Weimarer Republik und Nationalsozialismus sind Themen der mündlichen Realschul¬abschluss¬prüfung im Fach Geschichte. Für die jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren, die sich bei bras e. V. im Projekt AuRa auf ihre Realschulabschlussprüfung an der Erwachsenen¬schule Bremen vorbereiten, sind diese Themen eine Vergangenheit, zu der sie wenig persönlichen Bezug haben. …Die Führung von Inge Breidbach wurde von allen mit viel Interesse und Aufmerksamkeit angenommen. …Inge und Herbert Breidbach sind Zeitzeugen und für die jungen Leute hat es einen ganz besonderen Wert, sagen zu können: „Das hat mir Inge erzählt, die war dabei, die hat das selbst erlebt. Und sie ist schon über 80 Jahre alt und macht das freiwillig und ohne Geld und ist noch so fit.“
Auszug BAF02./03.2014
Geschichte live erzählt
20. Januar 2014
Geschichte und Gedenken
23. Dezember 2013
Unter diesem Titel eröffnete der Verein „Dokumentations- und Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Boot-Bunker Valentin“ in der „Baracke 27“ am 25. Oktober eine dokumentarische Fotoausstellung über die Geschichte des KZ Neuengammes und seine bremischen Außenlager. Anlass war der siebzigste Jahrestag der Errichtung des Außenlagers in Farge. …Die Ausstellung selbst kann ich nur sehr empfehlen. Sie behandelt eine beachtliche Themenbreite, angefangen von der Topographie des KZ und der Gedenkstätte, der Häftlingsstruktur, Leitung und Bewachung, den Häftlingen als Wirtschaftsfaktor, Beherrschung durch Gewalt und Hierarchisierung, Räumung der Lager, das Außenlager Farge, dem Gedenken an die Opfer und eine – leider festinstallierte – Übersicht über die zehn Außenlager im Großraum Bremen.
Auszug BAF 12.13/01.14
Kinder und Enkel stärker einbinden
23. Dezember 2013
Welche Kontakte zu KZ-Häftlings-Angehörigen der 2. und 3. Generation gibt es, wie gehen sie mit der NS-Vergangenheit um, wie können sie stärker in die Gedenkstättenarbeit eingebunden werden? Diese Fragen waren Thema eines sehr informativen, für die weitere Arbeit anregenden Außenlagertreffens am 25. Oktober in der Gedenkstätte Neuengamme.
Auszug BAF 12.13/01.14
Schwarzbraune Mordbrenner
23. Dezember 2013
Er habe sich vor einem Jahr nicht wirklich vorstellen können, wie aktuell der Titel seines Vortrags sein werde, sagte unser Kamerad Dr. Ulrich Schneider zur Eröffnung seines Vortrags am 13. Oktober in der Antifaschistischen Bildungs- und Begegnungsstätte Heideruh.
Auszug BAF 12.13/01.14
Das Ausmaß des Leids erfassen
23. Dezember 2013
16 Stolpersteine verlegte Gunter Demnig am 11. Oktober in Bremen, von der Löningstraße, durch Schwachhausen bis nach Gröpelingen. Paten wie Angehörige erfuhren einen Einblick in die Strukturen von Ausgrenzung, Entrechtung, Enteignung und Deportation von Juden wie Euthanasieopfern. Schwer begreifbar erscheint uns heute das Ausmaß der behördlichen Einschränkungen, die mit dem Verbot der Berufsausübung begann und zur Einweisung in gekennzeichnete Häuser als Vorstufe für die Deportation in die Vernichtung führte.
Auszug aus BAF 12.13/01.14
Antirassismus-Tag
23. Dezember 2013
Zum 75. Jahrestag der Pogromnacht veranstaltete die Schule Eggestedter Str. am 8. November einen Projekttag unter dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Neben anderen vielfältigen Angeboten (Vorträgen, Workshops, Filmen, Stolpersteinführungen durch Wiltrud Ahlers usw.) wurde dank dem Engagement der Lehrerin und unserer Kameradin Monika Eichmann auch unsere Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ vom 8. bis 14. November gezeigt. …Auch das positive Echo auf die Ausstellung und unserer Begleitung legen nahe, dass sich nächstes Jahr eine Neuausleihe unserer dann neugestalteten Neofa-Ausstellung anbahnt.
