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  • Julius Fučík aus dem Pantheon in Prag entfernt … Wie der Museumsdirektor Michal Lukeš bekannt gab, wurde sie bereits 1991 beseitigt. Er sagte wirklich beseitigt, so als handle es sich um Abfall. Angeblich geschah das wegen Fučíks „ideeller Verbindung zum kommunistischen Regime“. Fučík ist 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet worden, also fünf Jahre vor der Errichtung des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei. Er kann also weder eine ideelle noch eine organisatorische Verbindung zu diesem Regime gehabt haben… Allein dass Fučík mit seiner Reportage unter dem Strang geschrieben die Weltöffentlichkeit über das Leid und den Freiheitskampf des tschechischen Volkes informiert hat, müsste ihm einen Platz im Nationalmuseums sichern. Als einzigartiges historisches Dokument ist das Werk Bestandteil der Weltliteratur… Es betrübt mich, dass manche das vergessen haben. Ich halte das für ein Zeichen der moralischen und politischen Desorientierung… Kurt Nelhiebel, Kultur- und Friedenspreisträger der Villa Ichon in Bremen Artikelauszug BAF 10./11.17
  • 70 Jahre VVN-BdA Bremen Am 24.08.2017 lud die VVN-BdA Bremen zu einer kleinen Feier anlässlich ihres 70. Jährigen Bestehens in die St. Pauli Gemeinde ein. Zur Einstimmung der zahlreich erschienenen Gäste sang das Rote Krokodil erstmal das Lied „Miteinander“ von Dieter Süverkrüp. Die Begrüßung erfolgte dann durch den Landesvorsitzenden Raimund Gaebelein. Er ließ die Anfänge der Gründung und einige prominente Mitglieder noch einmal Revue passieren. Gleichzeitig mahnte er, dass auch heute die Gefahr von rechts nicht abgewendet ist und erinnerte an den Schwur von Buchenwald, der immer noch nicht erfüllt ist… Die vollständigen Originalreden sind auf www.bremen.vvn-bda.de in der Rubrik Artikel nachzulesen. Marion Bonk Zum 20. Mal fuhren 48 Angehörige der „Nationalen Konföderation der Politischen Gefangenen und Angehörigen Meensel-Kiezegem ‘44“ nach Neuengamme und seine Außenlager, zum 15. Mal gedachten wir mit ihnen gemeinsam der Toten zweier Razzien belgischer SS unter deutschem Kommando Anfang August 1944… Die Suche nach den Gräbern der Angehörigen ließ keinen ruhen. Erinnerungstafeln am Schützenhof, auf Bahrs Plate und am Massengrab auf dem Osterholzer Friedhof sind Zeichen langjähriger gemeinsamer Nachforschungen… Wilhelm Henkel Im Bunker sahen wir auch dieses Jahr wieder viele Veränderungen… Unsere vertrauten Führer Ulrich & Moni sorgten wie gewohnt wieder für einen hervorragenden Vortrag, und die vielen Fragen, die folgten, wurden gerne beantwortet… Tom Devos Zahlreiche Grußworte erreichten unsere Landesvereinigung zum 70. Jahrestag. „…Gehen doch nicht wenige Zeichen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Bremen gegen NS-Willkürherrschaft und Krieg gesetzt wurden, auf das Engagement von Mitgliedern der VVN-BdA zurück… Wir denken dabei gern an die Mitwirkung von Walter Federmann zurück, der über zwei Jahrzehnte unserem Vereinsvorstand angehört hat, wofür wir bis heute dankbar sind… Günter Knebel, Schriftführer Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V. „…Zu Anfang der 2000er Jahre kamen wir auf unserer Suche in Kontakt mit Raimund Gaebelein und seinen Kameraden. Seither kommen wir fast jedes Jahr zum Schützenhof, wo dank des Bundes der Antifaschisten eine Erinnerungstafel für unsere Toten angebracht wurde… Das 70-jährige Bestehen der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ beweist, dass der Kampf gegen extrem rechte Ideologie weiter notwendig bleibt, die sich vor allem auf Rassismus gründet, auf Fremdenfeindlichkeit, gegen Probleme mit Flüchtlingen und Einwanderern. Ist der nächste Einwanderungs-Ausschluss-Vorwand vielleicht der Schutz von blonden Haaren und blauen Augen? … Freddy Duerinckx, stellv. Vorsitzender der NCPGR Meensel-Kiezegem ‘44 …Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf weitere erfolgreiche Jahre mit euch.