Durchwachsener Auftakt

geschrieben von Ulrich Stuwe

31. Dezember 1969

Langsam aber sicher wird in der Bundesrepublik die NS-Vergangenheit einer nach der anderen Behörde öffentlichkeitswirksam aufgearbeitet.

Langsam aber sicher wird in der Bundesrepublik die NS-Vergangenheit einer nach der anderen Behörde öffentlichkeitswirksam aufgearbeitet….nachdem der deutsche Innenminister eine Bundesausstellung zum Thema eröffnet hat, zog der bremische Innensenator Ulrich Mäurer nach. Vom 30. April bis 27. Mai war die Ausstellung Polizei. Gewalt. Bremens Polizei im Nationalsozialismus im Wall Saal der Stadtbibliothek zu sehen….Ulrich Mäurer – der offizielle Aussteller – im Wesentlichen über den historischen Inhalt und die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Ausstellung….Mäurer gab einen Überblick über die fast ausschließlich antidemokratischen Entwicklungen in der bremischen Polizei zwischen 1933-35, betonte den Bruch, den die einheitliche Führung von SS, Schutz-, Sicherheits-, Kriminalpolizei und politischer Polizei unter Heinrich Himmler brachte, erinnerte an die Massenmorde, an denen bremische Polizeibataillone beteiligt waren (z.B. der Massenmord in Babi Jar)…Mich hat am positivsten die Ankündigung überrascht, dass nächstes Jahr eine Fortsetzung der Ausstellung eröffnet werden soll. Thema soll die personellen und institutionellen Kontinuitäten des 3. Reichs bei der bremischen Polizei nach 1945 sein. Dies dürfte als eigenständiger Ausstellungsteil einmalig in der Bundesrepublik sein….Holger Münch…Er betonte die Rechtsstaatlichkeit der heutigen Polizei und verteidigte vehement – ganz in Sinne rechtsstaatlicher Grundsätze – schon einmal die Maßnahmen der Polizei gegen die antifaschistischen Demonstranten, die am nächsten Tag den NPD-Aufmarsch blockieren wollten….Jörg Ziercke, der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), wies in seinem Vortrag auf die kontroversen und hochemotionalen Debatten hin, die eine Beschäftigung mit der Polizei zwischen 1933-45 hat. Er erinnerte an die hohe Zahl ehemaliger SS-Mitglieder unter den Führungskräften der Polizei nach 1945 und deren Beteiligung an der Gründung des BKA….Wolfgang Schulte von der Deutschen Hochschule der Polizei setzte sich in seinem Vortrag mit der Frage auseinander, warum es 66 Jahre dauerte, um die Rolle der Polizei im NS-Staat zu beleuchten….Zum Abschluss der Veranstaltung überreichte Ingeborg Breidbach im Namen der VVN-BdA stellvertretend für alle an der Ausstellungserstellung Beteiligten Barbara Johr einen Blumenstrauß.

Ansprache zum 65. Jahrestag der Befreiung Neuengammes und seiner Außenlager

geschrieben von Frau Chris Desaever-Cleuren, Bürgermeisterin der belgischen Samtgemeide Tielt-Winge

31. Dezember 1969

Heute stehen wir hier zusammen am Fuß eines Erinnerungszeichens zum Gedenken an die Ereignisse in Meensel-Kiezegem (die beiden SS-Razzien im August 1944).

