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Krieg der Erinnerungen

10. August 2017

Von Ahrensbök über New York nach Auschwitz und zurück
Die in dem Doppelband versammelten Beiträge stammen aus den letzten 50 Jahren. Sie dokumentieren mein geschichtspolitisch und pädagogisches Engagement in der Weiterbildung und als Grenzgänger der deutschen Zeitgeschichte. Unter Einbeziehung von Zeitzeugen als Subjekte der Aufklärung und am Beispiel von Exkursionen und Auslandsreisen werden Etappen und Fehlwege der deutschen Geschichte vorgestellt und kommen Konzepte und Hoffnungen für ein „anderes Deutschland” zu Wort. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufklärung darüber, aus welchen längst vor 1933 wirksamen Ideen und Interessen die Machteroberung der staatsverbrecherischen Politik des “Dritten Reiches” resultierte und welche nachhaltigen Belastungen sich daraus bis heute ergeben. Dabei bildet mein Geburtsort Ahrensbök im Kreis Ostholstein den Ausgangspunkt der Spurensuche. Dort wurde ich 1945 Zeuge des Todesmarsches von Auschwitz und erlebte das Schicksal von Zwangsarbeitern, Flüchtlingen und Displaced Persons vor Ort. Und hier konnten meine langjährigen Erfahrungen als Hochschullehrer in Bremen und Mitarbeiter von Volkshochschulen und Gewerkschaften u.a. in Bielefeld, Göttingen, Hannover und Nürnberg dazu beitragen, die produktive Zusammenarbeit von universitären und nicht akademischen Projekten am Beispiel der Einrichtung einer Gedenkstätte zu realisieren. Und das mit Hilfe von Überlebenden des Holocaust, die ich in beiden Teilen Deutschlands, aber auch in den USA, England, Frankreich, Spanien, Griechenland oder Polen aufsuchen und befragen konnte. Nicht wenige von ihnen gehörten zu den Zeitzeugen, die mit dazu beitrugen, historisch-politische Bildung mit ihrem Gegenwartsbezug in den Mittepunkt kritischer Aufklärungsarbeit in den Orten meines Wirkens zu stellen. Der Doppelband mit über 700 Seiten, ergänzt um weitere Beiträge in einer dem zweiten Band angefügten USB-Card, ist anspruchsvoll von Claus Hammer gestaltet, in großem Format (240x 297 mm) mit zahlreichen farbigen Abbildungen und mit Hard Cover-Fadenbindung. Bestellung: per e-mail an: wollenberg@uni-bremen.de oder Jörg Wollenberg, Bleicherstraße 10, 28203 Bremen. Oder: Sujet Verlag, Madjid Mohit, Breitenweg 57, 28195 Bremen, Tel. 0421 703737, email: kontakt@sujet-verlag.de
Gegen 15 Euro ist die DVD auch separate zu erwerben. Sie enthält Ausstellungen in Bremen, Nürnberg, Ahrensbök, überarbeitete Video-Filme mit Bremer Widerstandskämpfern aus den Jahren 1980/83 (Maria Krüger, Käthe Popall, Gustav Böhrnsen, Hilde und Karl Grobe, Hermann Prüser, Heinz Kundel, Stephane Hessel,), Rundfunksendungen sowie teilweise unveröffentlichte Beiträge.
Buchprojekt von Jörg Wollenberg

