Neben dem mittlerweile bekannten "Trauermarsch" in Dresden gibt es
über das Jahr verteilt dutzende Naziaufmärsche bundesweit. Es ist uns
ein Anliegen, nicht nur vor der eigenen Haustür (Bremer Nazitreffpunkt
"Sportsfreund") zu kehren, sondern auch zu überregionalen
rechtsextremistischen Vorgängen zu informieren. Da es die Bremer Medien
nicht für notwendig halten, über den geplanten, mehrere hundert
Personen starken Naziaufmarsch in Dessau im Vorfeld zu berichten, möchten
wir Dir einige Informationen hierzu mitgeben.
Am 13.03.2010 wollen in Dessau die "Freien Nationalisten Dessau und
Anhalt-Bitterfeld" sowie andere Nazis und Rechtskonservative einen
"Trauermarsch" anlässlich des 65. Jahrestages der Bombardierung
Dessaus während des Zweiten Weltkrieges durchführen und versuchen an
diesem Aufhänger nationalistische Geschichtsverdrehung für ihre Zwecke
zu betreiben. Neben dem gruppen- und parteiübergreifenden
"Kameradschaftsgefühl", welches ein solcher Marsch vermitteln
soll, und der gewünschten Ausstrahlung von Stärke, Entschlossenheit
und Präsenz, geht es auch um das Benutzen eines emotional aufgeladenen
Themas für rechtsextremistische Propagandazwecke. Uns geht es nicht darum,
einem Menschen, der persönlichen Verlust erlitten hat, das Trauern zu
verbieten, sondern an die Ereignisse zu erinnern, die zur Bombardierung
geführt haben. Der Angriff auf Dessau fällt geschichtlich betrachtet
in die Endphase der menschenverachtenden und mörderischen Herrschaft des
"Dritten Reiches" und dessen Bekämpfung und ist nicht, wie von
den (Neo-)Nazis gerne behauptet wird, ein alleinstehendes Vorkommnis. So war die
ehemalige "Gauhauptstadt" seit den 20er Jahren eine ideologische
Hochburg der nationalsozialistische Bewegung und später größter
Produktionsstandort für das Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B,
mit dem in den deutschen Tötungsfabriken Millionen Menschen ermordet
wurden.