Heute stehen wir hier zusammen am Fuß eines Erinnerungszeichens zum Gedenken an die Ereignisse in Meensel-Kiezegem (die beiden SS-Razzien im August 1944). Unsere ersten Gedanken gelten zunächst unseren Opfern Emiel Reynders, Guillaume Vanhellemont, Oktaaf Janssens, Eduard Vangoidsenhoven, Richard Hendrickx und René Janssens, die von dem Geschehen ereilt wurden und dabei ihr Leben ließen. Standrechtlich ermordet oder verschleppt und dann körperlich und seelisch gefoltert. Unser Besuch der Todeslager hält uns unmittelbar vor Augen, welche Grausamkeit hier herrschte. Völlige körperliche Erschöpfung infolge von Mangelernährung, knallharter Zwangsarbeit und Folterung mussten zweifellos zum Tode führen. In gleichem Maße werden der lang anhaltende seelische Druck, die beständige Erniedrigung, das System von Unmenschlichkeit zum kaum zu ertragenden Elend geführt haben, das unsere Mitbürger erlitten haben. Nur wenige haben diesen Kreuzweg überlebt, sie alleine wissen und können bezeugen, was dort geschehen ist. Ohne jeden Zweifel haben sich diese Ereignisse fest in ihrer Seele eingeprägt. Nie wieder konnten sie ihr Leben auf dieselbe Weise weiterführen. Unsere Gedanken gelten auch denen, die nach diesen Ereignissen (den beiden SS-Razzien) einen oder gar mehrere Familienangehörige verloren haben. Sie blieben fassungslos zurück, ohne zu ahnen, was ihnen und ihren Lieben bevorstehen sollte. Das angstvolle Warten auf Nachrichten, die vielen Fragen, der Aufschrei nach dem Warum haben zweifellos ihr tägliches Leben wie ein Fluch bestimmt. Die Worte, die mir in den Sinn kommen, vermögen dieses Leid nicht annähernd beschreiben. In aller Güte dieser Ereignisse zu gedenken ist eine würdige Form der Ehrung aller Opfer dieser Übeltaten. Bei aller Erinnerungspflege muss diese Gedenkveranstaltung uns auch zur Besinnung und Analyse leiten. Vor allem, um solche Entgleisungen für die Zukunft auszuschließen. Das bringt uns zu der Frage „Wie konnte es soweit kommen?“ Denn in dem angesprochenen Zeitabschnitt des vergangenen Jahrhunderts ist Meensel-Kiezegem nicht das einzige Dorf, das vom Naziregime getroffen wurde. Auch in den Niederlanden, in Frankreich, Italien und unterschiedlichen osteuropäischen Staaten wurden solche Mordaktionen organisiert. Dazu kommt außerdem noch, was Juden, Sinti und Roma, Behinderten und anderen sogenannten Untermenschen zugefügt wurde. Damit möchte ich den Finger auf die Wunde legen, dass besonders das faschistische Gedankengut die institutionalisierte Gewalt in ihrem Schoß birgt. Früher oder später führt das zu solchen Entgleisungen wie sie auch in Meensel-Kiezegem sich zeigten. Die Geschichte lehrt uns, dass quasi alle totalitären Regime ohnehin in gleichem Maße krank sind. Zweifellos ist diese Feststellung die Ursache dafür, dass die Entschuldigung „wir haben es nicht gewusst“ nicht mehr greift. Auf der anderen Seite gibt es uns allen den Auftrag, der in den allgemeinen Menschenrechten festgelegt ist. Wir haben die Aufgabe, unsere Gesellschaft so zu organisieren, dass Ereignisse dieser Art nie wieder geschehen. Nicht nur die Pflege unseres demokratischen Gedankenguts ist wichtig, in gleichem Maße gilt es dafür zu sorgen, dass es im Sinne der Allgemeinen Menschenrechte auch wächst. Wir dürfen nicht davon ablassen, es beständig weiterzugeben, den kommenden Generationen das Erschrecken mit auf den Weg zu geben, darüber, was damals geschehen ist, und ihr den Weg für ein friedliches Zusammenleben zu zeigen. In friedlichen Zeiten ist die Erinnerung der Menschen immer nur von kurzer Dauer, und sie scheinen keine Lehren aus der Geschichte zu ziehen, die uns doch zu einem dauerhaften Frieden bringen könnten. Auf diese Weise müssen wir uns dafür einsetzen, unsere Mitmenschen zu dem zu erziehen, was ich „Kritische Bürger“ nennen möchte. Menschen, die imstande sind einzuschätzen, welche Grundregeln es für ein menschenwürdiges Zusammenleben gibt, und die sich auch unermüdlich dafür einsetzen. Nur so und mit unablässiger Aufmerksamkeit für einander schaffen wir es, eine Gesellschaft zu bauen, in der für jeden Einzelnen eine menschenwürdige Existenz gesichert ist.