Auszug aus BAF 12.13/01.14
Brandbücher
23. Dezember 2013
Nach dem Tod ihrer Großtante findet Karina beim Ausräumen des Hauses auf dem Dachboden geheimnisvolle, beschriebene Postkarten. Bei ihrer Suche nach dem Verfasser und dem Sinn der Karten wird sie in das Jahr 1933 zurückgeführt. Ihre Großtante, damals Haushälterin im Haushalt eines jüdischen Buchhändlers, erlebt, wie die Bücherverbrennung in Münster vorbereitet wird. Karin sticht mit ihrer Suche in ein Wespennest der „ehrbaren Bürger“ Münsters und begibt sich dadurch selber in Gefahr, weil sie den gut gehüteten Geheimnissen der NS-Zeit immer näher kommt.
Meine Meinung: Birgit Ebbert hat es geschafft eine dunkle Seite der deutschen Geschichte mit viel Einfühlungsvermögen und sehr guter Sachkenntnis in einen spannenden Krimi zu verarbeiten. Der Wechsel zwischen dem Inhalt der Postkarten, Szenen aus dem Jahr 1933 und der Gegenwart ist sehr gut gelungen und vermittelt dem Leser doch eine ineinander übergehende Handlung. Gute Recherchen zu dem Thema und Original-Aussprüche oder –Verordnungen aus dieser Zeit, die im Text markiert sind, machen das Ganze noch interessanter. Die Veränderungen mancher Personen im immer weiter greifenden Aufbau des Naziregimes sind so realistisch dargestellt, dass man an manchen Stellen des Buches zu gern die Charaktere schnappen und schütteln möchte, um sie aufzuwecken. Der sich im Anhang befindende jüdische Kalender macht es dem Leser leichter mit den Daten der Postkarten umzugehen. Besonders beeindruckt mich das Nachwort der Autorin, in dem sie sehr gut ihre Gefühle und Beweggründe zur Entstehung des Buches wiedergibt. Ich weiß nicht, ob ich es unbedingt als Krimi bezeichnen würde, eher als einen Roman, der sich mit der Aufarbeitung unserer Vergangenheit beschäftigt, mit Spannung wegen der Bedrohung der Hauptperson. Auf alle Fälle wieder mal ein sehr gelungenes Werk zu einem leider nie endenden brisanten Thema, ein Muss für Jeden, der sich mit diesem Thema befasst und gleichzeitig die Spannung liebt.