“ Hermann Ernst, Rudolf Weinlich, Dardo Balke und Roberto Larze, Vorsitzende Sinti Vereine Bremen und Bremerhaven „Seit 70 Jahren mahnt und forscht der VVN-BdA zu den Verbrechen der Nazis… Als "Dank" gab es vom Staat Berufsverbot und in anderen Bundesländern noch immer geheimdienstliche Überwachung. Die Beobachtung von Antifaschist*innen muss bundesweit aufhören!“ Sofia Leonidakis, MdBB Die Linke Artikelauszug BAF 10/11.17
  • Grußworte der Belgischen Deligation aus Meensel Kiezegem Verehrte Gäste, liebe Freunde der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, Für uns ist es eine große Ehre, am 70. Jahrestag der Gründung eurer Vereinigung teilnehmen zu dürfen. Dafür recht herzlichen Dank. Unsere Vereinigung, die „Nationale Konföderation der Politischen Gefangenen und Angehörigen Meensel-Kiezegem ‘44“, fährt nun zum 20. Mal nach Neuengamme, um der 63 Toten einer doppelten SS-Razzia in unserem Dorf zu gedenken und sie zu ehren. Am 1. und 11. August 1944 wurden in unserem Dorf 91 Menschen verhaftet, und bei den Razzien vier Männer als Vergeltung für die Tötung eines flämischen SS-Kollaborateurs im Dorf ermordet. Dieser Rachefeldzug wurde angeordnet und geleitet von flämischen SS-Männern im Auftrag der Familie des getöteten Kollaborateurs. 71 Personen wurden ins KZ Neuengamme deportiert, 63 von ihnen allmählich umgebracht, durch Arbeit vernichtet, gerade einmal acht überlebten diese Hölle und kamen zurück. Ein paar Tage nach ihrer Ankunft in Neuengamme wurde 15 Menschen aus unserem Dorf nach Bremen gebracht, hauptsächlich in die Außenlager Blumenthal und Schützenhof. Zu Anfang der 2000er Jahre kamen wir auf unserer Suche in Kontakt mit Raimund Gaebelein und seinen Kameraden. Seither kommen wir fast jedes Jahr zum Schützenhof, wo dank des Bundes der Antifaschisten eine Erinnerungstafel für unsere Toten angebracht wurde. Auch auf Bahrs Plate stehen die Namen unserer Mitbürger in Stein gehauen. Wir danken herzlich für die Bemühungen und Anerkennung unserer Toten. So wie ihr stellen wir aus Verantwortung heraus fest, dass hier in Deutschland und anderswo in der Welt Neonazistische Vereinigungen Veranstaltungen organisieren können und dürfen, um ihre faschistischen, rassistischen, extrem rechte Gedanken zu verbreiten, wie kürzlich in Erfurt. Vor einigen Monaten fand in der lettischen Hauptstadt Riga eine Gedenk- und Verherrlichungsveranstaltung für die Waffen-SS statt. Noch letzte Woche wurde in Charlottesville in der USA eine extrem rechte Kundgebung zugelassen, als Meinungsfreiheit erlaubt. Eine Gegnerin dieses Aufmarschs wurde totgefahren durch einen extrem Rechten. Erst zwei Tage später wurde der Terroranschlag durch den sogenannten mächtigsten Mann der Welt verurteilt. Auch bei uns in Belgien ist es möglich, dass das eine oder andere Regierungsmitglied zu Treffen und Feiern ehemaliger SS-Kollaborateure eingeladen wird, Verteidigern des Hitler-Faschismus, Ostfront-Soldaten, und Gründern extrem rechter, gewaltbereiter Gruppen, und auch gerne daran teilnimmt. Das 70-jährige Bestehen der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ beweist, dass der Kampf gegen extrem rechte Ideologie weiter notwendig bleibt, die sich vor allem auf Rassismus gründet, auf Fremdenfeindlichkeit, gegen Probleme mit Flüchtlingen und Einwanderern. Ist der nächste Einwanderungs-Ausschluss-Vorwand vielleicht der Schutz von blonden Haaren und blauen Augen? Die „Nationale Konföderation der Politischen Gefangenen und Angehörigen Meensel-Kiezegem ‘44“ nimmt mit ihren Mitteln und Möglichkeiten an diesem Kampf teil, wir ziehen am selben Strang. Unsere Teilnahme an diesem Abend ist dafür Unterstützung und Bekräftigung. Vielen Dank fürs Zuhören
