt um weitere Beiträge in einer dem zweiten Band angefügten USB-Card, ist anspruchsvoll von Claus Hammer gestaltet, in großem Format (240x 297 mm) mit zahlreichen farbigen Abbildungen und mit Hard Cover-Fadenbindung. Bestellung: per e-mail an: wollenberg@uni-bremen.de oder Jörg Wollenberg, Bleicherstraße 10, 28203 Bremen. Oder: Sujet Verlag, Madjid Mohit, Breitenweg 57, 28195 Bremen, Tel. 0421 703737, email: kontakt@sujet-verlag.de Gegen 15 Euro ist die DVD auch separate zu erwerben. Sie enthält Ausstellungen in Bremen, Nürnberg, Ahrensbök, überarbeitete Video-Filme mit Bremer Widerstandskämpfern aus den Jahren 1980/83 (Maria Krüger, Käthe Popall, Gustav Böhrnsen, Hilde und Karl Grobe, Hermann Prüser, Heinz Kundel, Stephane Hessel,), Rundfunksendungen sowie teilweise unveröffentlichte Beiträge. Buchprojekt von Jörg Wollenberg Buchinhalt Inhalt der DVD
  • Worpsweder Abschied Worpsweder Abschied Für Heinrich Vogeler Wo wir uns immer trafen an lauen Sommerabenden der Barkenhoff wurde unser Ort der Leuchtturm auf dem Land Ideen reiften zu Worten wurden Sätze, Produkte, Handlungen Gedichte, Gemälde, Skulpturen Unsere Stimmen klangen weit Ins norddeutsche Land unsere Sehnsüchte wurzelten tief die langen warmen Sommer nährten uns unsere Hoffnungen waren groß die Jahre gingen ins Land und mit ihnen kamen kühlere Sommer und dann kamen die Zeiten die uns langsam entzweiten und Freundschaften zerbrachen im letzten Sommer auf dem Barkenhoff © 2014 Karin Schumann