Ich danke Ihnen

Ansprache zum 65. Jahrestag der Befreiung Neuengammes und seiner Außenlager

geschrieben von Frau Chris Desaever-Cleuren, Bürgermeisterin der belgischen Samtgemeide Tielt-Winge

31. Dezember 1969

Heute stehen wir hier zusammen am Fuß eines Erinnerungszeichens zum Gedenken an die Ereignisse in Meensel-Kiezegem (die beiden SS-Razzien im August 1944).

Heute stehen wir hier zusammen am Fuß eines Erinnerungszeichens zum Gedenken an die Ereignisse in Meensel-Kiezegem (die beiden SS-Razzien im August 1944). Unsere ersten Gedanken gelten zunächst unseren Opfern Emiel Reynders, Guillaume Vanhellemont, Oktaaf Janssens, Eduard Vangoidsenhoven, Richard Hendrickx und René Janssens, die von dem Geschehen ereilt wurden und dabei ihr Leben ließen. Standrechtlich ermordet oder verschleppt und dann körperlich und seelisch gefoltert. Unser Besuch der Todeslager hält uns unmittelbar vor Augen, welche Grausamkeit hier herrschte. Völlige körperliche Erschöpfung infolge von Mangelernährung, knallharter Zwangsarbeit und Folterung mussten zweifellos zum Tode führen. In gleichem Maße werden der lang anhaltende seelische Druck, die beständige Erniedrigung, das System von Unmenschlichkeit zum kaum zu ertragenden Elend geführt haben, das unsere Mitbürger erlitten haben. Nur wenige haben diesen Kreuzweg überlebt, sie alleine wissen und können bezeugen, was dort geschehen ist. Ohne jeden Zweifel haben sich diese Ereignisse fest in ihrer Seele eingeprägt. Nie wieder konnten sie ihr Leben auf dieselbe Weise weiterführen. Unsere Gedanken gelten auch denen, die nach diesen Ereignissen (den beiden SS-Razzien) einen oder gar mehrere Familienangehörige verloren haben. Sie blieben fassungslos zurück, ohne zu ahnen, was ihnen und ihren Lieben bevorstehen sollte. Das angstvolle Warten auf Nachrichten, die vielen Fragen, der Aufschrei nach dem Warum haben zweifellos ihr tägliches Leben wie ein Fluch bestimmt. Die Worte, die mir in den Sinn kommen, vermögen dieses Leid nicht annähernd beschreiben. In aller Güte dieser Ereignisse zu gedenken ist eine würdige Form der Ehrung aller Opfer dieser Übeltaten. Bei aller Erinnerungspflege muss diese Gedenkveranstaltung uns auch zur Besinnung und Analyse leiten. Vor allem, um solche Entgleisungen für die Zukunft auszuschließen. Das bringt uns zu der Frage „Wie konnte es soweit kommen?“ Denn in dem angesprochenen Zeitabschnitt des vergangenen Jahrhunderts ist Meensel-Kiezegem nicht das einzige Dorf, das vom Naziregime getroffen wurde. Auch in den Niederlanden, in Frankreich, Italien und unterschiedlichen osteuropäischen Staaten wurden solche Mordaktionen organisiert. Dazu kommt außerdem noch, was Juden, Sinti und Roma, Behinderten und anderen sogenannten Untermenschen zugefügt wurde. Damit möchte ich den Finger auf die Wunde legen, dass besonders das faschistische Gedankengut die institutionalisierte Gewalt in ihrem Schoß birgt. Früher oder später führt das zu solchen Entgleisungen wie sie auch in Meensel-Kiezegem sich zeigten. Die Geschichte lehrt uns, dass quasi alle totalitären Regime ohnehin in gleichem Maße krank sind. Zweifellos ist diese Feststellung die Ursache dafür, dass die Entschuldigung „wir haben es nicht gewusst“ nicht mehr greift. Auf der anderen Seite gibt es uns allen den Auftrag, der in den allgemeinen Menschenrechten festgelegt ist. Wir haben die Aufgabe, unsere Gesellschaft so zu organisieren, dass Ereignisse dieser Art nie wieder geschehen. Nicht nur die Pflege unseres demokratischen Gedankenguts ist wichtig, in gleichem Maße gilt es dafür zu sorgen, dass es im Sinne der Allgemeinen Menschenrechte auch wächst. Wir dürfen nicht davon ablassen, es beständig weiterzugeben, den kommenden Generationen das Erschrecken mit auf den Weg zu geben, darüber, was damals geschehen ist, und ihr den Weg für ein friedliches Zusammenleben zu zeigen. In friedlichen Zeiten ist die Erinnerung der Menschen immer nur von kurzer Dauer, und sie scheinen keine Lehren aus der Geschichte zu ziehen, die uns doch zu einem dauerhaften Frieden bringen könnten. Auf diese Weise müssen wir uns dafür einsetzen, unsere Mitmenschen zu dem zu erziehen, was ich „Kritische Bürger“ nennen möchte. Menschen, die imstande sind einzuschätzen, welche Grundregeln es für ein menschenwürdiges Zusammenleben gibt, und die sich auch unermüdlich dafür einsetzen. Nur so und mit unablässiger Aufmerksamkeit für einander schaffen wir es, eine Gesellschaft zu bauen, in der für jeden Einzelnen eine menschenwürdige Existenz gesichert ist.