  • Rede Dr. Ulrich Schneider auf der Feier zum 70. Jahrestag der VVN-BdA Bremen Auf Grund der Länge der Rede hier die PDF-Datei 70 Jahre VVN Bremen 240817 Ul Schneider
  • Begrüßung zum 70. Jahrestag der Gründung der VVN-BdA Bremen Verehrte Anwesende, liebe Kameradinnen und Kameraden, liebe Freunde, zu unserer Veranstaltung 70 Jahre nach Gründung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes möchte ich alle herzlich begrüßen. Eine neue Welt des Friedens und der Freiheit zu bauen, gelobten die Häftlinge von Buchenwald im April 1945. Nicht eher wollten sie ruhen, bis der letzte Verantwortliche für Faschismus, Krieg und Ermordung von Millionen Menschen vor seinem gesetzlichen Richter steht. Im Nürnberger Tribunal gegen die Hauptkriegsverbrecher, den Nachfolgeprozessen, im Potsdamer Abkommen offenbarten sich Interessenunterschiede zwischen den alliierten Mächten, die sehr bald Auswirkungen auf den Umgang mit Faschisten und ihren Unterstützern hatte. Hermann Prüser, hatte er am 10. März 1933 in der Bremischen Bürgerschaft die letzte freie Rede in einem deutschen Landtag gehalten und die Sozialdemokraten zur Aktionseinheit mit den Kommunisten aufgerufen, um die Einsetzung eines Staatskommissars aus Berlin zu verhindern. Auf der Straße sollte sie stattfinden, wenn sie schon im Parlament nicht mehr möglich war. Nach der Befreiung vom Faschismus wurde er Vorsitzender des Entnazifizierungsausschusses, legte aber bald darauf sein Amt nieder, da man die Großen laufen lasse. In einem Brief an Bürgermeister Kaisen begründete er seinen Schritt: „Die Entnazifizierung wird … in der Öffentlichkeit diskriminiert, in der kleine, namenlose und wirtschaftlich ohnmächtige Beamte und Geschäftsleute bestraft und exponierte Vertreter der bremischen Wirtschaft und Verwaltung freigesprochen werden.“ Prozesse gegen die Mörder der Pogromnacht November 1938 wurden sehr spät eröffnet, die Täter zu niedrigen Strafen verurteilt und sehr schnell begnadigt. Willi Meyer-Buer hatte sieben Zuchthausjahre und das KZ Sachsenhausen überlebt, nach einem schweren Bombenangriff drei Kollegen aus dem brennenden Geschäftshaus gerettet und das Dorf Hande vor der Zerstörung bewahrt. Als KPD-Fraktionsvorsitzender in der Bremischen Bürgerschaft kämpfte er entschieden gegen die Behinderungen bei der Bildung von Einheitsgewerkschaften durch die Militärbehörden an, die große Versammlungen verboten. Bürgermeister Kaisen wollte „wollte nicht auf belastete Nazis, in der Verwaltung, auf ehemalige Wehrwirtschaftsführer und Kriegsgewinnler … verzichten, sie seien Fachleute – so behauptete er – ohne deren Mitarbeit der Wiederaufbau Bremens nicht vorankommen könnte.“ Georg Gumpert, hatte er im KZ Börgermoor und in den Haftzellen des Landgerichts die Methoden von Gestapo und SS zu spüren bekommen. Als Bevollmächtigter für die Arbeitszuteilung war er nach der Befreiung nicht bereit, den Einsatz ehemaliger hochrangiger Nazis bei schweren körperlichen Arbeiten zu beenden und verzichtete auf einen hochrangigen Posten im Arbeitsressort des Senats. Willy Hundertmark, Chefredakteur der kommunistischen „Tribüne der Demokratie“, ging es verstärkt um Aufklärungsarbeit für die Jugend. Die Verbrechen des Naziregimes sollten enthüllt, der antifaschistische Widerstand gewürdigt werden. Unterstützt wurde er von der KPD-Bürgerschaftsabgeordneten Maria Krüger, die den Bremer Frauenbund aufbaute und sich intensiv für die geschichtliche Aufarbeitung einsetzte. Sie alle beteiligten sich vor 70 Jahren an der Gründung der VVN. Heute stehen wir in einer veränderten Situation. Der Schwur von Buchenwald wird