Buchinhalt
Inhalt der DVD

Ausstellung Opfer der Euthanasie

10. August 2017

Vom 16. Oktober bis 2. Dezember wird in der Stadtbibliothek West in Gröpelingen die Ausstellung über Euthanasieopfer in Bremen gezeigt werden. Die Eröffnung ist für Montag, 16.10. um 17 Uhr vorgesehen, mit Andreas Gebauer (Stadtbibliothek West), Ulrike Pala (Ortsamtsleiterin West), Dr. Achim Tischer (Kultur-Ambulanz) und Friedrich Buhlrich (Delmenhorst, aufgewachsen in Gröpelingen).
Die Ausstellung umfasst 14 Tafeln und beleuchtet Schicksale eines systematisch geplanten und ausgeführten Massenmordes an mehr als 300 Bremer Behinderten während des Faschismus. Der frühere KfZ-Sachverständige Friedrich Buhlrich verlor seine Geschwister Hans, Erika und Margret während des Krieges. Hans war sehr aufgedreht und sein Vater wollte ihn im Heim unterbringen, seine Frau war hochschwanger. Das Jugendamt stempelte Hans zum „Schwachsinnigen“. Er wurde ins Kloster Blankenburg gebracht. Nach einer Verlegung ist er 1942 angeblich an Herzschwäche verstorben. Das erfährt Friedrich Buhlrich erst bei Einsicht in die Akten seiner Schwestern. Die beiden jüngeren Schwestern ereilte dieselbe Diagnose. Sie wurden als nicht-bunkertauglich befunden und in die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg gebracht. Nach zwei bzw. vier Monaten verstarben sie Ende 1944 unterernährt, vorgeblich an Lungenentzündung. Bei der Beerdigung Erikas konnte der Vater Margret kaum wiedererkennen. Der Arzt ließ sich verleugnen.
Friedrich Buhlrich selbst wurde kurz nach seiner Geburt Mai 1946 adoptiert, seine leibliche Mutter war erst 18, sein Vater, polnischer Zwangsarbeiter, arbeitete auf dem Hof der Familie Rosenhagen. Die Familiengeschichte erfuhr Friedrich Buhlrich wenig behutsam mit 21. Mühsam war es, die Familiengeschichte zu verstehen und zu verarbeiten. Er hat Stolpersteine für seine ermordeten Geschwister auf der Lucht und in der Seewenjestraße gestiftet, die er regelmäßig putzt. Über die Umstände der systematischen Tötung von Behinderten wird nach wie vor geschwiegen, die Unterlagen sind nur mit Mühen zugänglich. Von einer Entschädigung ist keine Rede.

Gedenkveranstaltung für die Opfer von Faschismus und Krieg

28. Juni 2017

Sonntag, 10.09., um 10 Uhr Gedenkveranstaltung für die Opfer von Faschismus und Krieg an der Ostertorwache. Anschließend liest Lore Buchholz im Gewölbekeller aus den Briefen ihres Vaters Heinrich Buchholz. Als Kommunist und aktiver Antifaschist war er 1933 im KZ Mißler in Findorff eingesperrt, 1934 im Gestapo-Gefängnis Ostertor und im Untersuchungsgefängnis, bevor er dann verurteilt wegen „Vorbereitung des Hochverrats“ – laut Dr. Heinrich Hannover „die Generalklausel, nach der man damals Kommunisten um ihrer politischen Gesinnung willen verurteilte“ – eine zweijährige Zuchthausstrafe in Oslebshausen absaß. Seine Briefe an Frau und Tochter wurden gut verwahrt und 2011 als Buch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Gröpelinger Sommer

28. Juni 2017

Samstag, 5. August, 14-18 Uhr Gröpelinger Sommer, Informationsstand der VVN-BdA in der Lindenhofstraße. Es besteht die Möglichkeit zu einem 90min. Rundgang durch das Lindenhofquartier auf den Spuren der Stolpersteine. Anmeldung bei Raimund Gaebelein erbeten unter 6163215

Sommerausfahrt der Bremer VVN

28. Juni 2017

Samstag, 12. August um 10 Uhr ab Linkstreff West Gröpelinger Heerstr. 120 Ausfahrt zu den Museen in Fischerhude mit Fahrgemeinschaften.

Otto-Modersohn-Museum In der Bredenau 95 in Fischerhude, sehr nettes Museum in ländlicher Umgebung, Moorlandschaften, geöffnet tgl. 10-18 Uhr, Bilder aus dem Bestand ergänzt durch Leihgaben. Eintritt: 6 Euro.

Kaffee und Kuchen im Café im Rilke Haus In der Bredenau 81.

Portraits der Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek bis 29.10. auf Buthmanns Hof, Im Krummen Ort 2, geöffnet 14:30 -17:30 Uhr.