Ich danke Ihnen

Ansprache zum 65. Jahrestag der Befreiung Neuengammes und seiner Außenlager

geschrieben von Frau Chris Desaever-Cleuren, Bürgermeisterin der belgischen Samtgemeide Tielt-Winge

31. Dezember 1969

Heute stehen wir hier zusammen am Fuß eines Erinnerungszeichens zum Gedenken an die Ereignisse in Meensel-Kiezegem (die beiden SS-Razzien im August 1944).

Heute stehen wir hier zusammen am Fuß eines Erinnerungszeichens zum Gedenken an die Ereignisse in Meensel-Kiezegem (die beiden SS-Razzien im August 1944). Unsere ersten Gedanken gelten zunächst unseren Opfern Emiel Reynders, Guillaume Vanhellemont, Oktaaf Janssens, Eduard Vangoidsenhoven, Richard Hendrickx und René Janssens, die von dem Geschehen ereilt wurden und dabei ihr Leben ließen. Standrechtlich ermordet oder verschleppt und dann körperlich und seelisch gefoltert. Unser Besuch der Todeslager hält uns unmittelbar vor Augen, welche Grausamkeit hier herrschte. Völlige körperliche Erschöpfung infolge von Mangelernährung, knallharter Zwangsarbeit und Folterung mussten zweifellos zum Tode führen. In gleichem Maße werden der lang anhaltende seelische Druck, die beständige Erniedrigung, das System von Unmenschlichkeit zum kaum zu ertragenden Elend geführt haben, das unsere Mitbürger erlitten haben. Nur wenige haben diesen Kreuzweg überlebt, sie alleine wissen und können bezeugen, was dort geschehen ist. Ohne jeden Zweifel haben sich diese Ereignisse fest in ihrer Seele eingeprägt. Nie wieder konnten sie ihr Leben auf dieselbe Weise weiterführen. Unsere Gedanken gelten auch denen, die nach diesen Ereignissen (den beiden SS-Razzien) einen oder gar mehrere Familienangehörige verloren haben. Sie blieben fassungslos zurück, ohne zu ahnen, was ihnen und ihren Lieben bevorstehen sollte. Das angstvolle Warten auf Nachrichten, die vielen Fragen, der Aufschrei nach dem Warum haben zweifellos ihr tägliches Leben wie ein Fluch bestimmt. Die Worte, die mir in den Sinn kommen, vermögen dieses Leid nicht annähernd beschreiben. In aller Güte dieser Ereignisse zu gedenken ist eine würdige Form der Ehrung aller Opfer dieser Übeltaten. Bei aller Erinnerungspflege muss diese Gedenkveranstaltung uns auch zur Besinnung und Analyse leiten. Vor allem, um solche Entgleisungen für die Zukunft auszuschließen. Das bringt uns zu der Frage „Wie konnte es soweit kommen?“ Denn in dem angesprochenen Zeitabschnitt des vergangenen Jahrhunderts ist Meensel-Kiezegem nicht das einzige Dorf, das vom Naziregime getroffen wurde. Auch in den Niederlanden, in Frankreich, Italien und unterschiedlichen osteuropäischen Staaten wurden solche Mordaktionen organisiert. Dazu kommt außerdem noch, was Juden, Sinti und Roma, Behinderten und anderen sogenannten Untermenschen zugefügt wurde. Damit möchte ich den Finger auf die Wunde legen, dass besonders das faschistische Gedankengut die institutionalisierte Gewalt in ihrem Schoß birgt. Früher oder später führt das zu solchen Entgleisungen wie sie auch in Meensel-Kiezegem sich zeigten. Die Geschichte lehrt uns, dass quasi alle totalitären Regime ohnehin in gleichem Maße krank sind. Zweifellos ist diese Feststellung die Ursache dafür, dass die Entschuldigung „wir haben es nicht gewusst“ nicht mehr greift. Auf der anderen Seite gibt es uns allen den Auftrag, der in den allgemeinen Menschenrechten festgelegt ist. Wir haben die Aufgabe, unsere Gesellschaft so zu organisieren, dass Ereignisse dieser Art nie wieder geschehen. Nicht nur die Pflege unseres demokratischen Gedankenguts ist wichtig, in gleichem Maße gilt es dafür zu sorgen, dass es im Sinne der Allgemeinen Menschenrechte auch wächst. Wir dürfen nicht davon ablassen, es beständig weiterzugeben, den kommenden Generationen das Erschrecken mit auf den Weg zu geben, darüber, was damals geschehen ist, und ihr den Weg für ein friedliches Zusammenleben zu zeigen. In friedlichen Zeiten ist die Erinnerung der Menschen immer nur von kurzer Dauer, und sie scheinen keine Lehren aus der Geschichte zu ziehen, die uns doch zu einem dauerhaften Frieden bringen könnten. Auf diese Weise müssen wir uns dafür einsetzen, unsere Mitmenschen zu dem zu erziehen, was ich „Kritische Bürger“ nennen möchte. Menschen, die imstande sind einzuschätzen, welche Grundregeln es für ein menschenwürdiges Zusammenleben gibt, und die sich auch unermüdlich dafür einsetzen. Nur so und mit unablässiger Aufmerksamkeit für einander schaffen wir es, eine Gesellschaft zu bauen, in der für jeden Einzelnen eine menschenwürdige Existenz gesichert ist.