von Halbwissenschaftlern als Fälschung diffamiert. Er wird herangezogen, um der VVN-BdA ihre Verdienste um die Erhaltung und Verteidigung der Demokratie abzusprechen und erneut Berufsverbote gegen Antifaschistinnen und Antifaschisten zu verhängen.. Der Prozess gegen den NS-Untergrund schleppt sich nach vier Jahren in die Schlusskurve. Unterschlagen und durch Aktenvernichtung behindert wird die schützende Hand des Verfassungsschutzes. Das Bundesverfassungsgericht sieht keine Veranlassung, die NPD zu verbieten. Zu unbedeutend sei sie, um den Griff zur Herrschaft vollziehen zu können. Aus der Kameradschaftsszene hervorgegangene Gruppierungen dürfen im Schutze des Parteienprivilegs Gelder für ihre menschenfeindliche Propaganda kassieren. Terror-Anschläge religiöser Fanatiker werden für konservative Politik und Behörden zum willkommenen Anlass, die Sicherheitsarchitektur auszubauen. Das Trennungsgebot zwischen Geheimdiensten und Polizei wird zunehmend aufgeweicht, die Polizei paramilitärisch aufgerüstet. Ängste in der Bevölkerung werden medial verstärkt und zunehmend gegen linke Kräfte gerichtet. Geflüchtete geraten ins Visier der Überwachung, ihre Abschiebung in vermeintlich sichere Herkunftsländer vorantrieben. Anlässlich der Grundsteinlegung des KZ-Ehrenfelds auf dem Osterholzer Friedhof, unter dem 577 Tote aus ganz Europa ruhen, schrieb Eberhard Peters, Gesellschafter des Weserkuriers am 9. September 1947: „Die Toten mahnen – damit nicht unsere Kinder demselben Moloch geopfert werden.“ Auf jedem Grabstein für Politische und Soldaten, so Peters, müsse eigentlich stehen: “Für gewisse Konzerninteressen geopfert.“ Seit 1999 ist Krieg von deutschem Boden aus wieder machbar geworden, entgegen dem Verbot des Grundgesetzes, schamvoll als Friedensmission. Das Anwachsen der Zahl Geflüchteter wird zum Argument für ein Eingreifen in die inneren Verhältnisse der Herkunftsstaaten. Der Griff nach der Weltmacht, das Verlangen nach einem „Platz an der Sonne“, werden mit der veränderten Rolle der Bundesrepublik in der Welt begründet. Patriotismus wird mit Blick auf die Vereinigten Staaten wieder in deutsche Fahnen gekleidet. Demgegenüber hält die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen daran fest, dass in solidarischer Gemeinschaft der Völker eine neue Welt des Friedens und der Freiheit geschaffen werden muss. Raimund Gaebelein (Begrüßung anlässlich der 70-Jahrfeier der VVN-BdA Bremen am 24. August 2017 in der St. Pauli Gemeinde Neustadt
  • Krieg der Erinnerungen Von Ahrensbök über New York nach Auschwitz und zurück Die in dem Doppelband versammelten Beiträge stammen aus den letzten 50 Jahren. Sie dokumentieren mein geschichtspolitisch und pädagogisches Engagement in der Weiterbildung und als Grenzgänger der deutschen Zeitgeschichte. Unter Einbeziehung von Zeitzeugen als Subjekte der Aufklärung und am Beispiel von Exkursionen und Auslandsreisen werden Etappen und Fehlwege der deutschen Geschichte vorgestellt und kommen Konzepte und Hoffnungen für ein „anderes Deutschland” zu Wort. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufklärung darüber, aus welchen längst vor 1933 wirksamen Ideen und Interessen die Machteroberung der staatsverbrecherischen Politik des “Dritten Reiches” resultierte und welche nachhaltigen Belastungen sich daraus bis heute ergeben. Dabei bildet mein Geburtsort Ahrensbök im Kreis Ostholstein den Ausgangspunkt der Spurensuche. Dort wurde ich 1945 Zeuge des Todesmarsches von Auschwitz und erlebte das Schicksal von Zwangsarbeitern, Flüchtlingen und Displaced Persons vor Ort. Und hier konnten meine langjährigen Erfahrungen als Hochschullehrer in Bremen und Mitarbeiter von Volkshochschulen und Gewerkschaften u.a. in Bielefeld, Göttingen, Hannover und Nürnberg