Brandbücher, von Birgit Ebbert, Gmeiner Verlag, ISBN 978-3-8392-1448-0, 281 Seiten, 11,99 Euro
Hinter Gottes Rücken
23. Dezember 2013
Als Antikriegsroman erlebte Bastian Müllers „Hinter Gottes Rücken“ in den ersten Nachkriegsjahren vier Auflagen. Vom Stil her erinnert er an die „Schwarze Reihe“ in der französischen Existentialistenszene. Wilhelm, die beherrschende Figur des Romans, versucht in schweik’scher Manier einer Beteiligung am Krieg zu entgehen. Er hasste nach eigenen Aussagen das Militär, konnte sich nicht vorstellen, „eingekleidet, gedrillt, abgerichtet“ zu werden. Fürs erste war er bei der Musterung für untauglich befunden worden. September 1939 begann der Krieg, gleich zu Beginn seiner Hochzeitsreise nach Ostpreußen. In Berlin holt er sie ein. Als Transportführer wird Wilhelm 1941 nach Antwerpen geschickt. Auf ironische Weise werden die Widersinnigkeit von Befehlen dargestellt und die Pannen in der Kriegsmaschinerie. Die Unmenschlichkeit des Besatzungsregimes wird durch groteske Übertreibungen der Schilderung deutlich. Wilhelm träumt während der Versorgungsfahrten quer durch Europa von einer heilen Welt ohne Krieg. Ausgiebig erlebt er Gespräche mit unterschiedlichsten Leuten in Lokalen. Er will den Krieg vergessen, an den er nicht glaubt. Anfang 1944 soll Wilhelm als Dramaturg bei den Dreharbeiten zu Durchhaltefilmen mitwirken. Auf der Flucht vor den Bomben flüchtet Wilhelm auf Land, wo er mithilfe von Zwangsarbeitern Unterkünfte wohnfertig macht. Die weitere Flucht führt ihn nach Thüringen, wo er für sich, seine Frau und weitere Flüchtlinge eine Mühle requiriert. Dort warten sie die Befreiung ab. Ihr weiterer Weg führt sie in den Westen. Für den Schwarzmarkt war Wilhelm wahrlich nicht gemacht. Ausführlich beschäftigt er sich damit das Leben nach dem Kriege wieder in Gang zu bringen. Die neuentworfenen Vorschriften, das Auftreten der Besatzungsbehörden in Ost und West, den Kleinkrieg um Lebensmittel und Baumaterialien nimmt Wilhelm in seiner gewohnt schicksalsergebenen Art. Wilhelm, die Hauptfigur des Romans, spiegelt die persönliche Erfahrungswelt des Verfassers wider und schildert zugleich, was er in der Zeit des Krieges nicht zu schreiben, nicht zu sagen wagte.
Bastian Müller, Hinter Gottes Rücken, Donat Verlag Bremen 228 S., 14,80 EUR, ISBN 978-3-943425-12-3
Blut und Ehre – Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland
23. Dezember 2013
Wie oft müssten wir den Satz „Das haben wir nicht gewusst“ schon gehören? Im Nachkriegsdeutschland will kaum jemand die KZs und Wehrmachtsgräuel gekannt haben. Der Oktoberfestmörder war natürlich ein Einzeltäter und Rostock-Lichtenhagen oder Hoyerswerda waren auch kein Zeichen der Fremdenfeindlichkeit.
So gut wie alle Politiker vom „Alten“ über „Schmidt Schnauze“ bis „Angie“ waren sich der Gefahr von Rechts bewusst und haben sie genutzt, gebraucht und doch geleugnet.
Andrea Röpke und Andreas Speit (und ihre drei Mit-Autoren Andreas Förster, Julia Jüttner und Anton Maegerle) weisen in ihrem Buch „Blut und Ehre – Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland“ auf, dass Uwe Böhnhard, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe keine Einzeltäter waren, sondern durchaus ein großes Unterstützernetzwerk gehabt haben. Der Unterschied zu anderen Büchern zum Thema Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) ist, dass die beiden Autoren nicht Ende der 1990ern beginnen, sondern 1945. So entstand Nazi-Deutschland ja auch nicht erst 1933 – der Beginn liegt bereits vor 1914. Einer der „Vorläufer“ der NSU war der Technische Dienst (TD) des Bund Deutscher Jugend (BDJ – 1953 verboten). Zusammen mit Gladio (eine paramilitärische Geheimorganisation von NATO, CIA und MI6 während des Kalten Krieges) baute der TD Waffenlager in der BRD auf (z.B. in Bremen-Huchting). Eines der Ziele war die Liquidierung „unzuverlässiger“ Sozialdemokraten (z.B. Wilhelm Kaisen). Nach dem Verbot wurden alle Informationen über Personen und Aktionen vom CIC (Counter Intelligence Corps [Spionageabwehr]) eingesammelt und verschlossen. Der Adenauer-Regierung war das alles bekannt und sie schwieg selbstredend.