Kunst am Fluss In der Bredenau 83 präsentiert das Archiv Werner Zöhl, geöffnet Fr-So 14-18 Uhr, Eintritt: 4 Euro. Anmeldung bei Raimund Gaebelein erbeten unter 6163215

70. Jahrestag der Gründung der VVN Bremen

28. Juni 2017

70. Jahrestag der Gründung der VVN Bremen, am Donnerstag, 24. August 2017, um 20:00 Uhrbis ca 22:00 Uhr im St. Pauli Gemeindesaal, Große Krankenstraße 11 (erreichbar über Bus 24 oder Linie 8 Haltestelle Neuer Markt), Es spricht Dr. Ulrich Schneider, Geschäftsführer der Fédération Internationale des Résistants, Internationale Widerstandslieder und Arbeiterlieder mit Aline Barthélémy und dem Roten Krokodil. Wir freuen uns auf den Besuch unserer belgischen Freunde aus Meensel-Kiezegem. Gemeinsam mit ihnen wollen wir am nächsten Tag um 10 Uhr den Bunker Farge besuchen.

Worpsweder Abschied

28. Juni 2017

Worpsweder Abschied

Für Heinrich Vogeler

Wo wir uns immer trafen

an lauen Sommerabenden

der Barkenhoff wurde unser Ort

der Leuchtturm auf dem Land

Ideen reiften zu Worten

wurden Sätze, Produkte, Handlungen

Gedichte, Gemälde, Skulpturen

Unsere Stimmen klangen weit

Ins norddeutsche Land

unsere Sehnsüchte wurzelten tief

die langen warmen Sommer nährten uns

unsere Hoffnungen waren groß

die Jahre gingen ins Land

und mit ihnen kamen kühlere Sommer

und dann kamen die Zeiten

die uns langsam entzweiten

und Freundschaften zerbrachen

im letzten Sommer auf dem Barkenhoff

© 2014 Karin Schumann

Besuch aus Irland

18. Mai 2017

Harry Callan, 93, reiste gemeinsam mit Schwiegertochter Michèle Callan und ihrer Lektorin Helen Dempsey aus Dublin, Irland an, um in Bremen Freunde zu besuchen, Fragen von Schülerinnen und Schülern zu beantworten, um zum Schulpate ernannt zu werden und seine Biografie vorzustellen. Dazu nahm er einige Ehrungen entgegen… Am Mittwoch, den 26.04.2017, fand in der Aula meiner Oberschule an der Egge in Bremen Blumenthal eine zweistündige Veranstaltung mit Harry Callan im Zentrum statt. Die Vizebotschafterin der Republik Irland die Bildungssenatorin und unser Bremer Landesvorstand fanden sich unter den zahlreichen Gästen. Seit 12 Jahren führt unsere Oberschule am 26. April, dem Tag der Befreiung in Bremen-Nord, mit unseren Sportabiturienten einen Gedächtnislauf an die ehemaligen Zwangsarbeiter auf der Baustelle des Bunkers Valentin durch… Die Landeszentrale für politische Bildung ehrte nun Callan als Schulpaten beim Projekt „Schule ohne Rassismus“. Im März dieses Jahres ist „Forgotten Hero of Bunker Valentin – The Harry Callan Story“ in Dublin erschienen. Es ist Harrys beeindruckende Lebensgeschichte, niedergeschrieben von seiner Schwiegertochter Michèle, die vor ca. 250 Versammelten daraus vorlas. Selten gab es so viel respektvolle Aufmerksamkeit in unserer Aula! … Im Anschluss fuhren viele mit nach Farge zum Denkort, legten dort Blumen und Kränze am Mahnmal „Vernichtung durch Arbeit“ nieder. Die Namen der 32 Iren, die dort gequält worden waren, wurden verlesen… Die Iren besuchten am Freitag eine weitere Schule in Bremervörde. Am Samstag war Harry Callan erneut Ehrengast, diesmal las Michèle beim feierlichen 72. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge des Lagers Sandbostel Stalag XB… Der Abschied fiellt schwer. Mögen wir noch viele Jahre mit Harry erleben dürfen!
Auszug BAF-Artikel 06./07.2017
048 Harry Callan in der Egge 260417