dazu beitragen, die produktive Zusammenarbeit von universitären und nicht akademischen Projekten am Beispiel der Einrichtung einer Gedenkstätte zu realisieren. Und das mit Hilfe von Überlebenden des Holocaust, die ich in beiden Teilen Deutschlands, aber auch in den USA, England, Frankreich, Spanien, Griechenland oder Polen aufsuchen und befragen konnte. Nicht wenige von ihnen gehörten zu den Zeitzeugen, die mit dazu beitrugen, historisch-politische Bildung mit ihrem Gegenwartsbezug in den Mittepunkt kritischer Aufklärungsarbeit in den Orten meines Wirkens zu stellen. Der Doppelband mit über 700 Seiten, ergänzt um weitere Beiträge in einer dem zweiten Band angefügten USB-Card, ist anspruchsvoll von Claus Hammer gestaltet, in großem Format (240x 297 mm) mit zahlreichen farbigen Abbildungen und mit Hard Cover-Fadenbindung. Bestellung: per e-mail an: wollenberg@uni-bremen.de oder Jörg Wollenberg, Bleicherstraße 10, 28203 Bremen. Oder: Sujet Verlag, Madjid Mohit, Breitenweg 57, 28195 Bremen, Tel. 0421 703737, email: kontakt@sujet-verlag.de Gegen 15 Euro ist die DVD auch separate zu erwerben. Sie enthält Ausstellungen in Bremen, Nürnberg, Ahrensbök, überarbeitete Video-Filme mit Bremer Widerstandskämpfern aus den Jahren 1980/83 (Maria Krüger, Käthe Popall, Gustav Böhrnsen, Hilde und Karl Grobe, Hermann Prüser, Heinz Kundel, Stephane Hessel,), Rundfunksendungen sowie teilweise unveröffentlichte Beiträge. Buchprojekt von Jörg Wollenberg Buchinhalt Inhalt der DVD
  • Worpsweder Abschied Worpsweder Abschied Für Heinrich Vogeler Wo wir uns immer trafen an lauen Sommerabenden der Barkenhoff wurde unser Ort der Leuchtturm auf dem Land Ideen reiften zu Worten wurden Sätze, Produkte, Handlungen Gedichte, Gemälde, Skulpturen Unsere Stimmen klangen weit Ins norddeutsche Land unsere Sehnsüchte wurzelten tief die langen warmen Sommer nährten uns unsere Hoffnungen waren groß die Jahre gingen ins Land und mit ihnen kamen kühlere Sommer und dann kamen die Zeiten die uns langsam entzweiten und Freundschaften zerbrachen im letzten Sommer auf dem Barkenhoff © 2014 Karin Schumann
  • Besuch aus Irland Harry Callan, 93, reiste gemeinsam mit Schwiegertochter Michèle Callan und ihrer Lektorin Helen Dempsey aus Dublin, Irland an, um in Bremen Freunde zu besuchen, Fragen von Schülerinnen und Schülern zu beantworten, um zum Schulpate ernannt zu werden und seine Biografie vorzustellen. Dazu nahm er einige Ehrungen entgegen… Am Mittwoch, den 26.04.2017, fand in der Aula meiner Oberschule an der Egge in Bremen Blumenthal eine zweistündige Veranstaltung mit Harry Callan im Zentrum statt. Die Vizebotschafterin der Republik Irland die Bildungssenatorin und unser Bremer Landesvorstand fanden sich unter den zahlreichen Gästen. Seit 12 Jahren führt unsere Oberschule am 26. April, dem Tag der Befreiung in Bremen-Nord, mit unseren Sportabiturienten einen Gedächtnislauf an die ehemaligen Zwangsarbeiter auf der Baustelle des Bunkers Valentin durch… Die Landeszentrale für politische Bildung ehrte nun Callan als Schulpaten beim Projekt „Schule ohne Rassismus“. Im März dieses Jahres ist „Forgotten Hero of Bunker Valentin – The Harry Callan Story“ in Dublin erschienen. Es ist Harrys beeindruckende Lebensgeschichte, niedergeschrieben von seiner Schwiegertochter Michèle, die vor ca. 250 Versammelten daraus vorlas. Selten gab es so viel respektvolle Aufmerksamkeit in unserer Aula! … Im Anschluss fuhren viele mit nach Farge zum Denkort, legten dort Blumen und Kränze am Mahnmal „Vernichtung durch Arbeit“ nieder. Die Namen der 32 Iren, die dort gequält worden waren, wurden verlesen… Die Iren besuchten am Freitag eine weitere Schule in Bremervörde. Am Samstag war Harry Callan erneut Ehrengast, diesmal las Michèle beim feierlichen 72. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge des Lagers Sandbostel Stalag XB… Der Abschied fiellt schwer. Mögen wir noch viele Jahre mit Harry erleben dürfen! Auszug BAF-Artikel 06./07.2017 048 Harry Callan in der Egge 260417