Ich danke Ihnen

Bedingt empfehlenswert

geschrieben von Ulrich Stuwe

31. Dezember 1969

Unter der Schirmherrschaft von Innensenator Mäurer wurde am 19. April im Haus der Wissenschaft die aktuelle Ausstellung des niedersächsischen Verfassungsschutzes zum „Rechtsextremismus“ eröffnet.

Die Ausstellung selbst ist für Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse geeignet. In relativ kurzen und prägnanten Sätzen werden Skinhead-, Kameradschafts- und Musikszene, die zwei wesentlichen rechtsextremen Parteien sowie auf zwei Sondertafeln die Situation in Bremen inhaltlich richtig dargestellt. Hauptproblem der Ausstellung ist aber, dass sie alles an der rechten Szene ausspart, aus dem mensch schließen könnte, dass es sich beim Ausstellungsthema nicht nur um eine gesellschaftliche Randerscheinung handelt. Dieses Manko konnte auch durch die am 22. April unter der Leitung von Cornelius Peltz-Förster durchgeführte Podiumsdiskussion nicht behoben werden. Die Beiträge von Holger Münch (Bremer Polizeipräsident) und Hans-Joachim von Wachter (Amtsleiter des Landesverfassungsschutzes Bremen) versuchten den „Rechtsextremismus“ in Bremen unter Hinweis auf fallende Mitgliederzahlen bei Parteien und Gruppen und weniger Straftaten (hauptsächlich so genannte Propagandadelikte) als kaum beachtenswerte Randerscheinung herunter zu spielen. Diesen schwachen Eindruck konnten auch die weiteren Podiumsgäste mit ihren guten bis sehr guten Beiträgen leider nicht völlig ausgleichen. Aus meiner Sicht leistet die Ausstellung als allererster Einstieg in die Thematik „Rechtsextremismus“ durch aus gute Dienste. Die Aktivitäten der äußersten Rechten werden weitgehend abgedeckt.

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