Das Bundesverfassungsgericht und die NPD

18. Mai 2017

Am 17. Januar verkündete das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) sein Urteil in Sachen NPD-Verbot. Quintessenz des Urteils: Die Nationaldemokraitsche Partei Deutschlands (NPD) ist eine antidemokratische, rassistische und neofaschistische Partei, die planmäßig und zielgerichtet die Beseitigung von Menschenrechten, Demokratie und Rechtstaat betreibt, aber sie ist nicht bedeutend genug um sie zu verbieten… Dabei haben sich die RichterInnen bei der Urteilsbegründung viel Mühe gegeben. Sie haben z.B. das Problem der staatlich bezahlten Nazis (sogenannte V-Leute) in den Organen einer zu verbietenden Partei rechtlich weitestgehend gelöst… Sehr ausführlich war die Begründung beim Nachweis, dass die NPD die sogenannte freiheitlich demokratische Grundordnung (FDGO) beseitigen will… Doch in der Urteilsbegründung wurde bewiesen, dass die NPD die Würde des Menschen und die wesentlichen Grundsätze der Demokratie missachtet…

Im Mittelpunkt der Prüfungen der Menschenwürde und der Grundsätze der Demokratie stand faktisch das Konzept der „Volksgemeinschaft“, das die NPD propagiert. Insbesondere die beabsichtigte Ausbürgerung und der weitere Umgang mit deutschen StaatsbürgerInnen, die nach Ansicht nicht „ethnisch“ deutsch sind, wird vom BVerfG als Beweis herangezogen… Darüber hinaus hatten die RichterInnen aber auch den Rassismus, den Antiislamismus und Antisemitismus und den Willen der NPD zur Abschaffung der parlamentarischen Demokratie zu Gunsten eines autoritären Nationalstaats belegt. Etwas überraschend ist, dass das BVerfG auch die „Wesensverwandtschaft“ der NPD mit dem Nationalsozialismus (NS) feststellt…

Für uns bleibt nur durch stetige Aufklärungsarbeit dem Neofaschismus seine soziale Basis streitig zu machen.
Auszug BAF-Artikel 06./07.2017

Notizen zur Nordkonferenz

18. Mai 2017

… Die Auseinandersetzung mit der AfD hat erneut Heideruh erreicht. Dem antifaschistischen Denkort soll nach Willen der Blaubraunender AFD die Befähigung als Träger der Jugendbildungsarbeit abgesprochen werden. Ein Grund mehr sich mit ihrem Treiben und ihrer Programmatik in der diesjährigen Nordkonferenz auseinanderzusetzen… Dr. Horst Leps vom Zusammenschluss der Friedensbewegung Schleswig-Holsteins nahm die Rede Ursula von der Leyens auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz zum Anlass den Anwesenden wesentliche Änderungen in der Militärstrategie zu verdeutlichen… Dr. Gerd Wiegel, Fraktionsmitarbeiter der Linksfraktion im Bundestag, betrachtete die AfD-Strategien für die kommenden Bundestagswahlen. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsdebatte konnte die AfD im vergangenen Jahr ein Stimmpotential von 12-24% erreichen und neue Wählergruppen erschließen, die lange Zeit nicht mehr gewählt hatten. Inzwischen ist es auf 8-11% gesunken… André Aden von der Recherche Nord zeigte mit einer Fülle von Material Veränderungen der Struktur und Erscheinungsform faschistischer Parteien in den vergangenen Jahren nach. Parteigründungen wie „die Rechte“, „Dritter Weg“, „Identitäre Bewegung“ entstammen dem militanten Kameradschaftsspektrum. Ihre Ursprünge sind in Aktionen von Christian Worch und Thomas Wulff der späten Siebziger Jahre zu suchen… Die nächste Nordkonferenz ist für den 3./4. März 2018 in Heideruh vorgesehen. Es wird um aktuelle Fragen von Antimilitarismus und Antifaschismus gehen. Das 25-jährige Bestehen der Nordkonferenz soll Samstagabend gebührenden Platz im Kulturprogramm finden.
Auszug BAF-Artikel 06./07.2017

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