  • Das Bundesverfassungsgericht und die NPD Am 17. Januar verkündete das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) sein Urteil in Sachen NPD-Verbot. Quintessenz des Urteils: Die Nationaldemokraitsche Partei Deutschlands (NPD) ist eine antidemokratische, rassistische und neofaschistische Partei, die planmäßig und zielgerichtet die Beseitigung von Menschenrechten, Demokratie und Rechtstaat betreibt, aber sie ist nicht bedeutend genug um sie zu verbieten… Dabei haben sich die RichterInnen bei der Urteilsbegründung viel Mühe gegeben. Sie haben z.B. das Problem der staatlich bezahlten Nazis (sogenannte V-Leute) in den Organen einer zu verbietenden Partei rechtlich weitestgehend gelöst… Sehr ausführlich war die Begründung beim Nachweis, dass die NPD die sogenannte freiheitlich demokratische Grundordnung (FDGO) beseitigen will… Doch in der Urteilsbegründung wurde bewiesen, dass die NPD die Würde des Menschen und die wesentlichen Grundsätze der Demokratie missachtet… Im Mittelpunkt der Prüfungen der Menschenwürde und der Grundsätze der Demokratie stand faktisch das Konzept der „Volksgemeinschaft“, das die NPD propagiert. Insbesondere die beabsichtigte Ausbürgerung und der weitere Umgang mit deutschen StaatsbürgerInnen, die nach Ansicht nicht „ethnisch“ deutsch sind, wird vom BVerfG als Beweis herangezogen… Darüber hinaus hatten die RichterInnen aber auch den Rassismus, den Antiislamismus und Antisemitismus und den Willen der NPD zur Abschaffung der parlamentarischen Demokratie zu Gunsten eines autoritären Nationalstaats belegt. Etwas überraschend ist, dass das BVerfG auch die „Wesensverwandtschaft“ der NPD mit dem Nationalsozialismus (NS) feststellt… Für uns bleibt nur durch stetige Aufklärungsarbeit dem Neofaschismus seine soziale Basis streitig zu machen. Auszug BAF-Artikel 06./07.2017
  • Notizen zur Nordkonferenz … Die Auseinandersetzung mit der AfD hat erneut Heideruh erreicht. Dem antifaschistischen Denkort soll nach Willen der Blaubraunender AFD die Befähigung als Träger der Jugendbildungsarbeit abgesprochen werden. Ein Grund mehr sich mit ihrem Treiben und ihrer Programmatik in der diesjährigen Nordkonferenz auseinanderzusetzen… Dr. Horst Leps vom Zusammenschluss der Friedensbewegung Schleswig-Holsteins nahm die Rede Ursula von der Leyens auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz zum Anlass den Anwesenden wesentliche Änderungen in der Militärstrategie zu verdeutlichen… Dr. Gerd Wiegel, Fraktionsmitarbeiter der Linksfraktion im Bundestag, betrachtete die AfD-Strategien für die kommenden Bundestagswahlen. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsdebatte konnte die AfD im vergangenen Jahr ein Stimmpotential von 12-24% erreichen und neue Wählergruppen erschließen, die lange Zeit nicht mehr gewählt hatten. Inzwischen ist es auf 8-11% gesunken… André Aden von der Recherche Nord zeigte mit einer Fülle von Material Veränderungen der Struktur und Erscheinungsform faschistischer Parteien in den vergangenen Jahren nach. Parteigründungen wie „die Rechte“, „Dritter Weg“, „Identitäre Bewegung“ entstammen dem militanten Kameradschaftsspektrum. Ihre Ursprünge sind in Aktionen von Christian Worch und Thomas Wulff der späten Siebziger Jahre zu suchen… Die nächste Nordkonferenz ist für den 3./4. März 2018 in Heideruh vorgesehen. Es wird um aktuelle Fragen von Antimilitarismus und Antifaschismus gehen. Das 25-jährige Bestehen der Nordkonferenz soll Samstagabend gebührenden Platz im Kulturprogramm finden. Auszug BAF-Artikel 06./07.2017