Wie sehr gewaltbereites rechtes Denken in Gesellschaft und Politik verwurzelt ist, zeigt die Tatsache, dass seit 1990 über 180 Menschen durch rechte Gewalttäter gestorben sind, die Bundesregierung jedoch nur gut 60 von ihnen als „Morde von Rechts“ anerkennt. Also warum waren so viele Politiker erschüttert von den NSU-Morden? Gehen doch (rein statistisch) zwei Angriffe pro Tag in Deutschland auf das Konto von Neo-Nazis.
So wurde der Anfang der NSU-Mordserie als „Döner-Mord“ tituliert. Wie schön verharmlosend! Folglich müssten die Täter aus dem Familienumkreis kommen. Wie mögen sich Angehörige fühlen, wenn sie als potentieller Täter bzw. Täterin gelten? Sand in den Augen – gestreut von Polizei und Verfassungsschutz. Alle Indizien, die nach rechts wiesen, wurden negiert. Auch das ist nichts Neues: Dass Gundolf Köhler zur neonazistischen und paramilitärischen Wehrsportgruppe Hoffmann Verbindungen hatte, war auch bekannt und wurde – richtig – negiert. Unsere Behörden und Politiker sind auf dem rechten Auge blind – vielleicht nicht ganz, denn sonst würde man ja nicht die schützende Hand über die „Rechten“ halten. Sie werden ja womöglich noch gebraucht.
Das Buch zeigt aber auch die anderen Begleitumstände auf. Seien es Szene-Treffs (z.B. aus Bremer Sicht: Sportsfreund, Bells, Klause 38) oder Nazi-Bands und -Label (auf Bremen bezogen wird die Band Endstufe von Jens Brandt erwähnt, weitere sind z.B.: Kategorie C, Endlöser [früher Schlachtruf], Patriotic Bois und bei den Label: Hanse-Records, Heimdall-Shop, sieg-oder-spielabbruch.de). Auch werden Verbindungen ins Rockermilieu beleuchtet.
Das Buch von Andrea Röpke und Andreas Speit „Blut und Ehre – Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland“, erschienen im Ch. Links Verlag, Berlin, hat 288 Seiten und kostet 19,90 EUR (ISBN978-3-86153-707-6). Es ist vielleicht eher ein Nachschlagewerk denn ein Lesebuch für den Feierabend. Dafür verfügt es über ein gut geführtes Sach-, Orts- und Personenregister.
Antifaschistische Nordkonferenz 2013
10. Dezember 2013
von Freitag, den 21. bis Sonntag, den 23. März 2014, in der Antifaschistischen Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh, 21244 Buchholz /Nordheide
Freitag, den 21. März
18.00 Uhr Abendessen – Lockere Gespräche am Abend in netter Atmosphäre
Sonnabend, den 22. März
9.30: Begrüßung – Ablauf der Konferenz
10.00 Uhr Rechtspopulistische und neofaschistische Parteien zur Europawahl (Andre Aden)
12.00 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Der 1. Weltkrieg vor 100 Jahren eine Zäsur, Deutschlands Griff nach der Weltmacht (Dr. Wolfgang Beutin)
Lehren aus der Geschichte, die Rückkehr des Krieges in die Politik. (Dr. Peter Strutynski)
15.30 Uhr Pause
16.00 Uhr Militarismus in Deutschland, Diskussionsrunde
18.00: Uhr Abendessen
19.00 Uhr Kulturelles Abendangebot von RLS und Heideruh
Sonntag, den 23. März
9.00 Uhr Antifaschistische Bewegung in den Nordländern, Neofaschistische Entwicklungen, Internetauftritt, Austausch, Verabredungen
12.00 Uhr Mittagessen
Anmeldung im Büro unter 382914 oder bei Raimund unter 6163215
Preise: Freitagabend/Sonntagmittag: 93;- Eur, Samstagmorgen/Sonntagmittag 63,- Eur, Tagespauschale: 22,- Eur. Essens- (vegetarisch?) und Unterbringungswünsche (Einzelzimmer?) bitte bei der Anmeldung angeben.







